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Meines Wissens ist Koh Pangan nicht unbedingt als Tauchparadies bekannt, dennoch gibt es einige Stellen,  an denen zu tauchen lohnt, so zum Beispiel in der Bucht von Mae Haad vor der vorgelagerten Insel Koh Ma.

Koh Ma liegt kaum 100 Meter vor dem  Strand von Mae Haad,  bei Ebbe leicht zu Fuß über eine Sandbank zu erreichen. Ich war schon öfter mit Taucherbrille und Schnorchel rund um Mae Haad unterwegs, und habe dabei immer einige farbenprächtige Fische zu sehen bekommen, aber das Beste sollte noch kommen.

Von meinem Resortbetreuer bekam ich freundlicherweise und völlig ungefragt Taucherbrille mit Schnorchel zur Verfügung gestellt, die wohl frühere Gäste liegen gelassen hatten. Flossen hatte ich leider keine, dafür zog ich meine Wasserschuhe an, die ich in Kenntnis des Strandes von Mae Haad diesmal wohlweislich mitgebracht hatte, und die noch wichtig werden sollten.

Vor zwei Jahren war ich schon einmal vor Koh Ma schnorcheln, allerdings nur entlang der Sandbank,  was jetzt nicht wirklich berauschend gewesen war. Diesmal wollte ich weiter draußen ins Wasser,  wo sich die Bucht ins offene Meer öffnet. Dazu lief ich am Nachmittag über die Sandbank nach Koh Ma hinüber, was zu dieser Tageszeit kein Problem war. Ich hatte das zwei Tage vorher schon einmal vorgehabt, aber wieder verschoben, weil am Morgen das Wasser steigt und ich hätte bei meiner Rückkehr wahrscheinlich Probleme mit dem steigenden Wasserstand bekommen. Ich hatte da noch eine Tasche dabei, die ich beim zweiten Versuch vorsichtshalber in der Hütte gelassen hatte - ich brauchte sie auch nicht. Jetzt hatte ich nur Taucherbrille, Schnorchel und meine Kompaktkamera dabei, die in eine wasserdichten Schutztasche steckte. Die Tasche war ein Versuch,  günstig an Unterwasserfotos oder Videos zu kommen und sollte bis zu einer Tiefe von 5 Metern wasserdicht sein - tiefer würde ich sowieso nicht schnorcheln - ein professionelles und wesentlich teureres Unterwassergehäuse musste es erst mal nicht sein. Leider hatte ich keine wirklich passende Tasche für meine Kamera finden können und musste mich mit größeren Einschränkungen abfinden. Als erstes war die Tasche eigentlich zu klein - ich hatte vor dem Kauf alles abgemessen und recherchiert und war zu dem Ergebnis gekommen, dass es reichen könnte. Je nachdem wie die Kamera in der Tasche lag, klappte es auch, aber manchmal stieß das Objektiv beim Ausfahren gegen die äußere Taschenwand, worauf sich die Kamera automatisch ausschaltet. Ausserdem konnte ich nur Videos aufnehmen,  also keine Fotos machen, weil der Auslöser nicht erreichbar war. Selbst der Videoaufnahmeknopf war durch die Tasche nur schwer zu bedienen und weil die Anzeigekontrolle durch Taucherbrille und Tasche kaum erkennbar war, hatte ich keine Rückmeldung,  ob jetzt aufgenommen wurde oder nicht, wodurch mir viele wunderschöne Situationen leider entgangen sind. Aber alles besser als nichts. Ich hatte eine ähnliche Tasche auch für mein Handy gekauft, aber da funktionierte gar nichts. Auch hier funktionierte Lediglich die Videofunktion, aber auch nur, wenn ich das Video über Wasser startete, unter Wasser war das nicht möglich. Ich nehme an, dass der Touchscreen durch den Wasserdruck irritiert wird.

So ausgerüstet marschierte ich also über die Sandbank nach Koh Ma, und dort am steinigen Strand entlang Richtung einer Gruppe Felsen , wo ich ins Wasser steigen wollte. Der Weg dorthin wurde aber trotz meiner Wasserschuhe zunehmend unwegsamer, weshalb ich schon früher ins recht seichte Wasser stieg. Aber auch hier musste ich erst über einige kleinere Steinbrocken klettern, bis ich tieferes Wasser erreichte.

Was ich dann allerdings zu sehen bekam, erstaunte mich dann doch sehr. Ich war schon an anderen Stellen in Mae Haad geschnorchelt, aber ausser Fischen und einigen wenigen Korallen gab es da nur Felsen zu sehen. Hier war alles voll mit verschiedenen Korallen,  nur vereinzelt waren überhaupt noch Felsen oder sandige Unterboden sichtbar. Ich bin mit den einzelnen Korallen oder Schwämmen leider nicht vertraut, aber es war eine kuriose und fabelhafte Welt auf die ich da blickte, die mir auch schwerfällt mit Worten zu beschreiben. Farblich gab es leider wenig Unterschiede, fast alles erschien in verschiedenen Erd-und Sandtönen, grau bis schwarz, auch helle Farben bis hin zu weißen. Aber bunte Farben an sich gab es eher wenige. Hin und wieder tauchte mal eine äußerst ungewöhnliche Form in grellsten Blau auf, die sich sofort farblich vom Rest deutlich abhob. Die Formenvielfalt allerdings war berauschend und begeisterte mich total, eine richtige Fabelwelt. Dazu gesellten sich dann auch noch alle möglichen Fische,  die wiederum zum Teil sehr farbenprächtig daher kamen, wie zum Beispiel grosse Papageienfische. Ich sah auch einige große wellenförmige Muscheln, die sich jedoch sofort verschlossen, wenn ich in die Nähe kam.

Ich bewunderte diese neue fremde Welt von der Wasseroberfläche aus ohne mich in tiefere Schichten zu wagen, da war die Kamera dann doch eine kleine Behinderung.

Die Sonne stand schon recht tief und beschien die Korallen und Fische nur noch sehr schwach,  wodurch die ohnehin schon blassen Farben noch schwächer wurden,  weshalb ich mich entschloß, mich in Richtung Strand zu bewegen.  Das jedoch war gar nicht so einfach wie ich sehr bald feststellen musste. Ich befand mich mehr oder weniger im offenen Meer,  außerhalb der den Weg zum Strand versperrenden Korallenbänke. Bei Flut stellten die kein Hindernis dar, aber jetzt ging es schon deutlich in Richtung Ebbe und das Wasser stand teilweise so flach, dass ich nicht mehr über die zum Teil scharfen,  zumindest aber rauen und empfindlichen Korallen hinwegschwimmen konnte. Ich versuchte mir einen Weg durch das uneinsichtbare Labyrinth zu bahnen, was aber äußerst schwierig war, weil überall irgendein ein großer Korallenblock den Weg versperrte und nirgendwo ein freier Durchgang zu erspähen war. Jetzt nur keine Panik,  sondern ruhig bleiben und weiter suchen. Zum Glück hatte ich die Wasserschuhe, mit denen konnte ich versuchen, freien Untergrund zu finden und zwischen den einzelnen Korallen aufzutreten und mich so langsam weiterzukämpfen. Ohne die Schuhe wäre ich echt verratzt gewesen. Hätte ich jetzt statt der Schuhe Flossen an den Füßen wär ich echt verloren gewesen. Es war auch so schon kompliziert genug durch die Korallen hindurch zu kommen ohne größeren Schaden,  weder an den Korallen noch an mir, zu verursachen. Aber schließlich erreichte ich sandigen Untergrund und konnte mich an den Strand retten. Die Sonne war jetzt fast schon weg, bald wäre es auch noch dunkel geworden.....

#koh pangan #koh ma #schnorcheln
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