Veröffentlicht: 05.01.2025
Dann wurde das ganze Wohnmobil von uns das erste Mal richtig in Betrieb genommen. Die Gasflasche wurde angeklemmt, der Bordstrom angeschaltet und alles ausprobiert: Kocher, Heizer, Boiler, Dusche, Wasserhähne...Und es tauchten die ersten Dinge für kommende Reparaturen auf, der Wasserhahn in der Toilettenkabine startete zwar die Wasserpumpe, aber heraus kam nichts, die Pumpe arbeitete hörbar gegen den Widerstand in der Leitung, aber der Hahn blieb trocken. Das war der erste Punkt, der auf unsere Mängelliste kam, gleich nach Motor abdichten und Polster reparieren. Es war eine Freude zu sehen, dass der Verkäufer uns bisher an keinem Punkt einen Mangel verschwiegen hatte, alles lief. Altersgerecht aber funktionsfähig, selbst der Heizer, der nach Aussage des Verkäufers nie benutzt wurde war, lief beim ersten Versuch an. Der Boiler tat sich da schon etwas schwerer, die komplette Gasleitung musste leer gewesen sein, denn die Therme sprang immer wieder in den Fehlermodus „kein Gas“. Es dauerte bestimmt zehn Versuche bis das Gas aus der Flasche endlich am Boiler ankam und die Therme lief. Von außen konnte man nun sehen und fühlen, dass aus dem Dachauslass die Abluft aus dem Heizer aufstieg und die Flamme des Boiler-Gasbrenners war auch gut zu sehen.
Es zeigte sich auch, dass zum Abspülen schneller Wasser auf dem Herd warm zu machen war, als mit dem 10-Liter-Boiler. Zum Spülen reicht ja 1 Liter heißes Wasser zum Zumischen.
Einer der Vorbesitzer hatte in einer Ecke der Sitzgruppe eine 2er-USB-Ladedose installiert, sehr schlau, denn dort konnten wir unser DAB+Radio und Sebbs Handy zum Laden anhängen. Die 220 V-Stromdosen funktionierten ja nur, wenn wir am Landstrom hingen. Zwar hatten wir einen Zigarettenanzünder-auf-USB-Adapter mitgenommen, aber der wäre ja auf die Motor-Batterie gegangen. So konnten wir nun einfach Strom ziehen, um Licht und Radio zu betreiben ohne Gefahr zu laufen am Folgetag das Auto nicht mehr starten zu können.
Sehr luxuriös.
Zum Abendessen gab es Ravioli aus der Dose, einen Klassiker der Camper und Studenten‑WGs und eine langen Abendspaziergang, bevor wir den Tag im Camper ausklingen ließen.
Die erste Nacht schliefen wir auf dem Bett im Bug, das über den Sitzen an der Decke montiert war, heruntergelassen werden konnte und nur per Leiter zu erreichen war.
Das Bett war bequem, aber durch die Verglasung rund um uns herum war es kälter, als wir erwartet hatten. Der Schlafplatz hatte aber den großen Vorteil, dass sonst im Gary nichts umgebaut werden musste, die Sitzgruppe konnte bleiben wie sie war.
