die kleine Hexe
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Island Tag 7: von Eurasien nach Amerika

Wir starten bei Kerid mit einem erloschenen Vulkan, Sonne und phantastischen Farben. Man kann sich gar nicht satt sehen an den verschiedenen Rot- und Grüntönen und den Vögeln, die in verschiedensten Größen und Formen herumflattern und -piepen, Fotos dazu bei Susanne. 

In Skalholt gibt es nicht nur eine moderne Kirche, die inzwischen zehnte an dieser Stelle, man erfährt auch, dass es in den letzten Jahrhunderten rege Handelsverbindungen nach Dänemark und zum Erzbischof nach Bremen gab. Nicht nur dänischer Tabak wurde importiert, sondern sogar Südfrüchte aus dem Mittelmeerraum und deutsches Porzellan. 

Den größten Wasserfall Islands, den Gullfoss können wir natürlich nicht auslassen. Gewaltig stürzt er sich in zwei Stufen in die Tiefe und biegt dann scharf ab in einen Canyon, für Kayakfahrer ist die untere Stufe sicherlich tödlich. Inzwischen regnet es, aber ob der vielen Gischt macht das keinen großen Unterschied. Natürlich sind hier viele Touristen, hauptsächlich Amerikaner, die Schwarzafrikanierin in schicken City-Stiefelchen bleibt oben stehen, der Koreaner in Badelatschen und Wollsocken meistert die rutschigen Steine souverän. 

Im Ort Geysir gibt es einen Geysir, der im Schnitt alle 6 Minuten ausbricht und teils eine 2-3, teils eine 5 Meter hohe Fontäne erzeugt und sich somit natürlich als Touristenmagnet qualifiziert. Susanne schafft es, ihn zu filmen, ich mag mich nicht so lange in den Regen stellen und begnüge mich mit den kleineren Schwefelquellen, Schlammlöchern und heißen Quellen. 

Wir fahren weiter entlang dieser geologisch hochaktiven Zone bis nach Tingvellir, einem historisch bedeutsamen Ort. Viel interessanter ist allerdings, dass dieser Grabenbruch jedes Jahr ca 2 cm breiter wird und hier, verbunden mit zahlreichen Erdbeben, die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte auseinanderdriften. Plattentektonisch sind wir also heute von Eurasien nach Amerika gefahren. 

Touristisch wird diese Grabenzone außerdem für Taucher vermarktet: für 139€ kann man knappe 100 Meter im Leih-Neo durchs 3° kalte Wasser in der Silfra Spalte schnorcheln, die bis zu 120 Meter tief ist - was beim Schnorcheln aber eher irrelevant ist - und zurück laufen. Erstaunlich viele Menschen machen das, sehen aber auf dem Rückweg meist eher frierend als glücklich aus. Wir investieren unser Geld lieber in ein Abendessen in einer super leckeren vietnamesischen Schnellküche in Reykjavik. 

Summer in the City: es hat 7° und regnet nur leicht :) 

Island

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