Great Walk - Abel Tasman
Nun war es endlich soweit und unser Great Walk stand kurz bevor. Am Abend zuvor packten wir noch unsere großen Rucksäcke mit Reis, Haferflocken und allem was man so die nächsten...

Veröffentlicht: 09.03.2017




























Unser nächstes Ziel war die regnerische West Coast, eine der am dünnsten besiedelten Regionen Neuseelands. Aber wen wunderte das schon bei diesen bescheidenen Wetterverhältnissen. Dadurch dass dieser Küstenstreifen direkt an die Neuseeländischen Alpen grenzt, regneten sich hier die Wolken, die vom Meer kamen, ab und das sollten auch wir zu spüren bekommen. Kaum waren wir hier angekommen, begrüßte uns ein wolkenverhangener Himmel und wenige Stunden später sollte es dann auch anfangen zu regnen. Trotzdem konnte man direkt die Schönheit dieser Küste erahnen, denn das Meer war hier wilder und oft ragten beeindruckende Felsen in's Wasser. Unser erstes Ziel war Punakaiki, denn dort würden wir auf Freunde aus Clive treffen, die netterweise Mamas Weihnachtsplätzchen, die zum Zeitpunkt unserer Abreise noch nicht angekommen waren, von der Post abgeholt und uns mitgebracht hatten. Überglücklich konnte ich dann 3 Wochen nach Weihnachten endlich die heißersehnten Nougatkipferl von Mama in der Hand halten. Die gute Laune konnte mir auch der Regen nicht verderben, zumindest noch nicht. Am nächsten Tag wollten wir dann die Pancake Rocks besichtigen, was nur leider erst einmal nicht möglich war, denn es regnete den ganzen Vormittag in Strömen... So schauten wir uns zuerst eine Höhle an und verbrachten dann einige Stunden im Café und warteten, dass der Regen nachlassen würde. Als dieser dann endlich etwas nachließ, ergriffen wir unsere Chance, rannten zu den Felsen, machten ein paar Bilder und saßen nach 15 Minuten wieder durchnässt im Auto. Wir fuhren noch ein Stückchen weiter die Küste entlang zu einem günstigen "Campingplatz" in der Nähe von Hokitika (es war eher ein Sportheim, auf dessen Parkplatz es für 5$ p.P. erlaubt war zu übernachten), in dessen Nähe es mehere Glühwürmchenhöhlen gab, von denen wir uns in der Nacht noch eine anschauen wollten. Da es nach wie vor regnete und wir gefühlt seit 2 Tagen nicht mehr richtig trocken waren, kostete es uns abends einiges an Überwindung das Auto zu verlassen und bei tiefster Dunkelheit und bei strömendem Regen durch ein kleines Erdloch am Straßenrand zu krabbeln, ohne zu wissen was sich dahinter genau befinden würde. Zum Glück handelte es sich bei der Höhle dann nicht um eine Höhle, sondern eher um einen Überhang an dessen Wand mehrere Hundert Glühwürmchen leuchteten. Wir wurden also für unsere Mühe belohnt, denn das war schon ein magischer Moment, als wir völlig allein im Regen standen und die Glühwürmchen beobachteten.
Den nächsten Tag verbrachten wir dann in der trockenen Bibliothek, denn dort gab es immer freies WLAN und Strom, denn am Abend wollten wir der anderen Glühwürmchenhöhle noch einen Besuch abstatten, in der Hoffnung ohne Regen mal ein paar Bilder zu machen. Und siehe da, wir hatten Glück und es regnete tatsächlich nicht. Leider war dieses Plätzchen etwas mehr von Touris überlaufen, aber ich konnte endlich ein paar Fotos schießen. Am nächsten Morgen verließen wir dann den Ort, um zu den beiden bekanntesten Gletschern Neuseelands zu fahren. Zuerst kamen wir am Franz Josef Glacier vorbei. Hier liefen wir ca. eine Stunde bis zum Aussichtspunkt und auch wenn der Anblick eines solchen Gletschers schon ziemlich beeindruckend war, war es mindestens genauso erschreckend zu sehen, wie sehr sich dieser Gletscher die letzten Jahrzehnte zurückgebildet hatte. Da wir noch genügend Zeit hatten, besuchten wir im Anschluss noch den Fox Glacier, der sich in einer fast noch schöneren Landschaft befand. Abends statteten wir noch dem Lake Matheson einen Besuch ab. Dieser See war dafür bekannt, dass man auf seiner Oberfläche bei schönem Wetter die Spiegelung der Alpen sehen konnte. Und tada, wir hatten wieder einmal Glück und nach einer Stunde Warten, konnten wir tatsächlich im letzten Tageslicht einen Blick auf Mt. Cook und Mt. Tasman erhaschen und sogar deren Spiegelung im See festhalten.
Auch wenn die West Coast viele schöne und außergewöhnliche Dinge für uns bereithielt, waren wir ganz froh, den Regen hinter uns lassen zu können, und unsere nächsten Ziele, Lake Wanaka und Lake Wakatipu im Landesinneren, anzusteuern. Auf dem Weg hielten wir noch bei einem Imbiss an, der White Bait Burger verkauft. Bei White Bait handelt es sich um winzige Fischchen, die in Neuseeland als Spezialität gelten, weshalb wir diese nun auch endlich probieren wollten. Und auch wenn das Ganze etwas eklig aussah, schmeckte es doch überraschend gut.
In Wanaka würde das Wetter leider nicht viel besser werden, weshalb sich unsere Erkundungslust in Grenzen hielt. Es war zwar ein schönes Städtchen in einer tollen Landschaft, aber ähnlich wie in Queenstown brauchte man hier etwas mehr Geld, um sich gerade bei schlechtem Wetter eine schöne Zeit zu machen. So schauten wir uns hier lediglich den Baum im Wasser an, aber zum Wandern stand uns aufgrund des Regens und Nebels nicht der Sinn. So zogen wir am nächsten Tag weiter in Richtung Queenstown. Auf dem Weg statteten wir Arrowtown, einem alten Goldgräberstädtchen, einen Besuch ab. Hier sah alles aus wie zur Goldgräberzeit und war damit ein nettes Fleckchen für unsere Mittagspause. Das Wetter war nun endlich auch wieder besser und so freuten wir uns auf Queenstown. Eine Übernachtung konnte man sich hier allerdings nicht wirklich leisten, denn selbst der günstigste Campingplatz kostet hier 20$ p.P. und ist dazu auch noch ziemlich schlecht. Deshalb wollten wir hier lediglich den Tag nutzen, um durch die Stadt zu bummeln und im Park Frisbee-Golf zu spielen und gegen Abend, weiter den See entlang nach Glenorchy zu fahren, um dort zu übernachten. Hier fanden wir einen ziemlichen schönen Campingplatz vor und am Abend machten wir uns noch auf den Weg an den See, um dort etwas zu angeln und Fotos zu schießen. Damit ging es unsere Zeit an der West Coast und den Seen zu Ende und wir freuten uns schon auf unser nächstes Ziel: Milford Sound.
