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Etappe 84: Vom Hoz-e-Sultan-See nach Jannat Abad

Noch in der Nacht hatten wir geplant, uns schon am nächsten Abend mit Gisi und Flo in Kashan zu treffen, während die drei Jungs schon weiter nach Isfahan wollten. Das waren aber noch 140 Kilometer, und natürlich kamen wir am nächsten Morgen nicht so früh los. Außerdem klagte Gabriel über leichte Knieschmerzen, vielleicht hatten wir es gestern übertrieben. Nach einem gemütlichen Frühstück mit den Backpackern fuhren wir vor in Richtung Hauptstraße. Auch heute waren nur leichte Höhenmeter zu überwinden. Gabriels Knie wurde aber leider trotz ausgiebiger Dehnübungen nicht besser, ganz im Gegenteil. Bis zur als konservativ geltenden Stadt Qom kamen wir noch. Der Besitzer eines Imbisses wollte uns viel zu viel für unser Mittagessen berechnen. Zum Glück hing an seiner Wand eine riesige Preistafel, die wir mithilfe ein paar Einheimischer entziffern konnten. Trotzdem zeigte der Besitzer keinerlei Reue. Auch wenn die allermeisten Menschen im Iran wahnsinnig nett und hilfsbereit sind, haben manche schon die Dollarzeichen in den Augen, wenn sie Touristen sehen (dazu später mehr). Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel! Trotzdem steigerte das nicht gerade unsere Laune, in Qom Sightseeing zu betreiben, weshalb wir den heiligen Schrein links liegen ließen. Stattdessen Stand die Lagebesprechung an, wie es mit Gabriels Knie weitergehen sollte. Wir beschlossen, eine Karawanserai ca. 20 km östlich anzusteuern, die online als verlassen markiert war. Sie sollte sich aber als eine der überraschendsten Unterkünfte auf meiner Reise herausstellen. Vor Ort standen wir tatsächlich vor verschlossenen Türen, die Anlage sah jedoch gepflegt aus. In dem Moment fuhren zwei Einheimische an uns vorbei. Es reichte, sie zu fragen, ob die Karawanserai offen sei, und sie nahmen sich direkt der Sache an. Ein paar Telefonate später mit ihrer Englisch sprechenden Tochter (während Selfies gemacht wurden) stand der Besitzer der Karawanserai auf der Matte. Er erklärte uns, dass diese leider gerade renoviert werde, er hätte aber eine Alternative. Wir liefen zu einer großen Weltkugel aus Metall, Saeed brauchte ein paar kräftige Anläufe, um eine versteckte Tür aufzuschieben. Wir staunten nicht schlecht, dass das unser kostenloses Nachtquartier sein sollte. Jules Verne hatte also Recht, das Innere der Erde ist tatsächlich bewohnbar. Unten hatten unsere Räder und unser Gepäck Platz, eine Treppe führte zum Liegeplatz hinauf. Auch wenn es innen etwas staubig war, konnten wir in der Weltkugel gut schlafen! 

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