Im Paradies
Unsere erste richtige Auszeit am Pazifik in Montezuma vom 15.-19. Dezember. Sieben Stunden waren wir unterwegs – mit Auto und Fähre, bev

Veröffentlicht: 27.12.2025










Wer den Film kennt „Liebe braucht keine Ferien“, hat sicher schon mal von „Santa Anna“ gehört, dem Wind, der um Weihnachten in Los Angeles weht. So ist es auch hier. Seit einiger Zeit weht es kräftig, sodass man möglichst eine Jacke dabei haben sollte. Wenn die Sonne scheint, ist es aber schnell zu warm. Diese Passatwinde nennt man hier „Alisios“ oder auch Papagayo-Winde.
Da die Organisatorin für das Krippenspiel am Heiligabend krankheitsbedingt ausfiel, mussten Martin und ich improvisieren. Kinder und Eltern hatten sich bereiterklärt; und so trafen wir uns nach dem Gottesdienst am 4. Advent zur Rollenaufteilung. Martin hatte noch eine Vorlage für das Krippenspiel von vor vier Jahren in Lima, wo aufgrund der Corona-Pandemie auch nichts eingeübt werden konnte. So haben Martin und ich die Weihnachtsgeschichte kindgerecht erzählt, und die Kinder haben es mit Kostümen und Accessoires nachgestellt. Zwischendurch wurde viel gesungen, immer passend zum Text. Der Gottesdienst wurde sehr gut angenommen, und die Kinder waren ganz bei der Sache und sehr stolz. Zwei Kinder durften mit mir auch noch die Glocke zu Beginn und zum Abschluss läuten. Der zweite Gottesdienst, ebenfalls bei voller Kirche, war dann eher festlich. Die Gemeinde hier singt ja sehr kräftig mit. Eine Besucherin aus Deutschland begleitete mit der Bratsche, und das Nachspiel gestaltete ein Hornist aus den USA, den der Botschafter organisiert hatte. Nach den beiden Gottesdiensten waren wir beide aber auch platt. Am 1. Weihnachtsfeiertag fand kein Gottesdienst statt. Dafür erhielten wir aber eine Einladung zum Essen von einer Kirchenvorsteherin, die mir besonders nahesteht. Es gab Rotkohl und Schweinebraten, zum Nachtisch Weihnachtskekse und Glühwein. Noch zwei Ticas waren eingeladen, sodass wir nur spanisch miteinander sprachen.
Und wir hatten noch ein Video-Telefonat mit unseren Kindern, was uns besonders wichtig war.
Durch Zufall erfuhren wir, dass man je nach Autoendnummer an einem Wochentag nicht mit dem Auto fahren darf. D.h. die Stadt wäre eigentlich noch voller. Wir waren aber ahnungslos unterwegs und hatten Glück, nicht angehalten worden zu sein.
Hier in San José gibt es eine verrückte Kreuzung: sie geht praktisch überkreuz, d.h. die komplette Fahrbahn der rechten Seite wechselt auf die linke und umgekehrt und nach der Kreuzung wieder zurück. Durch die Ampel klappt das aber recht gut. Und gleichzeitig sind dort Auffahrten auf eine Schnellstraße.
Nun noch was ganz Persönliches: wir haben nach vielen Überlegungen vor Weihnachten entschieden, im Januar genau nach drei Monaten zurück nach Deutschland zu kommen. Die Wohn- und Lebenssituation hier in San José übersteigt unsere Kräfte und geht deutlich an unsere gesundheitlichen Reserven. So werden wir auf einiges verzichten: Besuch aus Deutschland, aus Lima, Besuch der Pastorin, die sich auf diese Stelle beworben hat, unser Besuch in Lima und Panama. Wir glauben, dass das für uns beide das beste ist. Und wir freuen uns sehr auf unsere Kinder und Enkel, auf unser gemütliches Haus und die Ruhe. Anfang Januar fahren wir noch für ein paar Tage in einen Nationalpark, was fast auch nicht geklappt hätte. Davon werde ich dann das nächste Mal berichten. Und am 21.1.26 kommen wir hoffentlich heil und gesund in Deutschland an.