Xiefuzi Reise Blog
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Der Landesvater der koreanischen Nation und Kultur

Veröffentlicht: 11.09.2025

Zug
Seoul → Bubal Station
South Korea
Zug
Bubal Station → Sejongdaewang Station
Yeoju, South Korea
Bus
Sejongdaewang Station → Sejong Daewang Tomb area
Yeoju, South Korea
Attraktion
Grabanlage von König Sejong
Yeoju, South Korea
Museum
Museum am Eingang der Grabanlage von König Sejong
Yeoju, South Korea
Essen
Café neben dem Museum
$ · Snack

Die Grundlage der koreanischen Kultur und die staatsführenden Rahmenbedingungen der Joseon-Epoche wurde von König Sejong (1397-1450), dem vierten König der Dynastie, gelegt. Er ist der Erfinder der heutigen koreanischen Schrift und wird posthum auch „der Große“ genannt. Aufgrund seiner riesigen Bedeutung in der koreanischen Geschichte müssen wir ihm an seiner Grabanlage unsere Aufwartung machen. Allerdings liegt diese nicht in Seoul, sondern im Städtchen Yeoju, dem südlichen Han-Fluss hinauf. Wir steigen also morgens in den Vorort-Zug und machen uns auf die Reise durch hügelreiches bewaldetes Bergland. Fast am Ziel unserer Reise höre ich mit einem Ohr an der Station Bubal die Durchsage im Zug und vernehme ein „Last Station“. Alle anderen Fahrgäste steigen aus, was uns veranlasst auch auszusteigen. Und tatsächlich, dieser Zug endet eine Station vor unserem Zielbahnhof. Wir warten 15 Minuten und dann kommt der Zug, der uns nach Sejongdaewang bringt. Ein Bus fährt uns schließlich in die Nähe zum Eingang zur Grabanlage. Das alles ist ziemlich einfach zu organisieren, wenn man der Naver-Map-App vertraut. Kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone funktioniert im Bus auch hier außerhalb von Seoul mit der Tmoney-App. Wir gehen am Museum vorbei, weil jetzt am Morgen wohl noch angenehme Temperaturen herrschen, als später in der Mittagszeit. Der Eintrittspreis schlägt mit 1000 Won sämtliche Niedrigstrekorde, umgerechnet 0,62 Euro zusammen für zwei Personen. Den Weg entlang sind neben einer Statue von König Sejong einige technische Errungenschaften seiner Regierungszeit ausgestellt, denn er förderte Wissenschaft und Technik. Ich hatte schon im Blogbeitrag „Die Silhak-Philosophie“ angedeutet, dass uns diese immer wieder begegnen und möchte an dieser Stelle auf einige näher eingehen. Die Sonnenuhr Angbuilgu (앙부일구) ist eine präzise, hemisphärische Sonnenuhr, die im 16. Regierungsjahr von König Sejong im Jahr 1434 von einem Team von Gelehrten unter der Leitung von Jang Yeong-sil, einem genialen Wissenschaftler und Erfinder im königlichen Observatorium Ganui-dae entwickelt wurde. Sie war eine der fortschrittlichsten und genauesten Sonnenuhren der Welt und zeugte vom hohen Wissensstand der koreanischen Astronomie, Mathematik und Metallverarbeitung im 15. Jahrhundert. König Sejong ließ mehrere dieser Sonnenuhren in Bronze gießen und an öffentlichen Plätzen in der Hauptstadt Hanseong (Seoul) aufstellen. Dies ermöglichte erstmals der breiten Bevölkerung einen einfachen und zuverlässigen Zugang zur offiziellen Zeit, zumindest bei Sonnenschein. Um in der Nacht und bei bewölktem Wetter die Zeit zu messen, entwickelte Jang Yeong-sil (장영실) die Wasseruhr Ja-gyuk-ru. Sein außergewöhnliches technisches Talent wurde von König Sejong persönlich erkannt und gefördert, der Jang's niedrige Herkunft ignorierte und ihm eine hohe Position am Hof verschaffte. Jang Yeong-sil entwickelte nicht nur die Wasseruhr und die Sonnenuhr Angbuilgu, sondern auch Himmelsgloben, verbesserte Waffen und fortschrittliche Agrartechniken. Im Jahr 1438 gelang ihm mit einer präzisen Klepsydra der Durchbruch, die oft als eine der fortschrittlichsten Wasseruhren ihrer Zeit galt. Das Geniale war die automatische Signalgebung. Zu jeder vollen Doppelstunde (übliche Zeitmessung in Asien) löste ein Mechanismus mit einem akustisches Signal aus. Eine kleine Kugel wurde freigegeben, rollte eine Bahn hinunter und fiel in eine Metallschale, erzeugte einen lauten Gongschlag. Gleichzeitig erschienen kleine Statuen, die Schilder mit der jeweiligen Stunden-Zahl hochhielten. In dem Park ist weiterhin eine Sternenkarte aus dem Jahr 1395 ausgestellt, die 1.467 Sterne darstellt. Und auch der berühmte Regenmesser darf natürlich nicht fehlen. Der 1441 entwickelte Cheugugi (측우기) glänzt weniger über seine technische Konstruktion, sondern vielmehr als erster weltweit standardisierter Regenmesser. Seine Einführung markiert den Beginn der wissenschaftlichen, quantitativen Meteorologie. Wir kommen jetzt an den Räumlichkeiten der Grabverwaltung vorbei, die im alten Stil mit den kleinen Zimmern aufgebaut wurde. Weiter geht der Weg zum Shrein, in dem sich heute eine Lesesaal mit Büchern befindet, ich glaube, dass hätte König Sejong gefreut: Wissensvermittlung statt Skulpturanbetung. Nun kommen wir zu den kleinen Holzgebäuden vor dem Grabhügel und gehen links den Weg auf den Hügel hoch, wo auffällige gelbe Schilder vor Schlangen warnen. Ich denke aber, dass die Schlangen bei der Hitze lieber ein kühles Plätzchen im Wald bevorzugen, als Besucher beim Spaziergang zu stören. Oben an der Grabstätte gedenke ich kurz den Errungenschaften und des Charakters des großen Königs und seinem Einfluss auf die koreanische Kultur und Geschichte, wobei ich später noch im Rahmen unserer Museumsbesuche auf einige Aspekte dazu eingehen werde. Zunächst machen wir uns auf den Rückweg. Andere Gräber in der weitläufigen Anlage besuchen wir nicht. Jetzt in der Mittagshitze suchen wir Zuflucht in den kühlen Räumlichkeiten des Museums am Eingang der Grabanlage. Hier finde ich besonders die Ausstellung von Büchern und Dokumenten interessant, in denen man auch elektronisch Blättern kann. Dazu gehören die geschichtlichen Aufzeichnungen zur Regierungszeit von Sejong, Anleitungen zur Landwirtschaft, Bildungspapiere und Regierungsanweisungen. Am Ende der Ausstellung wird noch die Struktur des Grabes und die Beerdigungszeremonie multimedial erläutert. Zum Abschluss unseres rundum gelungenen Besuches nehmen wir einen kleinen Imbiss und ein willkommenes Erfrischungsgetränk im nebenliegenden geschmackvollen Cafe ein.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Budget
1.000 ₩ gesamt
Wetter
Sommer
Kulturell
  • Grabanlage von König Sejong in Yeoju
  • Besuch des Museums am Eingang der Anlage
  • Ausstellung zu Sejongs technischen Errungenschaften
  • Imbiss und Getränk im Café neben dem Museum
Naver MapTmoney-App
GeschichteKulturTransitArchitektur
  • Eintritt zur Grabanlage1.000 ₩
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