Architektur zwischen Kolonialzeit und kommerzieller Hypermoderne

Aufgeräumt, herausgeputzt, geordnet ... in diesen bürgerlichen Kategorien ließ sich Guadalajara einwandfrei beschreiben. Vielleicht lag es auch an den Feiertagen. Die Geschäfte hatten geschlossen, Anwohner, Gäste und Touristen flanierten durch die Altstadt. Weihnachtsmarkt und Kleinkunst sorgten für Kurzweil.

Guadalajara wurde bereits 1542 gegründet, 50 Jahre nachdem Kolumbus Amerika für die Europäer entdeckt hatte. Der spanische Kolonialstil war allgegenwärtig und zeugte von enormem Reichtum. Unser Frühstück nahmen wir in einem Hotel, das aus dem Jahr 1610 stammt.

Die Architektur der Planstadt wurde in den 50er und 60er Jahren durch moderne Betonbauten ergänzt, im lateinamerikanischen Stil. Brutalismus mit aztekisch anmutenden Stilelemente. Besonders beeindruckte mich der Markt. Stufenlos wanden sich kleine Geschäfte auf mehreren Ebenen um überdachte Innenhöfe. Leider sind viele Gebäude aus dieser Zeit nicht gut gealtert.

Den späten Nachmittag verbrachten wir abseits im modernen Hotelkomplex, wo wir Andys Freunde besuchten. Dort entstand eine kommerziell-private Doppelstadt, die mit H&M, Burgergrill, klimatisierten Arkaden wieder einmal an amerikanische Malls erinnerte.

Abends gingen wir in ein Varieté. Mexikanische Musik und kabarettistische Einlagen ... ich verstand kein Wort und hielt mich an meinem Corona light fest.

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