Veröffentlicht: 22.11.2025





















Die Woche begann wieder mit einem schönen Gottesdienst und mit gemeinsamem Kaffeetrinken und Austausch auf der Terrasse. Immer wieder ein Highlight. Und es kam die Anfrage, ob wir zum 2. oder 3. Advent nach Panama kommen, wo es auch eine kleine Gemeinde gibt. Wie aufregend! Wir kommen immer mehr hier an.
Montag war dann wieder Chorprobe, die richtig Freude macht. Danach bin ich allerdings auch immer platt. Wir, besonders ich, müssen doch sehr mit unseren Kräften haushalten. Seit wir hier sind, habe ich mit Kopfschmerzen und Verspannungen zu tun. Das ist weniger schön.
Am Dienstag gab es Café Treffsicher in der Gemeinde; zum Mittagessen waren wir bei einer sehr interessanten Frau eingeladen, die schon als Kind viel rumgekommen ist, da der Vater Diplomat war. Sie spricht fließend mehrere Sprachen. Abends eine Einladung zu Wein und Käse bei einer entsandten Lehrerin aus Deutschland, die seit 5 Jahren hier an der Humboldtschule unterrichtet.
Am Mittwoch wollten wir zum 2. Mal an den Pazifik fahren, diesmal an einen anderen Strand. Was hier in Costa Rica mit Sicherheit nicht verlässlich ist, ist die Wetterapp und die voraussichtliche Fahrzeit zu einem Ziel. Wir hatten für die knapp 90 km mit zwei Stunden Fahrt gerechnet. Insgesamt waren wir hin und zurück 7 Stunden unterwegs. Hin ging es eine sehr kurvenreiche Strecke durch die Berge, eine wunderschöne Fahrt aber anstrengend. Zurück die Schnellstraße, die aber keine war, da es viele Staus gab. Aber der Strand Playa Mantas war ein Traum. Wir wurden gewarnt vor Affen. Aber Strand setzte ich nur kurz meine Tasche mit Getränk und Bananenchips ab – und wie aus dem Nichts klaute ein Affe mir die Chips und verschwand im Baum. Wir passten danach um so mehr auf unsre persönlichen Gegenstände auf, besonders auf Handy und Geld. Wir fanden einen Platz unter Palmen, einfach nur schön. Es war deutlich heißer als in San José. Auch das Baden war traumhaft; so warm haben wir den Pazifik noch nie erlebt. Wir blieben nur 2,5 Stunden, denn wir wollten nicht im Dunkeln fahren, und es wird hier schon um kurz nach 17:00 dunkel.
Am Donnerstag besuchten wir eine Frau, die aus Bremen stammt und hier seit ihrem Architekturstudium lebt und Unglaubliches aufgebaut hat. Sie wohnt auf dem Berg wie in einem kleinen Urwald, den sie ebenfalls selbst mit ihrem Mann pflanzen ließ. Dort hatte sie vor Jahrzenten ein großes Grundstück erschlossen (nur grüne Wiese) und ein ganzes Condominio gebaut, d.h. viele Villen, die von prächtigen Gärten umgeben sind. Sie hat sich hier in San José richtig einen Namen gemacht. Das ganze Areal ist abgesichert und man kommt nur herein, wenn man angemeldet ist und die Passnummer hinterlässt. Es waren nur 14 km bis dorthin, die Fahrzeit hin und zurück hat aber über zwei Stunden gedauert. Besonders zurück und leider auch im Dunkeln gab es einen riesigen Stau. Dennoch möchten wir diese Begegnung nicht missen.
Am Freitag fuhren wir auf eine Kaffeeplantage, die einem 88-jährigen Deutschen gehört, der ebenfalls in jungen Jahren hierher kam. Die letzten Kilometer war die Fahrt recht abenteuerlich aber berauschend von der tropischen Landschaft. Die Plantage liegt 1600 Meter hoch, somit war es deutlich kühler. Wir wurden sehr freundlich empfangen und herumgeführt. Traurig ist, dass sich der Kaffeeanbau nicht mehr rentiert und sogar zum Verlustgeschäft geworden ist. Seit seine Frau vor zwei Jahren gestorben ist, ist seine Empleada Rosasalva für ihn sehr wichtig geworden, da er mittlerweile auf viel Hilfe angewiesen ist. Die Rückfahrt war – wie sollte es anders sein – wieder sehr zäh und anstrengend.