Hokkaido (05.-09.07.)
Nachdem es zwei Wochen nach Hongkong eher ruhig zuging, oder besser gesagt, ich zwar einiges erledigt und gemacht habe, nichts davon allerdings interessant genug für diesen Blog...

Veröffentlicht: 07.08.2018








































































Dies ist also der Grund, weshalb ich schon länger nichts mehr veröffentlicht habe: ich bin drei Wochen allein auf Tour gewesen, einfach, um mal etwas nur mit mir zu unternehmen, keine Kompromisse eingehen zu müssen und herauszufinden, wie ich wohl so klarkommen würde. Also war meine erste Station Bangkok. Ich flog mit einer Fluggesellschaft aus Singapur, die mich freundlicherweise auf einem Platz am Fenster in der Mitte der Maschine am Notausgang platzierte, weshalb ich niemanden vor mir und eine wundervolle Aussicht neben mir hatte. Zum Start konnte ich auf einige japanische Inselgruppen und zur Landung auf Bangkok bei Nacht herunterblicken. Die Einreise verlief ziemlich unproblematisch, ich bekam einen Stempel in meinen Pass und dann konnte ich auch schon nach der Busnummer Ausschau halten, die ich im Vorhinein herausgesucht hatte. Ich benutzte während der ganzen Reise eine App mit Offlinekarten, was ziemlich gut funktionierte, obwohl es mit Internet natürlich um einiges einfacher gewesen wäre, aber dafür war ich dann auch zu geizig. Außerdem ist es auch mal ganz nett, nicht ständig erreichbar zu sein. Schließlich fand ich auch das Hostel und fiel relativ kaputt ins Bett. Am nächsten Tag ging es also Bangkok entdecken. Die Hitze und die schwüle Luft machten mir allerdings schon beim Verlassen des Hostels Lust auf eine Dusche. Am ersten Tag entschied ich mich dafür, erst einmal die wunderschönen Tempel anzuschauen. Der Eintritt ist für Touristen nicht ganz billig, aber es war wirklich sehr schön. Am Eingang wurde ich allerdings aufgrund meiner kurzen Hose abgefangen und musste mir im Tempel eine lange kaufen. Das war im Nachhinein das Beste, was mir passieren konnte, eine dünne Stoffhose, in die ich locker zweimal hineingepasst hätte, wegen des Gummizugs aber gut passte und deshalb sehr viel luftiger war als meine Jeansshorts. Noch dazu hatte sie ein paar hübsche blau-weiße Elefantenmuster. Diese Hose trug ich also weiterhin ziemlich oft. Endlich im Tempel angekommen, konnte ich wunderschöne, bunte Dächer, Säulen, goldene Staturen und Verzierungen bewundern. Danach besichtigte ich den Tempel des riesigen, liegenden Buddhas, der schon beeindruckend und glücklicherweise nicht mehr ganz so voll war, wie der erste. Hiernach brauchte ich aufgrund der Hitze erst einmal eine Pause und ging in einen angrenzenden Park und entspannte mich etwas im Schatten der Bäume. Um den Tempeltag zu komplettieren ging es noch mit dem Shuttleboot auf die andere Seite des Flusses, zu einem weiteren Tempel, der allerdings völlig anders aussah als die ersten beiden. Er hatte weiße, mit bunten Fliesen verzierte Türme, die konnten zum Teil bestiegen und die dortige Aussicht genossen werden. Die leichte Brise, die dort wehte, war eine wahre Wohltat. Mein letztes Ziel für diesen Tag war Chinatown, ein riesiger Basar verteilt auf winzige, enge Gassen mit allem möglichen Krimskrams, den man zu 80% wohl als absolut unnützes Zeug und Souvenirs beschreiben kann. Es war dort relativ eng, laut und voller Gerüchen von Obst und Plastik, vor allem der Geruch von Durians (Stinkfrüchten) war überall zu vernehmen. Keine Ahnung, warum die so populär sind, die schmecken genauso wie sie riechen. Nicht gut also.
Am nächsten Tag ging es noch auf den Golden Mountain Temple, den ich von den Tempeln am schönsten fand, obwohl er weniger prunkvoll war, als die anderen. Aber man stieg die Treppen zum Tempel durch einen kleinen Dschungel hinauf, vorbei an riesigen Glocken und wurde mit einem fantastischen Blick über Bangkok belohnt. Zudem waren auch nicht viele Touristen hier, wodurch ein wenig mehr Ruhe in der Luft lag. Der Trubel kam allerdings zurück, als ich auf der Khao San Road unterwegs war, dem Backpackerviertel, das bunt und laut vor mir lag. Ein wahres Spaßviertel, wo ich einige Leute kennenlernte und mich satt essen konnte. Bars, Restaurants, Streetfood, Souvenirs, Klamotten und Taschen konnten hier zu günstigen Preisen (vermutlich immer noch überteuert, wegen der Touristen) erworben werden und ich hätte mich totkaufen können, da die Sachen wirklich sehr schön waren und nicht so kitschig wie die Dinge aus Chinatown, aber leider war mein Handgepäck ja begrenzt. Dann besuchte ich noch das Museum des Jim Thompson House und das Viertel mit den großen Einkaufszentren.
Am nächsten Tag machte ich mit einem netten jungen Mann einen Tagesausflug nach Ayutthaya, wo wir uns Fahrräder liehen und uns die alten Tempelruinen ansahen, die wirklich beeindruckend waren. Meist rötliche Steine, die mit der Zeit von Pflanzen bewachsen werden, formten spitze Gebäude mit runden Elementen, deren Form ich vorher noch nie gesehen habe, das war wirklich sehr beeindruckend. So fuhren wir mit dem Rad durch die Stadt, stoppten an einigen Parks und Streetfoodlots und klapperten die Stationen der Tempel ab. Sogar Elefanten gab es hier. Am Abend tranken wir noch ein thailändisches Bier und fuhren wieder zurück nach Bangkok, wo wir uns nach einer Dusche in der Innenstadt zum Essen (einer unfassbar scharfen, aber sehr leckeren Nudelsuppe) wieder trafen und danach auf den Lebua Tower weiterzogen. Diese Skybar ist bekannt aus dem Film "Hangover" und bietet einen wirklich unfassbaren Blick auf die Stadt, auch wenn sich die Getränkepreise auf einem sehr hohen Niveau befanden, aber das war es auf jeden Fall wert.
Der nächste Tag sollte ein Tagesausflug nach Kachamburi werden. Dieser Ort erlangte traurige Berühmtheit durch die vielen Toten, die der Bau einer Brücke während des Krieges forderte. Allerdings hatte dieser Ort sonst, bis auf einen wunderschönen chinesischen Tempel nicht viel zu bieten. Es regnete leicht und es war nicht viel los, auf dem Tempelgelände war ich sogar die Einzige, was eine ganz besondere Atmosphäre entstehen ließ, man hörte den Regen und die chinesische Musik, die im Tempel abgespielt wurde in Zusammenspiel mit dem Grau des Himmels und den bunten Farben am Tempel. Nichtsdestotrotz wusste ich danach nicht so genau, was ich tun sollte, weshalb ich einen Typen ansprach, dem es augenscheinlich genauso ging wie mir. Er war Holländer und Student und wir freundeten uns schnell an und gingen zusammen essen, zum Nachtisch gab es ein unfassbar gutes Mangoeis mit Sahne und Sauce und er fragte mich, ob ich nicht mit in den Nationalpark kommen wollte. Ich überlegte nicht lange und fragte ihn, ob er ein Geschäft gesehen hat, wo ich eine Zahnbürste kaufen könnte. Ich checkte im selben Hostel ein wie er und da es immer noch regnete, schauten wir Filme und bestellten Pizza. Am nächsten Morgen ging es früh mit dem Bus los in den Erawan Nationalpark, wo es wunderschöne Wanderwege an den Wasserfällen gab. Sogar schwimmen konnten wir in dem hellblauen Wasser zusammen mit großen Fischen, die lose Hautschuppen von den Finger- und Fußspitzen knabberten. Ich hatte leider keinen Bikini dabei, aber zum Glück hatte meine Begleitung eine Ersatzbadehose dabei, die er mir zur Verfügung stellte und so sprang ich eben mit BH und Badehose ins Wasser und es war wundervoll. Wir tauchten unter Wasserfällen durch, rutschten von den großen Steinen wie von einer Rutsche ins Wasser und wateten durch die Flüsse. Dies war der Lieblingsmoment meines Thailandaufenthalts, obwohl der Ausflug zum Nationalpark nicht einmal geplant und sehr zufällig war. Zurück in Bangkok flanierte ich noch einmal die Khao San Road entlang bevor es zum Flughafen und ins nächste Land ging.