Journey_to_my_wonderland
Journey_to_my_wonderland
vakantio.de/sunnysaltyskin
Zuletzt in Australien

Phillip Island & was Australien mit mir macht

Veröffentlicht: 28.06.2018

Ich habe mir mittlerweile (am 31.05.18) noch eine andere Sehenswürdigkeit rund um Melbourne angeschaut und zwar Phillip Island. Die Insel liegt etwa zwei Stunden entfernt.

Zwischenstopp war das „Moonlit Sanctuary“. Eine Art Zoo für australische Tiere. Ich hatte mir das ganze etwas anders vorgestellt, eher safarimässig und dass man die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten kann. Leider war das Gegenteil der Fall. Eingesperrte Wombats, Koalas die nur zwei Bäume im Gehege hatten um darauf zu hocken, Vögel, darunter auch Adler, in Käfigen die kaum Platz zum Fliegen boten. Tiere die die ganze Zeit die gleiche Strecke im Gehege ablaufen, weil sie durchdrehen, da der wenige Platz nicht ihrer Natur entspricht. Und das alles damit wir Menschen sie angaffen können. Klar war es cool ein Känguruh zu streicheln. Aber wenn man sich das alles mal mit offenen Augen anschaut ist es einfach nur traurig und ich bin tatsächlich heulend da raus. Nachdem ich dem Busfahrer auf seine Frage hin gesagt hatte was ich von all dem halte hat er nicht mehr mit mir geredet.





Die Landschaft auf Philipp Island war ein Traum. Gerade als wir über die Brücke auf die Insel gefahren sind, gab es den wunderschönsten Sonnenuntergang zu sehen. Überall auf der Insel hüpfen Wallabys umher und gaffen den Bussen nach. Das Highlight des Ausflugs sollten Pinguine sein, die nach Sonnentuntergang aus dem Meer auf die Insel kommen. Leider ist das so eine richtig für Touristen aufgebauschte Sache. Wir sassen alle auf einer Art Tribuene und wurden belabert bist die Pinguine aus dem Wasser kamen. Als es so weit war hielten sich bestimmte Leute natürlich nicht an die Regeln. Sie stnden auf, latschten rum, machten Fotos...weshalb die Pinguine vor Angst immer mal wieder ins Wasser zurück gewatschelt sind. Das war wirklich traurig, denn ohne uns Touristen hätten die Tierchen einfach in Ruhe nach Hause gehen können. Ich bin dann auch direkt gegangen und hab mir das nicht bis zum Ende angeschaut. Der Busfahrer war nicht überrascht mich als Erste am Bus anzutreffen.




Nach diesem Ausflug (den ich von Deutschland aus schon gebucht hatte) kann ich für mich sagen, dass ich solche Touristensachen nicht mehr machen werde. Ich kann jedem nur davon abraten in den Zoo usw. zu gehen. Das ist niemals artgerecht für die Tiere und bleibt nur erhalten solange es Menschen gibt, die sich das anschauen und dafür zahlen. Studien zeigen, dass ein Zoobesuch für die meisten Kinder keinerlei Lerneffekt hat. Von Artenerhalt kann auch keine Rede sein, da häufig Neugeborene getötet werden, da sichh  einige Tiere zu oft vermehren. Wenn jemand Interesse hat kann ich gerne entsprechende Links zukommen lassen. Oder ihr macht euch selbst schlau.

Ich schaue mir die Tiere jedenfalls lieber an wenn ich sie zufällig irgendwo hocken, hängen oder hüpfen sehe und freue mich dann umso mehr. Und sie sich sicher auch.   

Ich habe aber auch viel Positives von diesem Trip mitgenommen. Die Landschaft war unglaublich und wunderschön. So schön dass es mir Freudentränen in die Augen getrieben hat nachdem ich den Bus das erste Mal auf der Insel verlassen haben. Ich hatte das Gefühl ich bin am Ende der Welt und doch gleichzeitig mittendrin. 

Ausserdem habe ich festgestellt dass ich das Reisen im Bus ziemlich angenehm finde. Ich muss mich um nichts kümmern, kann für mich sein, oder in Gesellschaft. Das mochte ich und ich kann mir vorstellen so durch Australien zu reisen wenn ich keinen passenden Reisepartner finde. Also jemanden mit dem ich mich so gut verstehe, dass ich mir vorstellen kann länger Zeit im Auto zu verbringen. Der Bus scheint eine gute Alternative für mich zu sein. Genug Angebote für Backpacker sind auch vorhanden.

Den schönsten Moment hatte ich jedoch auf dem Weg zurück nach Melbourne. Es war schon dunkel. Im Radio lief die entspannteste Musik und wir fuhren direkt auf den riesigen Vollmond zu. Das war wieder so ein Moment in dem ich dachte: "Wahnsinn. Du sitzt tatsächlich in einem australischen Bus und fährst auf den Mond zu". Auch da kamen mir wieder die Freudentränen weil sich der Moment so perfekt anfühlte. In solchen Situationen realisiere ich, was ich gerade tue und dann bin ich ein kleines bisschen stolz auf mich, weil ich diesen Schritt endlich gewagt habe. Stolz darauf, dass ich alleine am anderen Ende der Welt in einem Bus sitze und mich dabei so wohl fühle. Ich bin zwar noch nicht lange hier, aber ich habe diese Reise noch kein einziges Mal bereut. Im Gegenteil, mit jeder neuen Herausforderung lerne ich wieder mehr über mich selbst. Nach jeder Schwierigkeit oder jeder Entscheidung, nach jedem Tief wird es immer noch besser als es davor war. 

Ich fühle regelrecht, wie ich aus mir heraus wachse. Das tut manchmal sehr weh. Gleichzeitig macht es das Leben aber umso lebenswerter und nach jedem Schmerz sind die schönen Momente noch schöner als zuvor. Ich bin so dankbar dass ich all das fühlen kann. Früher bin ich eher wie "taub" durchs Leben gegangen. Keine besondere Freude, keine besondere Emotion, kein Bauchgefühl. Alles war irgendwie egal oder wurde hundert Mal überdacht. Wenn ich mit etwas nicht umgehen konnte habe ich mich abgelenkt oder gegessen.

Mittlweile habe ich mehr gelernt mich selbst zu lesen. Ich weiss warum ich wie und wann reagiere und kann deshalb netter zu mir sein. Mir "schlechte" Tage und Momente erlauben, da sie wichtig sind um mich weiter zu entwickeln. Ich geniesse jede Sekunde und freue mich über die Türen die mir offen stehen, die Möglichkeiten die habe.

 Auf dem Weg zu mir selbst ist diese Reise das schönste Geschenk das ich mir machen konnte. Ich bin so dankbar und freue mich auf alles was mir das Leben zu bieten hat.



Journey_to_my_wonderlandFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten