Lübbenau - zwischen Fließen und Gurkenmeile
Am Nachmittag zieht es uns nach Lübbenau – ja, Altstadt nennt man das wohl, und sie ist lebendig und einladend. Am Hafen liegen die traditionellen Spreewald-Kähne, bereit für...


Veröffentlicht: 20.09.2025












Tag 2 – Spreewald: Ein Tag in Lehde, der bleibt
Heute ging es nach Lehde – einem kleinen Ort, der sich fast wie eine Insel anfühlt. Umgeben von Fließen, nur per Boot oder über schmale Brücken erreichbar, liegt hier das Freilandmuseum Lehde. Und schon beim Ankommen spürt man: Das wird kein gewöhnlicher Museumsbesuch.
Die historischen Bauernhäuser stehen dicht beieinander, mit Reetdächern, kleinen Gärten und Holzplanken, die unter den Füßen knarzen. Alles wirkt echt – nicht inszeniert, sondern bewahrt. Drinnen bekommt man einen Eindruck davon, wie die Menschen hier vor 150 Jahren gelebt haben:
• In der Küche stehen alte Emaille Töpfe, ein Holzofen und handgeschriebene Rezepte
• Im Schlafzimmer hängt die traditionelle Spreewaldtracht – schwarze Schultertücher mit bunten Stickereien, schwere Röcke, feine Spitzen
• Die Stube ist warm und schlicht: ein großer Keramikofen, geschnitzte Möbel, ein gedeckter Tisch mit Keramikgeschirr
Was uns besonders gefallen hat: die kleinen, lebendigen Details. Draußen hängen frisch gewaschene Klamotten an der Leine. Daneben trocknen Kräuter auf Holzgestellen: Salbei, Minze, vielleicht auch Beifuß. Es riecht nach Sonne, Holz und Pflanzen. Man hat das Gefühl, hier wird nicht nur gezeigt, sondern gelebt.
Nach dem Rundgang haben wir draußen gegessen – ganz unkompliziert, aber richtig gut:
Soljanka – kräftig, leicht säuerlich, mit Wurst, Paprika und Gewürzgurke. Ein Gericht, das Erinnerungen weckt.
Hefeplinse – weich, süßlich, ein bisschen wie ein flacher Hefebrötchenfladen. Warm serviert, perfekt zum Kaffee.
Im kleinen Museumsladen gibt es regionale Spezialitäten:
• Spreewaldgurken in verschiedenen Varianten – klassisch, pikant, mit Honig oder Chili
• Leinöl, Honig, Kräutersalze
• Handgemachte Seifen mit Holunderduft, Gurkenlotionen, und kleine Mitbringsel aus Holz und Keramik
Was uns überrascht hat: wie ruhig und entschleunigt alles wirkt. Kein Gedränge, keine Hektik. Man kann sich Zeit nehmen, schauen, fragen, probieren. Die Mitarbeiter sind freundlich und erzählen gern – über die Häuser, die Trachten, die Gurken.
Fazit: Der Ausflug nach Lehde lohnt sich absolut. Für alle, die sich für regionale Kultur interessieren, für Handwerk, für gutes Essen – oder einfach für Orte, die nicht laut sein müssen, um Eindruck zu hinterlassen. Lehde ist klein, aber voller Geschichten. Und genau das macht es besonders.
