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Tag 20: Fast trocken nach Hamburg

Veröffentlicht: 01.08.2023

Der Blick aus dem Fenster verheißt nix gutes. Alles ist grau in grau, aber trocken. Es eilt also nicht mit dem Losfahren. Ich muss mich noch entscheiden, wo ich in Hamburg übernachten will. Mit
4 Hotels hat die Allianz Verträge mit guten Konditionen vereinbart. Mexikoring, Kapstadtring oder Altona? Da fällt mir Joachim Ringelnatz ein:

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh...

Der Rest vom Gedicht passt nicht (es geht um Verzicht), aber die Entscheidung ist gefallen: Ich übernachte in Altona.

Danach wird gepackt, das Fahrrad bestückt - und die Sonne lacht. Ich schaue mir kurz die Altstadt von Lauenburg an, schöne Gässchen, alte Häuser, Fachwerk und die Elbe. Nicht so groß alles wie in Hitzacker, aber ganz angenehm. Ich muss ein Stück bergauf schieben, der Weg fährt am Hochufer entlang. Das ist wie das Isarhochufer, nur nicht so steil und eine Nummer größer. Die Waldwege sind vom Regen aufgeweicht, dazwischen immer wieder das unvermeidliche Kopfsteinpflaster. Vorsicht ist angesagt. Dann geht es wieder an den Fluss, ich rolle am Kraftwerk Krümel vorbei. Kurz danach die erste Pause. Ich sehe dem Hausputz am Hausboot zu, muss ja auch sein. Immer noch Sonne; ich überlege mir schon Überschriften für den Blog. Am besten gefällt mir "Duselwetter".

Der Ortsrand von Hamburg ist erreicht, zum Zentrum nur noch 38 km. Das hat komoot mir anders gesagt. Muss ich klären, unbedingt. Ich bin von 42 km insgesamt ausgegangen. Aber egal, es regnet ja nicht. Endlose Feldwege sind zu befahren, die ersten mit Reet gedeckten Dächer sind zu sehen. Dann kommt doch das Gewitter. Dusel ade...

Erste Anzeichen der Stadt, die Silhouette mit Elphi und Michel zeichnet sich ab, undeutlich noch. Der Radweg ins Zentrum ist klasse, kaum Verkehr. Ich konzentriere mich auf die Elbphilharmonie, fahre "auf Sicht". komoot schimpft, ich hätte die geplante Tour verlassen. Das Problem löse ich mit der Stummtaste. Noch ein gute Position für das Bild finden, viele Menschen um mich rum. Der Nachweis ist erbracht!

Mit Google Maps fahre ich zum Hotel nach Altona, die ellenlange Stresemannstraße entlang. Kurz nach dem Bild hat es wieder gegossen, und erneut laufe ich tropfnass ins Hotel. 1.277 Kilometer bin ich bis hierher geradelt, ohne Strom. Ein bißchen Stolz bin ich schon auf mich!

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