Couchsurfing & die ersten Tage
Seit Freitag bin ich raus aus dem Hostel und offizielle Couchsurferin. HeiĂt ich ĂŒbernachte bei Fremden gratis auf der Couch. Der Typ bei dem ich wohne ist ziemlich cool. Er...


Veröffentlicht: 10.05.2018









Hellooo an alle đ
Kaum zu glauben, aber genau heute vor einem Jahr saĂ ich nachts in meiner geliebten KĂŒche und habe mein Visum fĂŒr Australien beantragt. Sekunden spĂ€ter flatterte schon die BestĂ€tigung in mein Email-Postfach. Ich war so aufgeregt! Habe mir eine Dose Sekt gekippt und bin dann schlafen gegangen, da ich gar nicht wusste wohin mit mir und ob ich es tatsĂ€chlich tun werde. So viele Ăngste waren da, aber gleichzeitig auch so viele neue Möglichkeiten! Ganz Ă€hnlich geht es mir nun wieder...
Daher auch die NamensÀnderung des Blogs. Hier ist nix mit sunnysaltyskin bisher. Eher so "we're all mad here". Und Alice musste tief fallen bevor sie ins Wunderland kam.
Ich bin immernoch in Melbourne und irgendwie auf der Couch hÀngen geblieben.
Anfangs hat es ziemlich SpaĂ gemacht! Um mal einen kurzen Ăberblick zu geben:Â
Es gab lange Radtouren und ich hab viel gesehen.
In der Sonne mit dem Duft von Meer in der Nase...das erste Mal am Strand, barfuà im Sand von Melbourne. Da sind mir doch glatt die TrÀnen gekommen!
Oder auch mit dem Rad am Yarra River entlang, durch den Wald und danach durch die ganze Stadt. Ich bin durch die Boxengasse der Formel 1 Strecke gefahren! So cool đ Wir waren auĂerdem im Botanischen Garten und gerade als wir ankamen gab es einen Regenbogen đ
Ich habe mir eine Stunde Floating in einem Spa gegönnt. Sehr zu empfehlen! Aber kleiner Tipp, rasiert euch nicht vorher die Beine, denn das brennt! đ„ Ich spreche aus Erfahrung... Mit der Entspannung hatte es daher etwas lĂ€nger gedauert.Â
Mittlerweile ist das Wetter schlechter geworden und es geht ein eisiger Wind - die Antarktis ist nicht weit. Ich musste heute Klamotten kaufen, so kalt ist es. Es regnet oft, weswegen wir die Tage hÀufig Zuhause verbringen. Nachts wird geredet, Gitarre gespielt oder Helge Schneider geschaut bis morgens um vier. Dann verlasse ich manchmal erst gegen drei Uhr nachmittags das Haus um wenigstens mal frische Luft zu schnappen, am Fluss zu hocken oder etwas einzukaufen.
Geplant ist noch ein Ausflug ĂŒber Nacht in die Grampians und eine Tour ĂŒber die Great Ocean Road, aber aktuell spielen das Wetter und die Verpflichtungen des Hosts bei dem ich wohne noch nicht mit. Mal schauen ob das noch zustande kommt.
Dieses rumlungern und in stĂ€ndiger Gesellschaft sein sind nicht ohne fĂŒr mich. Das Zimmer musste ich aus GrĂŒnden wieder abgeben und seitdem herrscht hier dicke Luft. Ich weiĂ nicht ob ich noch lange bleibe, denn die Situation ist anstrengend und tut mir nicht gut.
Manchmal freue ich mich so richtig im Bauch hier zu sein. Dann genieĂe ich jeden Moment, lache viel und bin aufgeschlossen anderen Leuten gegenĂŒber.
An anderen Tagen weiĂ ich so gar nicht wohin mit mir. Dann bin ich traurig, weiĂ nicht was ich als nĂ€chstes machen will (ob ich jemals lerne mich zu entscheiden?!) und wo die Reise hin gehen soll. An diesen Tagen kĂ€mpfe ich mit alten PĂ€ckchen, bin unzufrieden und kann mich selbst nicht leiden. Wer mich kennt weiĂ dass das auch fĂŒr meine Mitmenschen anstrengend sein kann đ
Ich verarbeite viel - da gehören auch solche Tage und Momente dazu. Um das Alte abzuschĂ€len, zu schauen was ĂŒbrig bleibt und das Neue wachsen zu lassen.
Ich lerne jeden Tag etwas ĂŒber mich selbst und mich ein bisschen besser kennen. Das fĂŒhlt sich manchmal eher schwer als leicht an.
Dass es hier im Haus aktuell so anstrengend ist macht dass ich bald weiter ziehen will, andererseits ist gibt mir das Wohnen hier eine gewisse Sicherheit und Routine an der ich momentan noch festhalte. Denn was danach kommt weiĂ ich nicht.
Aber so soll ja meine Zeit in Down Under nicht bleiben. Ich will auch was erleben! Deshalb muss ich bald den nĂ€chsten Schritt gehen und die Unterkunft verlassen. Lernen, mich von genau dieser Sicherheit die ich im AuĂen und durch Andere suche zu trennen und anfangen sie in mir selbst zu finden. Meinem BauchgefĂŒhl bzw meinem Herzen zu folgen, statt meinem Kopf.Â
Damit ich so langsam mal aus meinem Schneckenhaus komme habe ich mich fĂŒr morgen mit einem MĂ€del verabredet. Wenn wir uns verstehen wollen wir in den kommenden Tagen einen Ausflug zur Great Ocean Road zusammen machen.
Und am Wochenende ist der Big Vegan Market in Melbourne, den werde ich mir nicht entgehen lassen.
Also mal schauen welche AktivitĂ€ten und Emotionen die kommenden Tage so mit sich bringen und wann ich den bevorstehenden nĂ€chsten Absprung schaffeđ« Es bleibt spannend! đ