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Ein zweites Zuhause am anderen Ende der Welt

Veröffentlicht: 29.04.2017

Wie bereits angekündigt, würden wir die kommenden 10 Tage bei einer Neuseeländischen Familie wwoofen. Wwoofen steht dabei für „world wide opportunities on organic farms“, der Begriff wird aber häufig einfach nur für einen Aufenthalt bei Einheimischen verwendet, bei dem man für 4-6 Stunden Arbeit am Tag (meist Garten-, Farm-, oder Hausarbeit) Unterkunft und Essen bekommt. Viel wichtiger als das ist jedoch die Möglichkeit das typische (Farm-) Leben, sowie neue Leute und Kulturen kennenzulernen. Wir hatten uns also auf einer dafür vorgesehenen Internetplattform eine 3-köpfige Familie in der Nähe von Dunedin ausgesucht, bei der wir für ein paar Tage mithelfen wollten. Zu der kleinen Familie gehören die beiden Eltern und ein bezauberndes 12-Jähriges Mädchen, außerdem gibt es da noch den schon etwas in die Jahre gekommenen Hund Taco und den sprechenden Wellensittich Delphi. Neben diesen Hausbewohnern gibt es dann noch das Pony Chester, die beiden Ziegen Gracie und Billy und eine Handvoll Kühe. Als wir also an unserem ersten Tag dort ankamen, waren wir natürlich etwas aufgeregt was uns da erwarten würde und ob uns die Familie tatsächlich so herzlich und offen bei sich zu Hause aufnehmen würde, wie es den „Bewertungen“ zu entnehmen war. Neben einer großen Villa mit einer Veranda, die beinahe um das ganze Haus herumreichte und einem wahnsinnig schönen aber riesigen Garten erwartete uns dort unser eigenes Zimmer mit Bad. Nach unserem Frühstück und einem ersten Kennenlernen durften wir uns auch gleich an unsere erste Aufgabe machen, nämlich Pony-Kacke einsammeln. Nachdem wir diese doch sehr spaßige Aufgabe erledigt hatten, ging es für uns weiter zum Pinecone sammeln und anschließend zum Feuerholz spalten. Dort stieß dann auch eine weitere Helferin zu uns: Tanja, ebenfalls aus Deutschland. Gegen Mittag war unsere Arbeit dann beendet und wir durften zum ersten Mal das selbstgebackene Brot unserer Gastgeberin probieren. Und ja, so weit entfernt von gutem Brot, war das schon eine Wohltat und wir genossen unser erstes Mittagessen. Den Nachmittag hatten wir dann zur freien Verfügung bis wir wieder mit der ganzen Familie zu Abend aßen und uns danach unterhalten konnten. Im Prinzip liefen die folgenden Tage alle ähnlich ab, außer dass wir nicht mehr Ponykacke einsammeln mussten, sondern sich unsere Arbeit hauptsächlich auf’s Unkraut jäten und Feuerholz spalten beschränkte und wir neben der Arbeit viele coole Dinge mit der Familie und Tanja erleben durften. So konnten wir uns Taco „ausleihen“ und mit ihm zusammen an den Fluss zum Angeln fahren, oder wir gingen mit der ganzen Familie und dem Kanu abends an den Fluss, schipperten dort hin und her und Toni konnte seine Angel ins Wasser halten. Hier fing er dann auch tatsächlich seinen ersten Fisch. Auch ansonsten wurden wir herzlich in ihrem zu Hause aufgenommen und vorzüglich bekocht, oft mit dem Fleisch der eigenen Rinder. Bereits nach wenigen Tagen fühlten wir uns dort wie Zuhause und genossen die Pause von der doch meist anstrengenden und unbeständigen Reise. Neben den tollen Ausflügen, war es aber genauso schön abends zusammen zu sitzen, Nachtisch zu futtern und den Gumboot-Song zu hören. Auch unsere Tour durch Sylvannia, einem Spielzeug-Ort der Tochter, der sich über den gesamten Hausflur erstreckte, werden wir so schnell nicht vergessen. An unserem letzten Abend gingen wir dann noch einmal alle zusammen mit dem Kanu an den See, paddelten dort ein wenig rum und aßen Burger. Der Abschied von dieser tollen Familie und der lieben Tanja, die wir bis dahin alle in unser Herz geschlossen hatten, fiel uns sichtlich schwer und so wurden von allen Seiten ein paar Tränchen verdrückt. Danke an die ganze Familie und an Tanja für die schöne Zeit dort und wir hoffen, dass wir etwas von der Gastfreundschaft und der Offenheit, die uns hier begegnete mit nach Hause nehmen können.

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