Der erste Nachmittag in Santiago de Chile
Santiago, die Hauptstadt Chiles, liegt in einem Anden-Tal und ist etwa 120 Strassenkilometer vom Meer weg. Die Talsituation kombiniert mit den Abgasen eines enormen...


Veröffentlicht: 14.03.2025
An unserem ersten ganzen Tag in Santiago haben wir eine lokale, ganztätige Tour gebucht. Wir fuhren zu den Küstenorten, die vor allem bei den Hauptstädtern sehr beliebte Ferien- und Wochenendorte sind: Valparaíso und Viña del Mar. Valparaíso war bis zum Bau des Panamakanals einer der wichtigten Handels- und Finanzplätze Chiles und dessen Hafen war das Tor zur Welt. Die Stadt ist lange Zeit gewachsen und hat die Schwesterstadt Viña del Mar gegründet. Mit dem Bau des Panamakanals begann aber ein Niedergang der beiden Städte.
Valparaíso ist hübsch und ist an den steilen Küstenhängen hinaufgewachsen. Sie hat viele Standseilbahnen und Aufzüge sowie an fast jedem Haus "Murales". Die Häuser zeugen aber auch vom Niedergang und viele sind am verfallen. Die grossen Hafenanlagen versperren der Bevölkerung den Weg zum Meer komplett. Mit dem Niedergang sind nun aber grosse Flächen frei. Die Stadt plant so der Bevölkerung einen Meerzugang zu ermöglichen.
Viña del Mar ist ein reiner Ferienort. Ein paar Sandstrände, jede Menge Restaurants, Läden, Hotels, Wohnanlagen. Das meiste sind Terrassenhäuser. Kurzum ein beliebter, aber schrecklicher Ort. Vielleicht mit den unschönen Teilen von St. Moritz vergleichbar.
Es war deutlich kühler als in der Hauptstadt. Das lag einerseits am kalten Meer und andererseits war es neblig und regnete ab und zu leicht. Typisches Küstenwetter, wie es auch San Francisco kennt. Erst am späteren Nachmittag kam die Sonne durch.
Nach dem Besuch der beiden Städte sind wir noch zu einem schönen Bio-Weingut gefahren und konnten dort Wein probieren. Wir haben uns eine Flasche Carmenère gekauft um sie in den nächsten Tagen zu geniessen. Diese Rebsorte ist besonders, sie stammt eigentlich aus dem Bordeaux, überlebte aber die Reblauskatastrophe nicht. Was aber lange niemand wusste, nicht einmal den Weinbauern, dass es in Chile noch solche Reben gab.
