Amizmiz
Am Nachmittag geht es mit dem normalen Bus, sehr günstig, nach Amizmiz. Beim Einsteigen herrscht starkes Gedränge, egal ob Mann oder Frau. Der Bus ist voll, viel Körperkontakt....


Veröffentlicht: 27.10.2026
















Die Texte werden kürzer, versprochen. Wer viel sehen will, muss viel Zeit in Bussen verbringen. Ich habe mir einen (privaten) Bus in die kleine Küstenstadt Essaouira gebucht. Eine Übernachtung, dann geht es am Nachmittag zurück. 3 Stunden jede Richtung. Die Stadt ist nicht sehr groß, aber hat eine schöne Medina mit Stadtmauer und kleiner Burg. Das Wetter ist gut, um 25 Grad, aber sehr windig. Der Atlantik ist mir zu kalt, bis zu den Knien gehe ich rein, mehr geht nicht. Aber der Nachmittag vergeht auch so am Strand. Ebbe und Flut sind stark. Abends schaue ich mir den Markt an, viel Krempel dabei. Hier gibt es viel mehr Bettler als in Marrakesch. Ich merke, dass ich krank werde.
Die Nacht im Hostel war super, das Frühstück sehr gut mit netten Gesprächen. Das Hostel hatte mir Kristina empfohlen, die ich letztes Jahr in Vietnam kennengelernt hatte. Ich mache eine Strandwanderung, schaue mir den Hafen und das Treiben dort an. Und ich kaufe ein paar Fische. Vermutlich Sardinen, aber habe die Frau nicht verstanden. Damit geht es zu einem dieser Restaurants, bei denen man sein eigenes Essen mitbringt, was dann vor Ort gegrillt wird. Ich fand es gut, aber viel zu aufwendig zu essen. Vorerst nicht nochmal. Am Strand verbringe ich die Zeit, bis der Bus kommt. Hier kann man surfen lernen, Quad fahren und mit Kamelen und Pferden reiten. Ich lerne, dass Karthager, Römer, Vandalen und Berber die Stadt beherrscht haben. Auf der Fahrt im Bus sieht man schon, dass die ländlichen Gegenden noch wenig entwickelt sind.
Es ist Dienstag, eine Woche ist bereits vergangen. Heute habe ich eine Tour gebucht. Erster Halt ist an einer Burg in der Agafay-Wüste, um Fotos zu machen. Wobei Wüste übertrieben ist. Es gibt schon ein paar Olivensträucher und Bäume und trocken ist es nur ein halbes Jahr. Danach ging es zum Kamelreiten, einmal 15 Minuten eine kleine Runde gedreht. Ja, war okay. Dazu hat man uns halb traditionelle Kleidung gegeben und einen Turban gebunden. Bei einem Frauenkollektiv gab es was zu essen. Die produzieren Arganöl, das gibt es hier an jeder Ecke. In Imlil angekommen, startet endlich die Wanderung, circa 2 Stunden. In der Gegend werden Äpfel, Kirschen, Aprikosen und Walnüsse angebaut. Man fühlt sich fast ein bisschen heimisch. Der Weg führt durch einige Berberdörfer, die sehen alle ähnlich aus und sind an Hängen gebaut. Mir gefällt das Imlil Tal schon sehr. Highlight waren ein paar Wasserfälle. Zum Schluss gibt es angeblich traditionelles Berber Essen, na ja. War in einem Restaurant und ich hatte schon bessere Tajine. Zurück in Marrakesch habe ich noch das Hostel gewechselt, außerhalb der Medina. Die Enge und die Motorräder nerven dann doch.
Zum Thema Alkohol: In allen Hostels war bisher Alkoholverbot. Im Supermarkt gibt es Bier, ansonsten sehe ich in keinem Restaurant Alkohol und auch keine Werbung dafür. Ist ja auch nicht verkehrt. Haschisch dagegen bekommt man recht einfach.
