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11.1.2018: Flucht nach Takaka

Veröffentlicht: 13.01.2018

Drei Nächte wollte ich eigentlich im Hostel in Glenhope bleiben, doch die Wetteraussichten für die nächsten 5 Tage sind durchgängig schlecht und eine über 5-stündige Wanderung ohne jegliche Chance auf Aussicht auf den See entbehrt jedem Sinn. Daher verschiebe ich meine Wanderung am Lake Rotoiti bei St. Arnaud und hoffe, sie an anderer Stelle nachholen zu können. Doch wohin fahren, wenn eine Regenfront scheinbar ganz Neuseeland die kommende Woche fest im Griff hat? In Westport und Karamea an der Westküste, in Kaikoura an der Ostküste sowie in Nelson, Takaka und Wharariki Beach im Norden - egal, welchen Ort ich auch eingebe, die Wetteraussichten sind überall dieselben. Und da sprechen wir nicht nur eben mal von 1-2 Tagen Regen, sondern von einer Langzeitprognose. Doch irgendwann muss ich nunmal weiter und weil ich in Takaka ein paar kürzere Wanderungen vorhabe, die nicht zwingend guten Wetters bedürfen, fällt meine Wahl auf die legendäre Golden Bay.

Bei meiner Ankunft im Abel Tasman Nationalpark ist das Wetter zunächst besser als vorhergesagt. Sicher, es ist kein Fitzelchen Blau am Himmel auszumachen und drückend schwül, aber zumindest regnet es nicht.

Wenn auch nicht auf meiner Route, steuere ich zunächst den Split Apple Rock in Kaiteriteri an, der über eine enge, kurvenreiche, immerhin aber asphaltierte Straße erreichbar ist. Ein 15-minütiger Spaziergang führt durch den Wald hinunter an den Strand, wohin das ohrenbetäubende Gezirpe von gefühlt (bzw. gehört) tausenden Zirkaden einen begleitet. Beim Split Apple Rock handelt es sich um einen in der Mitte geteilten runden Felsen, der, daher der Name, an einen Apfel erinnert. Aufgrund der hohen Temperaturen sieht man trotz des mittelmäßigen Wetters einige Wasserratten.

Gleich zu Beginn des Takaka Hills, über den sich der Highway nach oben schraubt, zweigt eine 7 km lange (überraschenderweise erneut asphaltierte) Straße zum Riwaka Resurgence ab. Der Fluss, an dem ein kurzer Spaziergang entlang führt, ist unglaublich klar, aber nicht kobaltblau, wie auf den Internetfotos bzw. verstehe ich unter kobaltblau etwas anderes. Naja, schön war der kleine geheime Abstecher trotzdem.

Von hier aus erklimmen Cory und ich den Takaka Hill, der an einem sonnigen Tag sicherlich viele zu einem oder auch mehreren Stopps an den zum Glück zahlreich vorhandenen Haltebuchten verleitet. Vielleicht habe ich auf dem Rückweg mehr Glück.

Die geführte Tour durch die Ngarua Höhle ist noch mit Fragezeichen versehen, da ich mittlerweile schon in recht vielen gewesen bin. Allerdings kann einem in der Höhle das Wetter egal sein und die Tour kostet nur 20 NZD, statt 135 NZD, die ich das letzte Mal (in Charleston) bezahlt habe. Ich entscheide mich also spontan dafür und kann 15 Minuten später an der 45-minütigen Führung teilnehmen. Also flugs lange Sachen angezogen (denn unter Tage herrschen nur 11°C), die Kamera geschnappt, Helm aufgesetzt und los geht's. Die Höhle ist trocken und gut ausgeleuchtet. Im Gänsemarsch geht es unter von der Decke hängende Wurzeln und Stalaktiten entlang, an Höhlenkorallen und sogar Skeletten von Kiwis und Moas vorbei. Moas, flugunfähige Vögel, die Ähnlichkeit mit Emus hatten, bevölkerten einst ganz Neuseeland, bis sie von den Maori ausgerottet wurden. Hin und wieder passierte es, dass ein Moa durch ein verstecktes Loch an der Erdoberfläche in die Höhle hineinfiel und hier unten (meist auch noch vom Sturz verwundet) verhungerte. Über eine eingelassene Leiter klettern wir letztlich wieder dem Tageslicht entgegen und erfahren nebenbei, dass hier Teile von "Der Hobbit" gedreht wurden. Da muss ich beim nächsten Mal Film gucken ganz genau hinschauen.

Weiter geht es ohne Umschweife nach Takaka, einer Hochburg für Aussteigertypen und Hippies. Mein Zimmer teile ich unter anderem mit einem sehr netten Mädchen aus Deutschland, mit der ich kurzerhand einen Stadtbummel durch Takakas Hauptstraße unternehme. Viel Zeit beansprucht der nicht, denn Takaka ist klein, doch irgendwie auch schnuckelig. An das überall präsente Hippie-Flair muss ich mich aber erst noch gewöhnen.

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