Verlängerung im Amazonas
Eigentlich – und ich betone: eigentlich – hätte unser Flug um 2:00 Uhr morgens gehen sollen. Das war der naive Traum. Der fromme Wunsch. Die romantische Illusion, die wir einst...

Veröffentlicht: 28.04.2025
Wir sind heute in Recife so entspannt in den Tag gestartet, dass selbst Faultiere respektvoll genickt hätten. Während andere Wahnsinnige schon um sechs Uhr morgens durch die Gegend turnten, lagen wir noch in der Horizontalen und machten genau das Richtige: nichts. Vier Stunden Schlaf – da hat keiner Bock auf Frühsport oder Lust auf Schnorchel.
Stattdessen Olinda. Ein koloniales Stadtviertel, wunderschön, bisschen runtergerockt, aber auf diese charmante Art, wo man sofort denkt: Hier könnte ich alles hinschmeißen und anfangen, Caipirinhas zu verkaufen. Wir hockten uns auf eine Terrasse mit Blick über die Dächer von Recife und für einen Moment war das Leben fast unanständig gut.
Auf dem Rückweg dann noch am Hafen vorbeigerollt – Wochenmarkt, Livemusik, der übliche Wahnsinn. Zwei Caipirinhas später war klar: Hierbleiben wär’ auch okay. Massage? Verschoben auf morgen 18 Uhr. Scheiß drauf. Heute Abend wird noch ordentlich gefuttert und am Strand rumgelungert. Das schöne am Sonntag? autofrei, daran sollte sich Deutschland auch mal ein Beispiel nehmen
Recife – laut, wild, riesig. Und genau richtig so.
