Veröffentlicht: 29.03.2025
Der Winter war kalt geblieben, sodass wir Gary einfach in seiner Scheune hatten stehen lassen. Doch nun wurde es Februar, vielleicht der wärmste der Wetteraufzeichnungen, und der Frühling begann. Unsere Bienen nutzten die ersten warmen Tage bereits, um sich langsam wieder auf längere Ausflüge vorzubereiten oder zumindest, um in ihrem Stock aufzuräumen und alles herauszuwerfen, was über die kalten Monate angefallen war.
Für uns wurde es Zeit endlich einen Werkstattermin bei den LKW-Profis in Engelsdorf zu machen. Sebb griff zum Telefon und wir bekamen einen Termin am sechsten März, morgens viertel acht...ja, sieben Uhr fünfzehn… und dann, wie schon im November besprochen, eine Stunde Begutachtung und am Ende sollte es einen Reparaturplan geben.
Sebb rief daraufhin den Bekannten mit der Scheune an und vereinbarte, dass wir am ersten Wochenende im März Gary wieder abholen würden, um mit ihm in die Werkstatt zu fahren.
Zweiter März vierundzwanzig. Es war zehn Uhr als wir endlich das erste Mal wieder in Brandis waren. Wir waren für alle Eventualitäten gewappnet. Wir hatten Werkzeug dabei, ein Starthilfekabel, eine Starterbatterie, welche wir uns beim eingewinterten Motorrad geborgt hatten und eine Luftpumpe. War Gary gut durch den Winter gekommen? War noch Luft auf den Reifen? War er auch nicht zu sehr ausgelaufen? Was würde passieren, wenn Sebb den Zündschlüssel umdrehte? Auf den ersten Blick gab es … keine bemerkenswerten Auffälligkeiten. Ja, es war etwas Öl abgetropft, vielleicht 5 Tropfen. Ein bisschen Staub hatte Gary natürlich angesetzt, aber das war ja zu erwarten gewesen. Die Luft auf den Reifen hatte gehalten.
Nun kam der Moment der Wahrheit. Würde der Motor anspringen? Das Zündschloss hakelte etwas. Die Vorglühzeit der Kerzen zog und zog sich, dann ging die Vorglühlampe aus. Beim ersten Versuch war Sebb zu zögerlich und nach wenigen Umdrehungen ging der Motor wieder aus. Beim zweiten Versuch ließ Sebb den Anlasser dass etwas länger laufen, etwas Druck auf das Gaspedal und … siehe da! Der Motor sprang an und das WoMo erwachte in die neue Saison.
Auf dem Heimweg nach Leipzig machten wir noch einen kurzen Stop an einer Tankstelle. Luft auf die Reifen pumpen und Öl kontrollieren. Dann ging es ab nach hause.
