Marrakesch (2) und Atlas Gebirge
Es ist Mittwoch der zweiten Woche. In den letzten Tagen war ich erkältet, wie nervig. Also was machen? Erst wollte ich eine 3-Tage-Tour durch die Wüste nach Merzouga machen. Aber...

Veröffentlicht: 03.11.2026



















Ich war lange in Marrakesch und Umgebung. Heute, Samstag geht es mit dem Zug in die alte Königsstadt Fes. Erste Klasse, aber das heißt nicht viel, außer dass man einen festen Sitzplatz hat. Pünktlich ist der alte Zug, aber leider gibt es keinen Strom. Viel zu tun habe ich nicht, also schaue ich mir die immer grüner werdende Landschaft an oder spiele auf meinem Gameboy Klon. Vorbei geht es an Casablanca und Rabat. Alle die ich getroffen habe, Reisende und Einheimische, sagen Casablanca ist eine langweilige Industriestadt und es gibt da, außer einer riesigen Moschee nichts zu sehen. Ich werde die Stadt auslassen. Mit dem Taxi geht es zum Hostel. Das ist gut, aber es lebt da eine Familie mit drin mit einem lauten kleinen Kind und die feiern auch noch Geburtstag. Ich gehe noch mit einem New Yorker, der für Kamala Harris gearbeitet hat, was essen. Auch mit im Hostel ist ein Zimmermann und Lebenskünstler aus London. Verrückter Typ, der mit seinem Fahrrad durch Marokko fährt und viel zu viel Haschisch raucht. Aber wir drei haben einen lustigen Abend.
Was mich sehr interessiert, sind alte, antike Städte. Deswegen habe ich eine Tour nach Volubilis gebucht. Eine römische Stadt, die mal 20000 Einwohner zählte. Ein Unding bei den Touren ist, dass man immer an irgendwelchen Orten 5 Minuten anhält für ein Instagram Foto. Ohne weitere Erklärung. Geblitzt wird der Fahrer auch noch. Egal, die Stadt ist super und sehr interessant. Viele Mosaike, die Pixelart der Antike, mit bekannten Legenden von Herkules und anderen Heroen und Göttern. Bäder, Säulen, Ölpressen, Thermen, alles da. Leider hat man uns nur 1,5 Stunden gegeben. Danach geht es zu einem weiteren Fotostopp und weiter zur Stadt Meknes, eine der 4 Königsstädte. Dort haben wir 3 Stunden Zeit, die Stadt zu erkunden. Die Zeit hätte man besser aufteilen können. Ist okay, nicht so beeindruckend. Es gibt eine Medina, eine Stadtmauer und das Mausoleum von Moulay Ismail zu sehen. Ich mag die arabische Architektur, die ist sehr mathematisch. Viele geometrische Figuren, viel Symmetrie und Periodizität. Abends in Fes bin ich ein wenig durch die Medina gelaufen, die größte autofreie Medina der Welt.
Es ist Montag. Heute ist der Plan Fes zu erkunden. Um 10 Uhr treffe ich mich mit Youseff zum Tee. Er ist Lehrer für Islam und echt ein netter Mensch, ich bekomme ein paar Tipps von ihm. Ich starte am Bab Boujloud und gehe die Medina an einem Hauptweg Richtung Osten. Auf dem Weg liegt eine Madersa, ein Mausoleum vom Moulay Idriss dem Zweiten und die Moschee und Universität Karaouiyne. Jeder hat seine eigene Definition von Universität. Alle diese Gebäude darf man als Nichtmuslim nicht betreten. Ich schaue mir ein Museum der Tischlerei an, alle möglichen Dinge, die aus Holz gefertigt werden, sind dort ausgestellt. Wanddekorationen, Kisten, Möbel, Türen und so weiter. Mittag gibt es in einer sehr belebten Seitenstraße, eine Empfehlung von Youseff. Es gibt Bohnensuppe mit Olivenöl. Was bei den Fleischern so hängt, grenzwertig. Danach gehe ich zu den berühmten Gerbereien von Fes. Aber ich schaue die mir dann doch nicht an. Es stinkt, ist eine gefährliche Arbeit und tote Tierfelle muss ich mir auch nicht anschauen. Außerdem nerven die Menschen dort. "Hello, where are you from?", "Haschisch?", "Come to my shop." immer und immer wieder. Die Medina ist sehr verwirrend und natürlich verlaufe ich mich auf dem Rückweg. Dann kommt ständig jemand und behauptet die Straße wäre geschlossen, um dann gegen Geld den angeblich richtigen Weg zu zeigen. Wie überall wo viele Touristen sind, sind die Menschen charakterlich schlechter. Abend gehe ich zu einem Aussichtspunkt bei der alten Stadtmauer wo man eine sehr gute Sicht über die Altstadt hat. Ich ziehe noch in ein neues Hostel mit sehr guten Gemeinschaftsbereich.
