Leon und ich haben das Wochenende auf einer Tour in die kasachische Steppe verbracht. Von Almaty aus ging es nach Osten, fast bis an die chinesische Grenze – eine Fahrt, die den ganzen ersten Tag in Anspruch genommen hat.
Unser erster Halt war ein Wasserfall in den Bergen, wo wir gepicknickt haben. Anschließend sind wir weiter zum Tuzköl-Salzsee gefahren, der einen atemberaubenden Blick auf die Gebirgskette des Tien Shan bietet, mit dem Khan Tengri im Zentrum. Der „Herrscher des Himmels“ ist mit 7010 m der höchste Berg Kasachstans und liegt genau auf der Grenze zu China und Kirgistan. Am Tuzköl haben wir unser Camp aufgeschlagen und die Nacht verbracht.
Am nächsten Morgen wurden wir mit einem Sonnenaufgang belohnt, der schwer in Worte zu fassen ist. Die Berge, die am Abend zuvor noch in Dunst und Wolken verborgen waren, haben sich nun klar und scharf gegen den Himmel abgezeichnet. Der Schnee auf den Gipfeln hat in den verschiedensten Farben geleuchtet: Zuerst rosa, dann golden und schließlich weiß-blau. Selbst wenn ich sie direkt vor mir sehe, fällt es mir manchmal schwer zu glauben, dass solche Orte wirklich auf der Welt existieren.
Nach einem herzhaften Frühstück sind wir zu einem kleinen Canyon aufgebrochen, den wir um die Mittagszeit erreicht haben. Dort haben wir eine Pause gemacht, bevor es auf den Rückweg nach Almaty ging.
Wir waren beide vollkommen überwältigt von den Landschaften und den Menschen und sind mit vielen neuen Eindrücken zurückgekommen. Hier sind einige davon:
Die Natur rund um Almaty ist unglaublich abwechslungsreich. Es gibt weite Steppen, sanfte Hügel, grüne Flusstäler und schroffe Gebirge mit Felswänden, an denen Tien-Shan-Fichten wachsen.
Unterwegs sind wir immer wieder Nomaden begegnet, die im Sommer in Jurten leben und Tiere halten: Schafe, Kühe und überraschend viele Pferde. Die Tiere laufen oft frei umher und kehren trotzdem zuverlässig zurück – angelockt von kleinen Portionen Salz. Für mich wäre das ja eher ein Grund, abzuhauen, aber anscheinend können die Tiere gar nicht genug davon bekommen.
Ich habe gelernt, dass sich eine Jurte in weniger als einer Stunde auf- oder abbauen und so kompakt verpacken lässt, dass zwei Kamele oder ein kleiner Geländewagen für den Transport reichen!
In der Steppe herrscht eine angenehme Stille. Nur das Zirpen der Heuschrecken, der Wind und gelegentlich Vogelgezwitscher oder die Geräusche der Nutztiere sind zu hören.
Der Kontrast zwischen Almaty und dem Umland ist enorm: In der Stadt sind fließendes Wasser, Internet und klimatisierte Räume selbstverständlich. Man kann bei Dior und Hermès einkaufen, im Ritz Carlton übernachten und ab und zu flitzt ein schicker Sportwagen durch die Straßen. In den umliegenden Dörfern hingegen gibt es vieles davon nicht – zumindest nicht flächendeckend. Unser freundlicher Tourguide erklärte, das liege vor allem an der schieren Größe Kasachstans, die es nahezu unmöglich mache, überall eine stabile Infrastruktur aufzubauen. Internet gibt es vor allem entlang der Hauptverkehrsadern mit Sendemasten und außerhalb der großen Städte existiert meist keine Kanalisation. Ich frage mich allerdings, ob das der einzige Grund ist.
Zurück in Almaty sind wir müde in unsere Hotelbetten gefallen. Da Leon sich unterwegs eine ordentliche Erkältung eingefangen hat, verbringen wir den Rest unserer gemeinsamen Woche vor allem in und um unser Hostel. Wir lesen viel, futtern uns durch die vielseitige Küche der Stadt und gönnen uns Ruhe. Morgen Abend fliegt Leon zurück nach Deutschland und Übermorgen früh kommt Philipp an – dann schmieden wir gemeinsam Pläne für den nächsten Abschnitt der Reise :)
PS: Entschuldigt die Bilderflut – ich konnte mich beim besten Willen nicht entscheiden, welche ich weglassen sollte.
Auf einen Blick
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Dauer
2 Tage
Begleitung
Mit Freunden (2)
Stimmung
AbenteuerlichKulturellEntspannend
Highlights
Wasserfall in den Bergen mit Picknick
Tuzköl-Salzsee mit Blick auf den Tien Shan
Camp in der kasachischen Steppe
Sonnenaufgang über den Bergen
kleiner Canyon auf dem Rückweg nach Almaty
Themen
NaturRoadtripAbenteuerKultur
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Antworten (2)
Raffaelavor etwa 1 Jahr
Die Bilder sind grandios. Ich hätte mir auch noch 100weitere davon angesehen! Wirklich beeindruckend die Landschaft!
Ralfvor 12 Monaten
Ralf fragt die KI: "Wie viele Kilometer kann ich in der kasachischen Steppe gerade auslaufen, ohne auf eine Siedlung zu treffen?"
Die KI (ChatGPT) rechnet und antwortet: "mehr als 2200 km in Ost-West-Richtung, vom Kaspischen Tiefland bis zum Altai-Gebirge"
Ralf: "sauber!"