Überfahrt Yokohama - Kōbe, 31. März 2026
Unser Kapitän will wieder lieber über ungeteerte Nebenstrassen anstatt der Autobahn fahren. Das heisst, es schaukelt und schüttelt ziemlich. Wir halten aber vorläufig bestens...


Veröffentlicht: 01.04.2026

































Mit Kōbe hat unsere zweite Japanumrundung begonnen. In Kōbe waren wir schon, damals hatten wir die alte Kaiserstadt Kyōto besucht. Jetzt sind wir, trotz des regnerischen Wetters, auf eigene Faust mit dem Zug nach Nara gefahren. Der Zug hat gut geklappt, ab und zu waren wir uns zwar nicht sicher, aber wir kamen, mit z.T. drei Mal Umsteigen, auf die Minute pünktlich an. Das auch mit zwei Minuten Umsteigezeiten.
Japan scheint alles zu sein, ein Land mit dichtem Bahnnetz, mit vielen Velos und genau so vielen Autos. Wir haben das Gefühl, dass sich das Verhalten der Japaner zunehmend dem globalen Standard annähert. Es hiess, Japaner würden in der Bahn/Metro die Rucksäcke vorne tragen, das macht vielleicht noch die Hälfte, die Japaner drängen sich auch problemlos vor, Kinder stehen in der Bahn nicht auf, wenn eine ältere Person kommt, man setzt sich auf Gangsitz und lässt den Fenstersitz frei... Einzig was noch gilt: Man ist in der Bahn ruhig, man telefoniert nicht, man spricht nicht laut und und diskutiert nicht.
Als Erstes sind wir in den Nara Park. In diesem leben zahme Sikahirsche, die gefüttert werden wollen und von den sehr vielen Besuchern auch gefüttert werden. Man kann im Park "Futterscheiben" kaufen und wer so etwas hat, wird umgehend von den Sikahirschen bedrängt, an den Kleidern gezogen, auch etwas gebissen, um klar zu machen, dass sie noch mehr wollen. Es hat insgesamt über 1'200 dieser Hirsche und das Gras ist überall bis auf Millimeterhöhe abgefressen. Da die Geweihe der Hirsche gefährlich werden können, werden die Hirschmännchen im Herbst eingefangen und deren Geweihe von einem Shintopriester abgeschnitten. Die Hirsche sind nicht nur in diesem Park, sie sind auch in allen Tempeln der Umgebung, in den privaten Gärten der Wohnhäuser, in Blumenrabatten entlang der Strassen usw.
Nach dem Park haben wir noch den buddhistischen Tōdai-ji-Tempel, den Yoshikien-Garden, Kohfukuji-Tempel und welche deren Namen wir nicht mehr herausfinden konnten besucht. Mit den vielen tausend Göttern braucht es auch viele Tempel.
Die Rückfahrt mit dem Zug hat auch gut geklappt, wir haben zwar einen schnelleren Zug einer falschen Bahngesellschaft genommen, das Billettprüfgerät beim Ausgang hat zwar gemeckert, wir konnten aber trotzdem durch. Wahrscheinlich wissen auch die Automaten, dass die Ausländer nicht einmal Japanisch können und deshalb Hopfen und Malz sowieso verloren sind. Wir sind dann noch durch ein Einkaufszentrum im Hafen geschlendert. Dort wachen nicht nur Polizisten sondern auch Roboter. Da die Blumen in unserer sog. Suite schon welk waren, haben wir noch neue gekauft.
