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Underground vs. Island

Veröffentlicht: 27.10.2016

Hanoi präsentierte sich uns heute morgen als echte Großstadt - vietnamesische Lebensart mixt sich mit französischem Baustil und bietet ein ähnliches Straßengewimmel wie Saigon - nachdem wir es gestern nur bei Nacht erlebt hatten und gespannt waren, was uns bei Tageslicht erwartet. Gern hätten wir uns ein paar der tollen Sehenswürdigkeiten angesehen - z.B. den Literaturpalast, die Oper oder das Wasserpuppentheater - doch die erste Zugfahrt auf dem Weg zur Insel Cat Ba stand bevor und die Tickets waren auch schon gebucht.

Wir kommen in zwei Tagen auf dem Rückweg noch einmal nach Hanoi und wollen hier auf jeden Fall den Literaturtempel (http://de.vietnam.com/norden-vietnams/staedte/hanoi/sehenswuerdigkeiten/der-literaturtempel-van-mieu.html)

bestaunen 😳

So machen wir uns nach dem Frühstück mit dem Taxi auf zum Bahnhof "Long Bien".

Laut Google Maps ca. 5 km und in 15 min zu erreichen. Der Taxifahrer meint es gut mit uns 😉 und fährt mit uns gefühlt durch ganz Hanoi - oder hat er uns nicht verstanden??? - jedenfalls landen wir nach fast 30 min Fahrt an einem Bahnhof, der allerdings nicht Long Bien hieß. Ich sehe den Namen Gott sei Dank und sage das dem Taxifahrer - er staunt, fährt dann wieder zurück und setzt uns an einer extrem undergroundigen Ecke aus - hierher scheinen sich nur wenige Backpacker zu verirren, die Menschen auf den Straßen sehen uns fragend an und verstehen auch kein Englisch. Jetzt wird es auch mit der Zeit bis zur Zugabfahrt knapp - vorbei an vielen dampfenden Kochtöpfen und unendlich vielen Mini-Ständen auf der Straße, hinweg über Vogelkäfige, Mopedersatzteile, kleinen Hunden, vorbei an Hüten, Melonen, Kokosnüssen und Hühnern...vollbeladenen hupenden Mopeds, pfeifenden Polizisten, die vergeblich versuchten hier etwas zu regeln - suchen wir den Eingang zum Bahnhof. Ein Polizist freut sich über eine Aufgabe (hier immer noch Freund und Helfer) versteht uns dann und erklärt uns den Weg - puh.

Der Zug steht schon bereit. Wie er da so steht und wie wir in ihn hineinklettern müssen, erinnert mich doch sehr an die vielen Zugfahrten während der Lehrzeit 😊

Der Zug hier hatte viel Ähnlichkeit. Er rumpelt also los - wir setzen uns hin - Hard Seat, Soft Seat war aus 😳 - plötzlich spricht uns eine junge Vietnamesin auf deutsch an.

Die Welt ist ein Dorf. Sie möchte im Dezember gern ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau

in Wittenberg beginnen und macht derzeit ihren Sprachkurs am Goetheinstitut in Hanoi 😊 wir unterhalten uns während der Zugfahrt angeregt, erfahren viel über Land und Leute und ihre Familie. Wir erzählen ihr von Deutschland und laden sie ein - Wittenberg liegt ja praktisch vor der Haustür. In Hai Phong, unser Ausstiegsstation, schützt sie uns vor den Touristen haschenden Taxifahrern und handelt für uns einen fairen Preis aus. Das Taxi bringt uns zum Hafen - hm dort angekommen, werden wir gleich wieder umringt von Ticketverkäufern für die Überfahrt zur Insel Cat Ba. Hart bleiben und sich nicht in ein Verkaufsgespräch verwickeln lassen ist hier "überlebenswichtig" 😀

Wir buchen das Super-Speedboot, sehen es uns an und hoffen, dass es seinem Namen noch alle Ehre machen kann (der Anblick ist schon leicht ramponiert).

Hai Phong hat einen recht großen Hafen - sieht ein bisschen aus wie Hamburg - nur schmutziger und technisch auf einem anderen Level. Das Flugwesen muss sich noch etwas entwickeln 😀

Die Überfahrt ist dann recht schön - das Boot macht wirklich Speed, dafür eine Menge Krach und rauskucken is nich - die Scheiben sind so gut wie blind, super halt . Nach unter 1 Stunde Fahrtzeit landen auf der traumhaften Insel Cat Ba, dem größten Archipel in der Halong Bucht.

Unser Hotel liegt in einem Naturressort direkt am Strand - wir finden hier niedliche Bungalows unter Kokospalmen. Nach den letzten Reisetagen, mit den vielen Eindrücken unter tausenden Menschen und extrem viel Verkehr, die totale Entspannungsoase für Augen und Ohren - aaahhh.

Mit Rückblick auf die letzten Tage bekommen wir eine Ahnung, was mit größer werdender Weltbevölkerung, Ressourcenraub und Umweltverschmutzung gemeint ist. Wir leben in Deutschland auf einen extrem hohen Level in jeglicher Hinsicht - schade nur, dass uns die Jugend fehlt.

(Kerstin)

Von meinem iPad gesendet

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