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Tang Meile

Veröffentlicht: 22.08.2025

Attraktion
Banpo-Dorf
Xi'an, China
Museum
Banpo Museum
Xi'an, China
Attraktion
Tang-Meile
Xi'an, China
Sehenswert
Große Wildgans-Pagode
Xi'an, China
Attraktion
Schreibrunnen in Xi'an
Xi'an, China
Attraktion
Statue von Xuan Zang
Xi'an, China
Attraktion
Statue von Kaiser Taizong der Tang-Dynastie
Xi'an, China

Da uns das wichtigste Museum der Stadt Xi'an verschlossen bleibt, entscheiden wir uns für eine Reise in die weite Vergangenheit und fahren zum Banpo-Dorf. Das ist eine archäologische Ausgrabungsstätte im Stadtteil Baqiao, welche besichtigt werden kann. Die Siedlung existierte im Neolithikum vor circa 6000 Jahren und zeigt die Besiedlung der Gegend am Wei-Fluss schon in dieser Zeit. Das Museum stellt prägnant einige Fundstücke mit den entsprechenden Erläuterungen aus. So wurden damals Nadeln mit schmalen Nadelöhr aus Knochen hergestellt, runde Steine dienten als Geschosse für Schleudern und Häuser wurden überwiegend in einer runden Form mit eckigen Eingangsbereich gebaut. In einem Panoramaraum wird eine Szenerie am Fluss mit typischen Beschäftigungen der damaligen Menschen dargestellt. Bei der Bemalung der Keramik hielt man sich an die Farbe schwarz mit einfachen Strukturen. Ein maskenhaften Gesicht wird dabei als Symbol des heutigen Museums verwendet. Insgesamt weist die damalige Kultur keine Besonderheiten auf, wie ich es bei dem Besuch der Liangzhu-Kultur bei Hangzhou im letzten Jahr erlebt habe, wo neben gewaltigen Dammbauten, Jadekunst und landwirtschaftlichen Geräten auch eine Schrift Merkmal einer höheren Kultur darstellen (hier, hier und hier). Ok, seien wir fair, hier wird eine viel ältere Besiedlung beschrieben, weshalb der Versuch der mystischen Deutung von Ritzungen, welche eher Wiedererkennungszeichen darstellen können oder der strickartigen Muster auf Amphoren eine Überbewertung darstellen. Die Ausgrabungsstätte selbst ist mit einem großen Hallendach überbaut. Man kann deutlich das Fundament der Häuser erkennen, Beschriftungen helfen bei der Identifikation der Erdumrisse. An einer Ecke befindet sich ein sehr tiefer Graben, der als Schutzwall definiert wird. Hier zeigt sich schon, dass die Kunst des Baus eines Schutzwalls wohl bei Betrachtung der heutigen Stadtmauer von Xi'an tausende Jahre danach in der Stadt erhalten geblieben ist. In einem Raum werden Gräber ausgestellt. Kurios ist, dass bei einigen Gräbern die Toten mit dem Gesicht nach unten begraben worden. Was haben diese Menschen wohl angestellt, dass sie diese Strafe bekommen? Gruppenbestattungen deuten sicherlich auf ein Unglücksfall hin. Jetzt macht sich eine lärmende Schulklasse am anderen Ende der Halle bemerkbar, worauf wir unsere Besichtigung beschleunigen. Aufschlussreich, gutes Ausstellungskonzept, aber nicht spektakulär, so mein Urteil zum Banpo-Dorf. Das soll es aber jetzt werden, denn die Stadt hat etwas südlich vom Zentrum ein großes Gelände der Tang-Dynastie gewidmet. Rund um die Große Wildgans Pagode wurde neben einem Parkgelände eine über zwei Kilometer lange Kulturmeile mit breiter Fußgängerzone, Einkaufsläden, Fressständen, Skulpturen, Brunnen und Bühnen aufgebaut. Und hier strömen die ganze Zeit die Touristen hoch und runter. Das Leben pulsiert mit Restaurants, Straßenhändlern, Fotografen, Eisverkäufern. Der absolute Trend ist die Ausstaffierung mit historischer Kleidung und dementsprechendem Auftragen dicker Schminke. Nicht nur kleine Prinzessinnen bevölkern die Szenerie, auch erwachsene Frauen versuchen dadurch eine Schönheit oder Jugend zu erreichen, was aber selbst die dickste Schminke nicht schafft. Dutzende Geschäfte bieten diese Verwandlung an. Ein Kaufhaus hat einen schönen Verkaufstrick eingerichtet, den ich ähnlich im letzten Jahr in Hangzhou erlebt habe. Eine kostenlose Ausstellung lockt Besucher an. Hier erläutern sogar junge kostümierte Damen Kernpunkte der Tang-Kultur sehr anschaulich. Am Ende des geschlängelten Ganges erreichen wir eine Treppe in die zweite Etage. Jetzt wusste ich sofort was uns erwartet. Denn oben werden wir durch dutzende Geschäfte in der gleichen Schlängelform geschleust, wo gerade die wichtigen kulturell-bedeutenden Produkte angeboten werden. Um zum Ausgang zu kommen muss die Menschenmasse da durch. Der Verkaufserfolg ist garantiert. Nur nicht bei uns und so schlendern wir weiter an der Pagode vorbei und treffen auf die Statue von Xuan Zang, der die buddhistischen Schriften ins Chinesische übersetzt hat. Dann spazieren wir an Themenbrunnen mit Gelehrten und Weisen der Zeit der Tang-Dynastie und große Theatergebäuden vorbei. Auch das Kunstmuseum, welches gerade goldene Stücke in Gotha ausstellt (siehe Taibang-Blog: Goldenes China in Thüringen), liegt hier. Dann hören wir lautes Kinderschreien. Was ist da hinten bei der großen Menschenmenge an einem Brunnen los? Ein scherzhafter Brunnenbauer hat einen Springbrunnen installiert, der das Wasser je nach Lautstärke höher in die Luft schleudert. Durch das laute Schreien und Grölen werden die Fontänen größer. Das lässt sich kein Kind zweimal sagen: Schreibrunnen in Xi'an. Eine große Statuen-Gruppe zeigt Kaiser Taizong der Tang-Dynastie stilvoll beleuchtet, denn nun wird es schon langsam dunkel. Die Szenerie wird farbenfroh beleuchtet. Wir schaffen nicht die kompletten zwei Kilometer und wandern nun in der beleuchteten Tang-Meile wieder zur Metrostation zurück. Ein Chinese bittet meine Frau, dass er mit mir, dem großen Ausländer, zusammen ein Foto machen darf. Darf er, Daumen hoch und Papa hat mit dem Smartphone das Foto in der Tasche. Nur die Schauspieler, welche jetzt mit den Zuschauer interagieren, sind als Attraktion noch ein bisschen beliebter als ich. Hier wird die alte Tang-Kultur von den Landsleuten erlebt, erlernt und gefeiert. Und das ist doch sehr schön.

Auf einen Blick

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Begleitung
Mit Familie
Kulturell
  • Banpo-Dorf mit archäologischer Ausgrabungsstätte und Museum
  • Tang-Meile rund um die Große Wildgans-Pagode
  • beleuchtete Fußgängerzone mit Restaurants, Ständen und Bühnen
  • Schreibrunnen in Xi'an
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