Rückkehr zum Palast
Wie erwartet – oder eher gehofft – gab es heute wieder schönsten Sonnenschein. Zwar war es weiterhin kalt, aber dafür umso schöner. Ich meine wen überrascht die Kälte schon, es...

Veröffentlicht: 15.12.2025














Gestern ist nicht viel passiert – daher gab es auch keinen Blogeintrag. Manchmal gibt es einfach diese Tage, an denen man ein bisschen Tempo rausnimmt, und genau so ein Tag war das.
Wir waren lediglich in einem lokalen Café, in dem der Kaffeenerd selbst Kaffee zubereiten durfte. Quasi eine Art kleines Pop-up oder Gastauftritt hinter der Bar. Während draußen kaltes, nasses Wetter herrschte, war das drinnen umso gemütlicher – und bei den Temperaturen passte dieser ruhige Tag ohnehin perfekt.
Abgesehen davon haben wir die Zeit genutzt, um unseren weiteren Trip zu planen. Züge, Hotels und Flüge wurden gebucht, Routen durchdacht und der nächste Abschnitt der Reise langsam konkreter. Nicht spektakulär, aber notwendig – und irgendwie auch Teil des Reisegefühls.
Heute hingegen ging es dann wieder raus, denn das Wetter zeigte sich zumindest weitestgehend trocken. Also haben wir die Gelegenheit genutzt und uns königliche Grabhügel mitten in Seoul angeschaut. Ruhige, weitläufige Anlagen, die einen schönen Kontrast zur sonst so lebhaften Stadt bieten. In diesen Grabhügeln wurden König Seongjong, seine Frau Königin Jeonghyeon und König Jungjong begraben.
König Seongjong war der neunte König der Joseon-Dynastie und regierte im späten 15. Jahrhundert. Das verrückte dabei: Er bestieg den Thron bereits mit nur zwölf Jahren den und führte das Land im Laufe seiner Amtszeit in eine Phase kultureller und rechtlicher Festigung.
Seine Ehefrau, Königin Jeonghyeon, überlebte ihn aber deutlich und spielte auch nach seinem Tod noch eine wichtige Rolle am Hof.
Die Regierungszeit von König Jungjong, dem elften König der Joseon-Dynastie, hingegen war deutlich unruhiger und von Machtkämpfen geprägt.
Die Grabhügel wirken dennoch überraschend ruhig – sanfte, grasbewachsene Erhebungen, die heute eher zum Spazieren und Innehalten einladen als zur Ehrfurcht.
Nach diesem ruhigen und bedächtigen Start in den Tag gab es – wenig überraschend – wieder einmal einen Kaffee.
Anschließend ging es noch einmal in eine Mall, um ein bisschen zu stöbern. Leider war genau das, was ich eigentlich kaufen wollte, bereits vergriffen. Aber immerhin: Damit ihr auch mal seht, wovon ich spreche – so sehen hier die unzähligen Gacha-Automaten aus, die hier überall stehen.
Da wir ohnehin gerade in dieser Ecke von Seoul unterwegs waren, haben wir noch einen Abstecher in das Café des 2nd Korean Brewers Cup Champion. Der Kaffeenerd wollte dort unbedingt einen UFO Dripper (oder so ähnlich) kaufen – irgendein fancy Teil zum Pour-Over-Kaffeebrühen.
Der Kaffee dort war aber auch unabhängig davon absolute Spitzenklasse. Ich kann die Aromen zwar nicht wirklich beschreiben, aber er war einfach richtig, richtig gut.
Danach ging es ein letztes Mal zurück ins Hotel. Am nächsten Tag sollte es weitergehen – mit dem Zug nach Busan. Also hieß es am Abend: alles zusammensuchen, nichts vergessen, Rucksäcke sinnvoll packen und den Aufbruch vorbereiten.
Und damit endete dann auch unser letzter Tag in Seoul.
