Hồ Chí Minh, 3. März 2026
Heute um 11.00 sind wir bei der Mündung des Mekong angekommen, an welcher die Stadt Vũng Tàu liegt. Der Mekong hat eine Länge von gegen 5'000km und ist von kleineren Schiffe...


Veröffentlicht: 04.03.2026










































Heute haben wir einen langen Ausflug zu einem erhaltenen Teil des Tunnelsystems der Vietcong ("Việt Nam Cộng-sản"oder Nationale Front für die Befreiung Südvietnams ) gemacht. Der Weg zu den Cu Chi-Tunneln führt zum Teil zwar über eine Autobahn, aber der Verkehr ist so dicht und vor allem sind die Strassen mit Motorrädern überfüllt, dass man für die 100km über 2 Stunden benötigt.
Vor dem Besuch der Tunnel haben wir noch einen Betrieb besucht, bei dem sehr hochwertige Lackbilder durch kriegsversehrte Menschen hergestellt werden. Sie wurden insbesondere durch "agent orange" geschädigt. Dieses hat grosse Langzeitschäden verursacht und es werden immer noch stark behinderte Menschen geboren. Die Lackbilder werden in monatelanger Handarbeit gefertigt. Zuerst wird das Holz feingeschliffen und dann acht Mal lackiert und geschliffen. Nach vier Lackschichten wird ein Bild aus Perlmutt, aus gebrannten oder ungebrannten Eierschalen usw. aufgelegt und nochmals vier Mal lackiert und geschliffen. Zum Teil werden die Bilder auch in kleine Boxen oder Möbel eingebaut.
Danach wurde uns noch die Herstellung von Reispapier demonstriert. Damit werden je nach Dicke, Frühlingsrollen oder Reis-Chips hergestellt. Die Chips waren auf jeden Fall hervorragend.
Der Cu-Chi-Tunnelkomplex ist stark besucht. Der Prospekt schreibt, dass jährlich mehrere Millionen diesen Komplex besuchen. Das Tunnelsystem der Vietcong umfasste insgesamt mehrere 1'000km und alleine an diesem Ort, wo sie als historisches Monument unterhalten werden, gibt es schon mehrere 100km. Die Vietnamesen sind deutlich kleiner als die Europäer und entsprechend sind für uns die Tunnel sehr eng, selbst diese, die man für Besucher etwas vergrössert hat.
Als Besucher kann man ein Teilstück durch die Tunnel kriechen und das macht durchaus Eindruck. Auch zu sehen, wo sie gelebt und gekocht haben. Wie sie die Amerikaner in die Irre geführt haben, nur am Morgen bei Nebel Feuer gemacht haben und den Rauch an verschiedene Ort abgeltet haben, Fallen gestellt haben, die offenbar funktioniert haben. Wie sie erbeutetes Material verwendet haben: Aus Reifen und Schläuchen wurden Schuhe gemacht, nicht explodierte Cluster-Bomben wurden zu Minen und Sprengfallen umgebaut, Metall aus Granaten wurde eingeschmolzen, die Bombentrichter wurden mit Aushub aus den Tunneln gefüllt und das Aushubmaterial fiel so nicht auf. In die Ventilationshügel vergruben sie Kleider und Tabakwaren von gefallenen Amerikanern, so haben die Spürhunde nichts Auffälliges gefunden. In den Tunneln gab es Schotts um Giftgasangriffe abzublocken... Insgesamt ist es unglaublich, wie hart das war, wieviel Energie die Vietcong investierten und mit welchem Ideenreichtum sie den Amerikanern Paroli geboten haben. Dennoch sind alleine hier über 50'000 Vietnamesen gestorben.
Eine komplette Absurdität findet aber heute statt. Die Touristen können am Ende des Rundgangs scharfe Munition kaufen und entweder mit AK47 oder mit Maschinengewehren herumballern. Wenn man die Tunnel besucht, hört man sehr laute Schiessereien aus echten Waffen. An einem Ort, der die Sinnlosigkeit von Krieg zeigt, kommt den Vietnamesen und den Touristen nichts Besseres in den Sinn als herum zu ballern.
Nach dem Besuch der Tunnels haben wir in einem lokalen Restaurant an einem Seitenarm des Saigon Rivers ein ausgezeichnetes, vietnamesisches Mittagessen genossen. Danach ging es zurück zum Schiff. Der Guide hat die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt genutzt und den Fahrer gebeten eine Stadtrundfahrt zu machen, womit wir nochmals die wichtigsten Orte von Ho Chi Minh gesehen haben.
Am Abend sind wir dann den Mekong wieder heruntergefahren und wir haben das genutzt um das Abendessen auf unserem Balkon zu geniessen.
