3 Tage im Amazonas
Unsere Amazonas Tour startet. Wir haben die nächsten Tage kein Internet. Da Lina Tiere nicht mag und ich uns mindestens eine Übernachtung im Freien in einer Hängematte...

Veröffentlicht: 26.04.2025

















Angekommen. Drei Stunden Bus, eine Stunde Boot. Alles fühlte sich länger an. Vor Ort trafen wir zwei Deutsche, vier Südafrikaner und etwa 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Das Essen war überraschend gut. Niemand musste medizinisch versorgt werden.
Tagesablauf wie aus dem Survival-Handbuch: Wandern, Zelt aufbauen, Lagerfeuer, Hängematte. Acht Teilnehmer, zwei Guides. Die Guides waren nett und wirkten, als hätten sie das schon mal gemacht. Lina hatte Angst vor Spinnen. Verständlich – die Spinnen waren größer als manche Stadtwohnungen. Die Guides beruhigten sie mit Worten und Macheten.
Am Feuer: Caipirinha, Bier, Gespräche über das Leben und was es noch wert ist, wenn eine Spinne jederzeit von oben auf dein Gesicht springen kann. Die Gespräche waren tief. Oder wir waren betrunken. Wahrscheinlich beides. Danach Nachtsafari: keine Spinnen, keine Schlangen, nur Geräusche, die man sonst nur aus Albträumen kennt. Immerhin blieben wir von tierischen Übergriffen verschont. Das war schön.
Nächster Tag: Bootsfahrt, Piranhas, Kaimane. Der übliche Dschungel-Alltag. Man angelt, was gerade beißt, und streichelt, was schnappt. Es gab Spinnen. Groß, haarig, mit dem Charme von Endgegnern. Lina war kurz davor, sich einen neuen Lebenssinn zu suchen.
Nachts: absolute Dunkelheit. Kaiman-Safari. Man fährt durch Finsternis und fragt sich, wann man die Kontrolle über sein Leben verloren hat. Wir fanden Kaimane. Sie fanden uns nicht schlimm. Kurz festgehalten, gestreichelt, fotografiert. Spinnen unterwegs waren weiterhin unverschämt präsent.
Dritter Tag: Besuch bei einem indigenen Volk. Abgelegen, autark, sehr real. Die Lebensbedingungen waren… reduziert. Die Hunde wirkten wie aus einem traurigen Dokumentarfilm. Wir gaben den Kindern Essen, was sich kurz sinnvoll anfühlte. Dann zurück ins Camp.
Letzte Dusche, letztes Drama. Zurück im Camp krabbelte eine haarige Riesenspinne in meine Klamotten – direkt auf meine Hand. Ich schrie wie ein Teenie im 90er-Jahre-Horrorfilm, aber die Leute waren schnell da und verhinderten mein dramatisches Ableben. Dann zurück nach Manaus. Flug nach Recife.
Fazit: Viel Natur, viele Tiere, viel Alkohol. Niemand gestorben. Lina fand’s auch gut. Das allein spricht für das Programm. Würden wir wieder machen. Wahrscheinlich.
