Überlebenscamp Check
Angekommen. Drei Stunden Bus, eine Stunde Boot. Alles fühlte sich länger an. Vor Ort trafen wir zwei Deutsche, vier Südafrikaner und etwa 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Das Essen...

Veröffentlicht: 26.04.2025
Eigentlich – und ich betone: eigentlich – hätte unser Flug um 2:00 Uhr morgens gehen sollen. Das war der naive Traum. Der fromme Wunsch. Die romantische Illusion, die wir einst Flugplan nannten. Stattdessen wurde er im Stundentakt verschoben. Wie ein schlecht organisierter Kindergeburtstag. Immer schön: „Nur noch eine Stunde!“ – bis am Ende gar nichts mehr ging.
Warum? Ach, eine kleine Nebelwolke. Also, „klein“ im Sinne von: Amazonas-weite Ausdehnung, Godzilla hätte drin verschwinden können, und die brasilianische Luftfahrt hat kollektiv beschlossen: „Nö, wir machen heute mal gar nix.“ Flüge? Nein. Landungen? Gott bewahre. Willkommen im Nebel von Mordor.
Also: Flug gestrichen, Stimmung am Boden. Wortwörtlich. Wir dann ins Hostel gefahren – was in dem Moment mehr wie ein Rückzug ins Exil wirkte – wo wir für den Preis von zwei Bier und einem mittelguten Burrito einen „privaten“ Raum bekommen haben. Vier Wände, zwei Einzelbetten und das stille Versprechen, dass man es irgendwie überleben könnte. Haben dann auch erst mal geschlafen, weil wir ja die Nacht durchgemacht hatten. Na ja – wenn man stundenlang auf einem Terminalboden liegt, zwischen Mückenspray, Duty-Free-Tüten und weinenden Kindern, zählt das wohl nicht als REM-Phase.
Tagsüber immerhin: Strand. Sonne. Gutes Essen. Man könnte fast meinen, das Leben will sich entschuldigen. „Sorry für den Flug-Fiasko, hier, iss was Leckeres, trink Caipis und schau aufs Meer.“ Danke, Universum. Sehr großzügig.
Jetzt – 17:00 Uhr – stehen wir wieder am Flughafen. Neuer Versuch, neuer Flug, neues Glück. Oder halt auch nicht. Mal schauen, ob diesmal irgendein Flugzeug tatsächlich Lust hat, zu fliegen.
Ihr hört von uns. Vielleicht. Wenn wir nicht vorher von einer weiteren „Wettererscheinung“ verschluckt werden. In diesem Sinne: 😌✌️
