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WA - Shark Bay und Ningaloo Reef

Veröffentlicht: 21.05.2018

Unsere neue Woche startete mit einem Besuch am Shell Beach, der sich bereits im Shark Bay Marine Park befindet. Der Strand besteht, wie der Name schon sagt kaum aus Sand, sondern aus lauter kleinem Muscheln. Richtig herrlich wenn man mal nicht völlig paniert vom Strand kommt und nur hier und da ne kleine Muschel an einem klebt. Unser nächster Halt war der Eagle Bluff Lookout. Hier schaut man direkt auf flasches, türkis farbenes Wasser. Wenn man Glück hat sieht man Haie, Delphine, Rochen oder Schildkröten. Wir sahen zwei große schwarze Flecken im Wasser, allerdings sehr weit entfernt. Sie bewegten sich langsam, vermutlich waren es Rochen?! In Denham, dem zentralen Ort der Shark Bay Region, informierten wir uns über Touren und Highlights. Schnell war klar, dass wir hier einen Rundflug machen möchten. Die großen Buchten, Lagunen, Klippen und Salzseen wollten wir unbedingt live aus der Vogelpespektive erleben. Auch die zahlreichen Meeresbewohner soll man von oben gut sehen können. Somit war der 60-minütige Rundflug für den nächsten Tag gebucht und wir konnten es kaum erwarten. Den Nachmittag verbrachten wir in Monkey Mia. Faul am Strand rumfliegen und ne Runde schnorcheln. Monkey Mia ist bekannt für seine Bottlenose Delfine. Die Sicht beim schnorcheln war leider nicht so gut, aber ich habe einen Delfine aus dem Wasser springen sehen und Simon hatte das Glück eine Schildkröte zu entdecken. Abends hatten wir einen Übernachtungsplatz am Meer, hier stand außer uns nur noch ein weiteres Auto. Keine Toiletten, kein Wasser, einfach nichts. Ringsum Steppe, Meer und ewige Weite. Genau das lieben wir sehr. Mitten in der Natur unter einem traumhaften Sternenhimmel. Kurz vor dem einschlafen hörte ich etwas rascheln. Ein Känguru? Ne, es hörte sich an wie Plastik. Komisch, hier gab es doch nichts außer der Mülltüte im Fußraum vorne?! Ach du schade, da muss was ins Auto gekrabbelt sein. Siiiiiiimoooon! Da raschelt was! Machs weg! Nach einigen Minuten Puls hatte Simon dann eine Maus verscheucht. Puhhhh ich hatte schon mit dem schlimmsten gerechnet ...

Nachdem wir zugesehen hatten wie die Sonne aufgeht machten wir uns auf zu dem kleinen Flughafen wo unser Rundflug startete. Die 4-Mann Propeller Maschine wackelte ganz schön hin und her. Aber die atemberaubende Aussicht knapp 150 m über dem Boden ließ einen zunächst alles vergessen. Was für eine unfassbar schöne Landschaft. Der Flug führte uns über Denham, die große Bucht zu den Salzabbau Gewässern, zum westlichen Punkt Australiens, über Dirk Hartog Island, Klippen, rote Erde, die Big Lagoon und zurück auf den sicheren Boden. Durch das Gewackel und einige scharfe Flugmanöver wurde uns beiden ziemlich übel. Was wir hier jedoch alles gesehen haben, werden wir so schnell nicht vergessen. Mit der Kamera haben wir zwar etliche Fotos gemacht, aber man konnte gar nicht alles festhalten vor lauter Staunen. Auch einige Dugongs und Schildkröten schwammen im Wasser. Für uns war das eines der größten Highlights unserer bisherigen Reise.

Etwas bleich im Gesicht, machten wir uns auf zum nächsten Abendteuer. Im François Peron NP hatten wir unsere erste 4-Wheel-Drive Offroad Erfahrung. Etwas Respekt hatten wir allemal, es war ja nicht unser eigenes Auto. Doch als die Luft aus den Reifen erst mal etwas abgelassen war ging die Sause los. Die "Straße" durch den Sand hat mich die ersten Kilometer ganz schön ins schwitzen gebracht - bloß nicht stecken bleiben! Mit der Zeit hat man es dann raus und es macht richtig Spaß. An der Big Lagoon angekommen, kühlten wir uns erst mal etwas im Wasser ab. Verrückt, dass man vor Kurzem die Big Lagoon von oben gesehen hat und nun mittendrin steht. Auf der Fahrt zurück durfte Simon durch den Sand heizen und bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht.

Unser nächster Tag in Carnavon führte uns zu den Blowholes. Durch die Löcher in den Felsen schießen je nach Wellengang meterhohe Wasserfontänen in die Höhe - ein richtiges Schauspiel der Natur. Am Quoabba Point schnorchelten wir durchs kühle Nass. Zwischen den Korallen, direkt im klaren, flachen Wasser, sahen wir viele bunte Fische. Die Schotterstraße führte und weiter zum Strand am Red Bluff. Hier tobten wir durch die bis zu 2 m hohen Wellen. Auf dem Rückweg nach Carnavon sahen wir noch einige Kängurus und Ziegen in der Steppe.

Am nächsten Morgen fuhren wir durch den sogenannten "Fruit Loop". Rechts und links der Straße zieren große Obst- und Gemüseplantagen die Landschaft. Bananen, Mangos, Orangen, Zucchini, Tomaten, Avocados, Trauben ... An einer der Plantagen tranken wir den leckersten Smoothie ever.

Unser nächstes Ziel hieß Coral Bay am Ningaloo Reef. Ein kleiner Touristen Ort, wo jeder nur ein Ziel hat: Schnorcheln! Wir wollten unbedingt Manta Rochen sehen und buchten und für den nächsten Tag die Tour. Übernachtet haben wir auf einen kleinen Farm außerhalb der Stadt. Wirklich total schön, leider waren wir erst nach Sonnenuntergang hier und könnten nicht mehr alles erkunden. Die urige Camp Küche hat uns total gefallen, das Wasser wird hier noch mit Feuer erhitzt und die großen Käfer und Motten sind natürlich inklusive. Um 9 Uhr morgens ging es dann aufs Boot und wir hatten den ersten Schnorchelgang am Ningaloo Reef. Die Korallen waren nicht so farbenfroh wie erwartet, aber viele bunte Fische und eine riesige Schildkröte bekamen wir zu sehen. Nach einem kleinen Snack an Bord steuerten wir in eine Bucht, wo die Manta Rochen zu sehen sein sollen. Wir waren schon total aufgeregt ob wir einen sichten werden. Plötzlich ging alles ganz schnell. Flossen an, Brille mit Schnorchel auf, ans Heck und auf Kommando go go go! Dann hüpften alle ins Wasser, bildeten einen Halbkreis und wo war der Manta? Weg! Ein Fehlstart! Bei den nächsten drei Versuchen lief es jedoch wie geschmiert. Man schwebt auf der Wasseroberfläche und sieht plötzlich einen Manta mit 3 - 4 m Spannweite elegant durchs Wasser gleiten. Wie unfassbar war das denn?! In unserer Halbkreis-Formation versuchten wir ihm zu folgen. Das gelingt einem nicht all zu lange. Wahnsinn wie schnell die sind! Mit drei verschiedene Mantas durften wir ein Stück schwimmen, dass hat eine Weile gedauert bis wir dieses Erlebnis begreifen konnten. Doch das war noch nicht alles, heute war unser Glückstag. Auf dem Rückweg zum Hafen entstand Aufruhr auf dem Boot. Alle sammelten sich vorne und wir hörten nur was von "maybe a whale"?! Gespannt schauten alle auf die Wasseroberfläche ... Eine schwarze Flosse ragte hinaus und alle flipptem völlig aus. Ein Orca!!! Sogar die Leute von der Crew waren außer Rand und Band und erzählten, dass das mit zwei bis drei mal im Jahr vorkommt. Aus einer Flosse wurden vier. Eine ganze Orca Familie schwamm total nah an unserem Boot entlang. Jetzt war Ausnahmezustand auf dem Boot. Immer wieder sah man sie Killerwale an der Oberfläche Luft holen, wir konnten unser Glück kaum fassen. Zurück in der Stadt wusste bereits jeder über unser Orca-Erlebnis Bescheid. Um etwas runter zu kommen, schnorchelten wir noch am Strand entlang und machten uns auf nach Exmouth. Hier buchten wir am Abend noch die Whale Shark Tour für den nächsten Tag.

Wieder ging es auf Meer hinaus und wir hofften auf erneuten Erfolg bei dieser Tour. Auch hier wurde erst am Riff geschnorchelt bevor es zur Hauptattraktion ging. Kaum waren wir im Wasser, zwischen recht hohen Wellen und lauter Quallen, rief jemand: Shaaaark! Ach du schade! Und Tatsache, ein ca. 1,30 m großer Riffhai schwamm am Meeresgrund. Da wird einem doch mal schnell etwas mulmig! Im Vergleich zum nächsten Schnorchelgang war das jedoch noch wenig Puls. Hier musste es dann wieder nach Plan ablaufen. Flossen an, Brille auf, Schnorchel rein und go go go! Im Wasser in einer Linie formieren und kurz warten. Wie aus dem Nichts tauchte der größte Fisch an uns vorbei - ein Walhai mit ca. 7 m Länge. Neben so einem Riesen kamen sogar wir uns echt klein vor. Man traut seinen Augen kaum und kommt überhaupt nicht klar was grad passiert. Auch hier versuchten wir ihm im Halbkreis zu folgen. Nach einigen Metern war aber man jedoch total außer Puste und durch die Wellen gut getränkt mit Salzwasser. Insgesamt schwammen wir an diesem Nachmittag mit drei Walhaien. Es war ein unglaubliches Gefühl! Vor allem, kam einer direkt auf uns zu. Hier hatten wir den Eindruck, er saugt uns mit seinem breiten Maul gleich ein und runderten leicht panisch so schnell als möglich zurück. Auf der Rückfahrt zum Hafen versuchten wir all das Erlebte zu begreifen und freuten uns unglaublich. Wir hatten eine Fotografin an Bord, deren Fotos in der Tour inkludiert sind, so konnten wir uns auf das Erlebnis konzentrieren und haben mit unserer Unterwasser-Kamera nur wenige, nicht ganz so qualitative, Fotos gemacht. Den Tag ließen wir mit dem Sonnenuntergang und dem darauffolgenden Sternenhimmel am Cape Range Lighthouse ausklingen. Die Woche war einfach genial und ein Highlight jagte das Nächste. Wir sind sehr dankbar, dass wir das alles erleben dürfen und genießen jeden Moment.

Unser nächstes Ziel liegt fast 1.000 km von der Westküste entfernt: Der Karajini National Park. 

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