Tag 101: Villa Mar, Bolivia
Durch die Wüste, Tag 1


Veröffentlicht: 28.04.2017

































6:30 Uhr, der Wecker klingelt. Wir zwingen uns aus unserem Bett, ziehen all unsere Klamotten übereinander und machen uns bereit für den zweiten Tag. Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang durchs Dorf und warten darauf von unserem Fahrer abgeholt zu werden. Die Sonnenstrahlen sind angenehm warm, der Wind meint es heute gut mit uns und hält sich zurück. Es ist still. Neben dem Dorf zieht sich ein kristallblauer Bach wie dicke Venen durch die moosgrüne Wiese. Vollendet wird dieser paradiesische Anblick als sich plötzlich eine kleine Herde Lamas verschlafen ins Bild grast, gefolgt von einer deutlich langsameren älteren Bolivianerin mit kleinem Kind, im Tuch auf den Rücken gebunden, und zwei Hundewelpen zu ihren Füßen. Ich genieße den Moment und versuche ohne zu aufdringlich zu sein unauffällig ein paar Fotos zu schießen. Was sich allerdings erledigt hat als auch unsere Mitreisenden die Situation wahrnehmen und sich in einem Halbkreis Selfies machend um die einheimische Truppe platzieren. Zum Glück kam dann auch schon unser Fahrer, um uns mit dem Jeep zur nächsten Attraktion zu bringen. Die ersten Sehenswürdigkeiten des heutigen Tages waren verschiedene Felsformationen in Mitten der Wüste. Die eine sieht aus wie ein Fußballpokal, die nächste wie ein schlafendes Kamel und die wiederum andere war wie ein großes Tor. Typische Touri-Attraktionen halt. Wir fahren weiter. Als wir das nächste Mal aussteigen treffen wir auf eine Landschaft, die der von heute morgen sehr glich. Links und rechts befinden sich hohe Felswände und in der Mitte wechseln sich tiefblaue Bäche und moosgrüne Wiesen damit ab, die vielen Lamas zu tragen. Wir spazieren also eine Zeit lang durch dieses unglaublich schöne Tal bis unser Fahrer an einer Stelle Halt macht und links den Felsen hochklettert. Wir folgen ihm. Oben angekommen starren wir auf die "Laguna Negra", einem tiefschwarzen See umgeben von beigen Felsen. Wir verbringen hier etwas Zeit. Einige verbringen sie damit herumzulaufen und die Szenerie aus verschiedenen Perspektiven zu erleben, andere versuchen das perfekte Selfie hinzubekommen und wiederum andere liegen einfach nur auf den warmen Felsen und genießen die Sonne. Der Moment ist wunderschön. Doch wie alles schöne hat auch dies ein Ende und wir laufen zurück zum Jeep, um zum Mittagessen zu fahren. Gesättigt und ausgeruht machen wir noch einen kurzen Halt am "Cañón de Anaconda", der seinen Namen durch den kleinen grünen Fluss erhielt, der sich wie eine Anaconda über den Boden des Canyons schlängelt. Nach ein paar schnellen Fotos geht es weiter nach Villa Abta, wo wir in einem kleinen Shop Halt machen, um, wie jeder gute Touri, ein Kaktus- und ein Quinoa-Bier zu probieren. Das Bier war nicht schlecht. Aber wir müssen weiter. Nächster Halt: Hotel de Sal, unsere letzte Unterkunft auf diesem Trip. Das Hotel ist schön, der Boden und die Wände aus Salz. Wir werden den Zimmern zugeteilt, nehmen eine heiße Dusche, während der Besitzer vor der Tür die Uhr stoppt, und warten aufs Essen. Es gibt eine Art Chorrillana mit Lamafleisch und dazu eine Flasche lokalen Wein. Erschöpft und gesättigt geht es dann ins Bett. In einem kalten, nicht eiskalten, Zimmer.
