Veröffentlicht: 26.12.2018




























WE waren in einer Estancia mit Kläbchenauffangstation bei El Chaltén untergebracht. Die süßen Tierkinder darf man sogar füttern und gegebenenfalls taufen. Vom Ort aus kann man tolle Wanderungen in den Nationalpark Los Glaciares unternehmen. Die spektakulärste, aber auch anstrengendste davon, ist wohl die zum Fitz Roy. Einer der schönsten Wege, die WE je gelaufen sind. 21km insgesamt und 850 Höhenmeter durch Wälder, Täler, Flusslandschaften, an Seen und Gletschern vorbei mit Blick auf die steilen Felswände des Fitz Roy. Und das alles bei Traumwetter. Welch ein Glück! Nach den letzten harten 1,5 Kilometern mit 500 Höhenmetern, für die man knapp eine Stunde braucht, offenbart sich ein wahnsinniger Blick auf die 400m hohen senkrechten Steilhänge, seitliche Gletscher und die vorgelagerte Lagune. Der Verzehr wohlverdienter Sanduches und Kekse ist natürlich unverzichtbar.
In El Calafate gab es was ganz Besonderes, nämlich einen Wellnessbereich im Hotel. O.o. damit haben wir doch schon ganz schön unschöne Erfahrungen gemacht. Aber wie wäre es mit noch einer Chance? Und für südamerikanische Verhältnisse war es sogar recht gut. Die Sauna war zwar zum liegen nicht geeignet, da zu klein, und eigentlich auch nicht zum Sitzen, da schlecht konstruiert und deshalb unbequem. Außerdem schämen sich Nord- und Südamerikaner offenbar zu dolle und wollen deshalb unbedingt mit Badekleidung in die Sauna. Aber immerhin war es keine Vorschrift. Und es gab noch einen warmen Pool, über dem WE Architekturlästerschwestern uns ausgelassen haben, im Grunde war es aber gut.
Ein absolutes Highlight ist der Perito Moreno Gletscher, einer der wenigen Exemplare weltweit, die an Masse konstant dazugewinnen. Bei perfektem Wetter stachen wir mit einem Touriboot in See (ja, in einen See) und kamen ganz nahe an die bis zu 70m hohe Stirn heran. Das helle Sonnenlicht lässt alle Spalten im Eis hell- bis königsblau leuchten; es sah eigentlich so aus, als hätte man Neonröhren zur Beleuchtung eingebracht. Und danach kann man noch bei einer kleinen Wanderung ganz lange diese Faszination betrachten. Wieso, ist doch nur gefrorenes Wasser? Nicht ganz, diese Eismasse ist ständig in Arbeit und Bewegung. Bei höher Sonneneinstrahlung, wie wir sie hatten, ist alle halbe Minute Gerumpel, Knarren und Knallen zu hören, akustisch vergleichbar mit Gewitter oder Schüssen. Besonders toll ist es, und wir durften es miterleben, wenn Eisblöcke von der Stirn ins Wasser fallen, was erstaunlich laut ist. Das ist spannender als Fernsehen, vor allem als ein besonders großer Zacken abbrach und vielleicht 20 bis 30 Meter in den See stürzte.
