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Norwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Hammerfest und ominöser Mitternachtsausflug

Norwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Schönes Fotomotiv SkjervøyNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Energiekaffee an BordNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Die Insel MelkøyaNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Ankunft in HammerfestNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Statue für Helden aus HammerfestNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Die protestantische KircheNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Wanderer auf dem Weg zum SalenNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Fußspuren überallNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Eisbärenklub in HammerfestNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Getrockneter StockfischNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Schutzkleidung nicht vergessenNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Mit dem Speedboat geht‘s die Küste entlangNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Endlich MitternachtssonneNorwegen mit Hurtigruten // Tag 9 // Taghell mitten in der Nacht

KAFFEE MIT KICK

Wir sollten gegen halb 11 in Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt, ankommen und wurden vorher noch mal für einen „Energiekaffee“ und einen kurzen Vortrag an Deck 7 gerufen.

Der Energiekaffee war eine lustige Mischung aus Kaffee, Kakao, Zimt und Chili und schmeckte richtig gut. Und durch das Chili wurde einem ordentlich - bei eher kühlen Temperaturen und grauem Ausblick - eingeheizt:


Wir sind dann an der Hammerfest vorgelagerten Insel Melkøya vorbeigefahren - die „Milchinsel“. Von der handelte auch der Vortrag unseres Expeditionsteams. 
Die Insel wurde zur Verarbeitung und Lagerung von Erdgas aus dem „Schneewittchen-Feld“ gebaut. Das kommt durch eine über 140 Kilometer lange Pipeline nach Melkøya und wird hier zu Flüssigerdgas weiterverarbeitet. Es ist das größte jemals dagewesene Industrie-Projekt in Norwegen und hat den Erdgas-Transport von Europa in die USA erst möglich gemacht (falls wir das richtig vestanden haben). Dementsprechend viele Jobs stellt Melkøya heute in der Region und ein gern gesehener Steuerzahler ist der Betreiber der Insel auch:


ZU BESUCH BEIM EISBÄRENKLUB

Wenig später ist man dann auch schon im Hafen von Hammerfest und stolpert direkt vom Schiff aus in die „Innenstadt“. 


Der Begriff „Stadt“ ist hier wieder relativ zu sehen. Es gibt immerhin ein paar Läden, in denen man einkaufen kann und man merkt schon, dass Hammerfest eines der größeren Örtchen hier im obersten Norden Norwegens ist. 

Wichtige Männer aus Hammerfest haben im Hafen eine Statue bekommen - Herr Lindstrøm hier zum Beispiel war wichtig, weil er den Männern auf Polarexpeditionen immer lecker gekocht hat anscheinend ein Spaßvogel war, der ständig gute Laune verbreitet hat - auch, wenn es mit der Expedition mal nicht so gut lief:


Auch die protestantische Kirche im Ort ist schön anzusehen mit hellblauen Holz-Sitzbänken und bunten Glasfenstern, die denen in der berühmten Eismeerkathedrale in Tromsø ganz ähnlich sind:

Man kann theoretisch auch noch auf den Aussichtspunkt „Salen“ hoch wandern. Aber da das von unten nach einem Aufstieg aussah, wie zum Drachenfels, haben wir das gelassen. War eigentlich gar nicht so dramatisch hoch, aber wir waren zu faul. Das viele Essen macht träge ;-). Da war er hier schon motivierter, sogar die Wander-Ausrüstung trägt er selbst:

Stattdessen sind wir den vielen Fußspuren in Hammerfest nachgelaufen...

...die einen zum Eisbärenclub führen. Ein von der „Royal and Ancient Society of Polar Bears“ eingerichtetes Museum. Dort kann man zum Beispiel sehen, wie Eisbären und Menschen hier in der rauen Natur früher zusammengelebt haben. 
Der Eisbärenclub hat weltweit derzeit etwa 240.000 Mitglieder und für 220 NOK (etwas über 20 Euro) ist man dabei, falls man selbst auch mitmachen möchte. Mitgliedsausweis, Urkunde, Aufkleber und die beliebte Eisbärennadel in Silber inklusive (sowie 10% Rabatt auf Souvenirs).



ALPENIDYLLE UND STINKEFISCH

Nach dem Stopp in Hammerfest sind wir den Rest vom Tag entspannt angegangen. Mit Mittagsschlaf wollte ich es auch mal versuchen - wir würden heute ja noch lange unterwegs sein - wollte aber nicht klappen!

Stattdessen sind wir eine der bisher schönsten Passagen gefahren. Nämlich an den Lyngen-Alpen vorbei, den „Alpen Nordnorwegens“, die eine der größten Naturattraktionen des Landes sind und sich bis zu 1.800 Meter hoch und 100 Kilometer weit an der Küste entlang ziehen. Mein liebstes Fotomotiv kam dann in Skjervøy, einem kleinen Örtchen, in dem schon in der Steinzeit Menschen gewohnt haben. Berge und Sonne im Hintergrund, Wasser und Schatten vorne, kleine bunte Häuschen und ein paar Wolken...hübsch:


Nach einem lecker Rotwein mit Ausblick aus den Panoramafenstern auf Deck 4 war dann auch schon wieder Zeit für Abendessen. Heute mein Lieblingsmenü der ganzen bisherigen Reise: Lachs zur Vorspeise, der nur ganz kurz außen herum angebraten war und sonst noch roh. Danach lecker Rinderfilet und zum Nachtisch irgendein Getreidematsch, der mich an Milchreis erinnert hat. Super! Gestern gab‘s übrigens Rentier zur Hauptspeise, das war auch sehr gut, ganz ähnlich wie Rind. Papa hat sich lieber Fisch kommen lassen...

Und keine Zeit zum Verschnaufen: Kaum war der letzte Löffel verspeist, hat unser Kapitän (wir haben seit der Hinfahrt in Tromsø übrigens einen neuen bekommen - die Kapitäne wechseln alle 22 Tage, übernehmen dann für 3 Wochen das Schiff und haben dann wieder 22 Tage Urlaub) ein bisschen was aus seinem Leben erzählt. Er stammt aus Tromsø und arbeitet seit 45 (!!!) Jahren bei Hurtigruten. Das hier ist seine letzte Tour und dann darf er in 14 Tagen in Rente gehen. Er konnte seine Freude darüber schwer verbergen ;-). Er hat uns ein paar Bilder von der Natur rund um sein Zuhause gezeigt, vor allem die Zeit im Winter, wenn die Wale kommen und Polarlichter zu sehen sind. Seine dringende Empfehlung: Die gleiche Reise hier unbedingt noch einmal im Dezember oder Januar machen. Dass alle Norweger dann depressiv und betrunken seien, wäre nämlich völliger Quatsch, man könne es auch bei Dunkelheit wunderbar aushalten. Am Ende hat er noch den hier so berühmten getrockneten Stockfisch herumgehen lassen, das sind teilweise riesige Oschis, die ziemlich penetrant stinken:



SPÄT UNTERWEGS, BZW. - „MANN, IST DAS HELL HIER“

Direkt nach Anlegen in Tromsø wurden wir ein kurzes Stück durch die Stadt geführt in ein Büro, wo wir dann diese schicken Anzüge hier bekamen - Papa sah aus wie von der Feuerwehr:


Bisher wussten wir ja nicht so richtig, was auf uns zukommt, aber jetzt war‘s klar: Ich würde zum zweiten Mal aufs Schnellboot gehen, jippie! Es war aber ein sehr windstiller Abend, daher war das überhaupt kein Vergleich zum letzten Mal - das Boot hüpfte fast gar nicht und insgesamt wurde hier auch etwas vorsichtiger gefahren. War aber nicht schlimm, im Mittelpunkt stand ja auch vielmehr das tolle Licht, das hier um mittlerweile 1 Uhr nachts herrschte:

Und auch die Mitternachtssonne haben wir gesehen, weil wir endlich mal lange genug dafür wach waren ;-):

Zurück an Bord war es dann wirklich spät, aber man sieht - taghell draußen, hier der Beweis mit Zeitstempel:


Und morgen: Wir unternehmen gleich zwei Ausflüge und lernen dabei die Inselwelt der Lofoten kennen und sehen Seeadler aus der Nähe (hoffentlich).


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