Mistletoe Bay und Queen Charlotte Sound
Morgens um 8 ging es in Wellington auf die Fähre – endlich auf die Südinsel. Die 3-stündige Fährfahrt war ruhig, das Wetter war allerdings leicht regnerisch. Nach mehr als...


Veröffentlicht: 27.12.2016





















Wir fuhren weiter Richtung Westen zum Abel-Tasman-Nationalpark. Dieser Park mit seinen goldgelben Stränden, tiefgrünem Busch und kräftig-türkisfarbenem Wasser ist sicherlich eine ganz große landschaftliche Attraktion Neuseeelands. Der Park selbst ist nicht befahrbar, so bleibt nur der Weg mit dem Boot oder zu Fuß über mehrtägige Wanderwege entlang der Küste von Bucht zu Bucht durch den Busch.
Die Neuseeländer sind ja sehr geschäftstüchtig, was die Unterhaltung von Touristen anbelangt. Und dafür ist Abel Tasman ein perfektes Beispiel. Man geht einfach zu einem Tourenveranstalter in den Orten kurz vorm Park und bucht eine Tour. Dabei gibt es eine Art Baukasten aus Wassertaxifahrt, Wandern, Paddeln im Kajak und bei mehrtägiger Tour Übernachtung in Hütte oder Zelt, um sich seine individuelle Tour zusammenzustellen. Und klar, ganz günstig ist das nicht, aber perfekt organisiert und wirklich lohnenswert.
Wir entschieden uns, mit dem Wassertaxi zu einer Bucht zu fahren und dann 4 Stunden zurückzuwandern, um dann wieder mit dem Wassertaxi zurückzufahren zu unserem Übernachtungsort Marahau. Zum Kajakfahren war uns das Wetter noch zu frisch. Die ganze Logistik der Tourveranstalter war faszinierend: man fuhr auf dem Boot im Anhänger, gezogen von Treckern durchs Dorf rauf den Strand und ab ins Wasser, bis das Boot schwamm. Andere Trecker waren unterwegs mit Kajaks auf dem Anhänger, um diese zu den vereinbarten Startpunkten zu bringen. Am Nachmittag ging es auf die gleiche Weise wieder zurück. Im Ort fuhren fast so viele Trecker rum wie Campervans…
Auch wenn das hier eine ziemliche Massenabfertigung ist, muss man im Nachhinein trotzdem sagen, dass es sich absolut lohnt, eine Tour dort zu machen. Der Nationalpark ist auch so groß, dass sich die Menschenmassen doch recht gut verteilen und man die sagenhafte Natur und die grandiosen Ausblicke genießen konnte. Und der Wettergott meinte es recht gut mit uns, im Laufe des Tages zeigte sich immer mehr blauer Himmel und die Sonne schien. Das Wassertaxi machte mit uns auch ein wenig Sightseeing, wir fuhren z. B. nah an eine Insel heran, um Robben zu sehen und zum Split-Apple-Felsen. Die Boot-Fahrt an sich war, zumindest für uns Ahnungslose, auch aufregend, die Schubkraft des 250-PS-Außenborder wurde jedenfalls so genutzt, dass mein Käppi vom Kopf flog und nun irgendwo im Pazifik schwimmt…
Wir fuhren nach den 2 Tagen in Marahau weiter nach Pohara Beach, ein kleines Örtchen direkt am Strand, um von dort aus die Golden Bay jenseits des Endes des Abel-Tasman-Parks zu erkunden. Da die Wetteraussichten allerdings eher bescheiden waren, mieteten wir uns für 3 Tage eine Cabin auf dem Campingplatz. Das war auch gut so, wir hatten einen ergiebigen Dauerregen von mehr als 30 Stunden. Die Wolken hingen so tief zeitweise, dass die Hügel hinterm Ort nicht mehr zu sehen waren. So verbrachten wir die Zeit mit organisatorischen Dingen wie Reiseplanungen und Blog-Schreiben. Dabei ging auch mal ne Dose deutsches Billig-Bier drauf (nein, nicht HansA, sondern Bit oder Radeberger ist hier das Billigbier). Sehr praktisch war auch, dass direkt vorm Campingplatz eine von mehr als 1 000 Spark-Telefonzellen mit Wifi-Access war. Da ich eine Spark-Mobilfunkkarte habe, konnte ich dort mit dem Smartphone oder Notebook online gehen. Und der Tante-Emma Laden direkt daneben hatte Sitzbänke und Schirme draußen. Ein perfekter Arbeitsplatz!
Nach eineinhalb Tagen auf 8 Quadratmetern zog es uns bei leichtem Nieselregen dann doch mal wieder aufs Motorrad und wir machten eine Tour hoch zum Nordzipfel der Südinsel über Collingwood nach Farewell Spit, eine mehr als 10 km lange Sandbank, die jedoch nur mit einem Tourenveranstalter betreten werden darf. Wir verzichteten darauf, hatten aber etwas Glück mit dem Wetter und konnten die Sandbank ganz gut sehen. Wenn es auch zwischendurch etwas genieselt hat, war es trotzdem eine lohnenswerte Tour in diese ziemlich einsame Ecke. Kein Vergleich mit dem Trubel in Marahau.
