Verona giornate otto e nove
Montag: "Arbeitstag" Es ist kühl und bedeckt, Schreibtischwetter. So komme ich nach den gewissenhaft erledigten Hausaufgaben endlich dazu, ein bisschen zu lesen. Dienstag:...

Veröffentlicht: 17.02.2022
Mittwoch: "Arbeitstag"
Nachdem ich in dieser phantastischen Bar neben der Italienischschule eine Kleinigkeit gegessen habe - Deutschland ist bzgl. street-food ja eher ein Entwicklungsland - mache ich mich im Benetton-Laden in der veroneser Innenstadt auf Schnäppchenjagt: i saldi. Ich liebe diese Wollpullover in un-langweiligen Farben und ich liebe es, Dinge für mir nahestehende Menschen auszusuchen.
Auf dem Heimweg freue ich mich riesig über den "Erfolg" des schlechten Wetters gestern: die südlichen Alpenausläufer haben sich chic gemacht und ihre weißen Klamotten angezogen - es hat bis sehr weit herunter geschneit und war gestern deutlich kälter als in Deutschland.
Donnerstag: Classe e cucinare
Nach dem Kurs mache ich mit Ina, dieser wundervollen alten Amerikanerin Hausaufgaben im Klassenzimmer bis um 13.00 Uhr das social event in der Italienischschule beginnt. Andrea, ein junger italienischer Koch veranstaltet ein gemeinsames Kochen in der cucina der Schule mit ausgesuchten Zutaten, ebensolchem Wein und der Bitte, ihn auf Instagram oder facebook zu liken. Er erzählt, dass er bis vor Kurzem in einem Michelin-Stern-Restaurant gearbeitet hat, alles gut und schön, aber die Arbeitszeiten dort seien doch sehr familien-unfreundlich. Anyways, we have our aperitivo and start cooking: Pizzette di sfoglia e cannelloni ricotta e spinaci.
Ich genieße es einfach, Andrea zuzuhören und nicht mit Anna, Johanna und Nina deutsch reden zu müssen. Zum Glück sind in meinem Kurs neben Ina inzwischen 3 schwarzafrikanische Klosterschwestern aus Eritrea bzw. Kenia, eine 19-jährige Tunesierin, die hier computer science studieren möchte und einen Sprachlevel-B2-Nachweis für die Uni braucht, sowie eine 26-jährige Russin, die in Frankreich verheiratet ist und dort an einem Gymnasium als Englischlehrerin (!) arbeitet, aber keine Deutschen.
Italienisch sein eine Kunst-Sprache, meint Andrea, für die Nachchrichten, die Zeitungen und die Ausländer. Wenn man einen Witz reißen wolle oder sonstwie was emotional ausdrücken, dann würde man dialetto sprechen, aber nicht (Hoch-) Italienisch.
