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Tag 329: Ubud

Ich schwitze. Gelbe Sonnenstrahlen kämpfen sich ihren Weg durch die schmutzigen Fensterscheiben. Ein großer Ventilator wirbelt die schwüle Luft durch den Raum. Wir sitzen im Wartebereich des Flughafens in Denpasar. Es ist 15:40 Uhr, unser Fug nach Singapur geht morgen früh um 7:30 Uhr. Doch es gibt einen Grund dafür, warum wir schon so früh am Flughafen sitzen. Balis höchster Vulkan, Gunung Agung, ist vor ein paar Tagen ausgebrochen und sorgt seitdem dafür, dass Flüge reihenweise von der Tafel gestrichen werden. Hoffentlich bleibt unserer verschont.

Nach drei Tagen Schnorcheln in Amed, sind wir nach Ubud gefahren. Die Stadt im Hochland von Bali ist ein beliebtes Ziel bei Reisenden aller Art. Wir haben uns in einem wunderschönen Homestay in der Mitte der Stadt niedergelassen und von hier aus in den letzten elf Tagen erkundet, gelebt, gegessen und geruht. Wir haben den Affenwald besucht, sind über Reisterrassen gelaufen, haben den teuersten Kaffee der Welt getrunken, haben Tempel besichtigt, haben uns Wasserfälle angeschaut, Sabrina hat Yoga gemacht, ich habe gezeichnet. Wir haben die Zeit voll und ganz genossen. Ubud an sich ist relativ überschaubar und besteht hauptsächlich aus verschiedenen Unterkünften, Bars, Restaurants, Kunstläden, einem großen Markt und ganz vielen Yoga-Schulen. An die Menschen muss man sich erst mal gewöhnen. Es gibt einige sehr nette und hilfsbereite Einheimische, doch die meisten sind laut, penetrant und sehen in einem Touristen meist nur einen potenziellen Kunden. Ein schöner Spaziergang durch die bunten Straßen endet meistens in einem anstrengendem "Thank you"- Marathon. Alle zehn Meter werden einem die lauten Worte "Taxi! Taxi!"  von einem unfreundlichen Mann wie Tennisbälle entgegengeworfen. Auch ein Besuch des Marktes endet meist mit hitzigen Diskussionen und kaputten Nerven. "Good price, cheap, cheap". Die Einheimischen würden einem alles verkaufen. Laut, penetrant und unfreundlich. Wenn man dankend ablehnt, fragen sie warum. Ihrer Meinung nach ist etwas nie zu groß oder zu klein. Versucht man ihnen zu erklären, dass man schlicht keinen Gefallen daran hat, wird man gebeten die überteuerten Sachen wenigstens für "Good luck" zu kaufen. Lehnt man ein weiteres Mal ab wird man nicht mehr beachtet, geschweige denn verabschiedet. Es ist schwer für die Menschen, vor allem mit einbrechendem Tourismus auf Grund des ausgebrochenen Vulkans, doch wir sind Rucksackreisende mit sehr niedrigem Budget, die keine Lust haben ihre ohnehin schon schweren Rucksäcke mit überteuerten und sperrigen Souvenirs voll zu stopfen. Es ist schwer zu unterscheiden wem man vertrauen kann und wem nicht. Wer dir helfen möchte und wer versucht dich übers Ohr zu hauen. Ich schätze das ist wohl die dreckige Kehrseite der wunderschönen Medaille "Reisen". Aber man gewöhnt sich an alles. Wir haben verstanden wie die Menschen hier funktionieren und wie man mit ihnen umgehen muss. Danach war alles andere super entspannt. Ubud hat uns sehr gut gefallen, wie die Zeit hier sehr genossen.

So langsam werden wir müde. Die Flughafenhalle wird ruhiger. Ich habe uns einen Platz zum Schlafen auf einer kleinen Couch vor einem Restaurant gesichert. Noch vier Stunden bis zum Check-In. Hoffentlich geht morgen unser Flug nach Singapur.

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