Honigernte
Wie jedes Jahr im Frühsommer, sollte es auch dieses Jahr wieder eine Honigernte geben. Dass diese im laufenden Jahr etwas kleiner ausfallen würde, als üblich, war schon im April...


Veröffentlicht: 30.06.2026
Als einer von Sebbs Kollegen, ein ehemaliger Berufskraftfahrer für Reisebusse, von unseren Plänen erfuhr, hatte er ordentlich was zu erzählen. Wie seine erste Fahrt in den 90ern mit einem Reisebus nach Portugal verlaufen war, was damals alles passiert war, was man sich unbedingt ansehen musste, worauf man achten musste, wie das Mautsystem in Portugal funktionierte, wo es eine gute Werkstatt gab und, und, und...
Sebb, der geduldige Zuhörer, verfolgte die Erzählungen mit großem Interesse, Probleme die andere schon gehabt hatten, ließen sich mit guter Vorbereitung und Planung vielleicht vermeiden. Vom Mautsystem in Portugal hatten wir bisher nur auf unseren Transits vom Flughafen zum Urlaubsort etwas mitbekommen, damals hatten sich jedoch die Veranstalter oder die Busunternehmen gekümmert, wir waren davon weitgehend unberührt geblieben. Also setzte Sebb sich wieder einmal hin und recherchierte auf der Webseite des großen deutschen Automobilvereins.
In Portugal gab es keine Vignettenpflicht, Landstraßen waren also für uns frei. Auf den Autobahnen jedoch wurde streckenabhängig Maut erhoben und zwar auf zwei Arten. Entweder konventionell mit Mautstation und Schranke oder rein elektronisch. An der klassischen Mautstation hätten wir keine Probleme, aber auf den Abschnitten, auf denen rein elektronisch abgerechnet wurde, kam man nur mit einem entsprechenden Transponder weiter. Wir würden bei späterer Gelegenheit entscheiden müssen, ob ein Maut-Transponder für uns notwendig werden würde oder ob wir einfach auf den Landstraßen bleiben mochten.
Die nächste Frage in dem Zusammenhang war, in welche Fahrzeugkategorie unser Gary einzuordnen war. Es wurde nach Gesamtgewicht und Höhe an der Vorderachse unterschieden. Kategorie 1 waren Motorräder und Pkw mit maximal 1,10 Meter Höhe an der Vorderachse, diese Beschreibung passte nicht zu unserem Gefährt. Die zweite Kategorie umfasste alle Fahrzeuge mit zwei Achsen und einer Höhe über 1,10 Meter an der Vorderachse – ja, das beschrieb Gary ganz gut. Die Kategorien 3 und 4 waren dann den 3- oder mehr- Achsern, also Bussen und LKW vorbehalten.
So weit so gut. Jetzt wussten wir über die Maut in Portugal Bescheid, es blieben nur noch alle anderen Länder, die wir auf dem Weg bis dahin durchqueren würden.
