Überfahrt Hồ Chí Minh - Đà Nẵng, 5. März 2026
Heute ist wieder ein Seetag. Wir machen unsere üblichen Sachen, Referate hören, Gespräche mit Mitreisenden, Fitnesscenter- und Sauna-Besuche sowie nicht zuletzt Vorbereitung der...


Veröffentlicht: 07.03.2026




















































Wir sind wie geplant im Hafen von Đà Nẵng angekommen. Dieses Mal ist es ein riesiger Container-Hafen und wegen der grossen Maschinen darf dort niemand zu Fuss unterwegs sein. Die Temperatur ist angenehm um 25°C, sonst ist es stark bewölkt und es sind starke Niederschläge angekündigt.
Unser Guide und unser Fahrer sind pünktlich gekommen und wir sind als erstes zu den Marmor Bergen gefahren. Die Fahrt führte zuerst entlang der bekannten Strände von Đà Nẵng. Die Strände und Hotels entsprechen westlichen Standards und es hat einige 5-Sterne-Häuser. Zum Teil gibt es aber grosse Ressorts, die in der Zeit von COVID im Bau waren und dann nicht mehr fertig gestellt wurden. Der Verkehr war wie immer unbändig und überall gibt es unendlich viele Motorräder.
Die Marmor Berge liegen im Städtchen "Ngũ Hành Sơn", das ganz auf die Marmor- und Halbedelstein-Verarbeitung ausgerichtet ist. Es sind fünf Hügel aus Kalkstein bzw. Marmor, welche die "fünf" Elemente repräsentieren sollen: Metall, Wasser, Holz, Feuer und Erde. Sie wurden lange Zeit als Steinbrüche genutzt und durchlöchert. Als sie zu verschwinden drohten, wurde der weitere Abbau verboten. In den Schächten und Höhlen wurden Kultstätten für die chinesischen, buddhistischen und Hindu-Gottheiten eingerichtet. Es ist interessant, hier diese Opfer- und Gebetsorte nebeneinander zu sehen, ohne dass es offenbar Ärger gibt. Vor allem in Indochina werden übrigens auch die weiblichen Buddhas sehr verehrt. Je nach Quelle sind es fünf oder acht (Dhatvishvari/ White Tara, Buddhalochana, Mamaki, Pandaravasini, Samayatara bzw. Sarasvati, Chunda, White Tara, Khadiravani Tara, Sitatapatra, Marichi, Ushnishavijayam, Parnashabari).
In den Läden und Handwerksbetrieben gibt es hier viele Skulpturen zu kaufen. Wir hätten beinahe zwei Löwen gekauft, für 12'000USD (inkl. Lieferung) gibt es einen etwa 1'000kg schweren, gut 1m hohen Marmor-Löwen ;).
Nach einer längeren Fahrt entlang von Dörfern mit den bekannten Shop-Houses, vielen Reisfeldern und kleinen Bananenplantagen sind wir beim Mỹ Sơn Sanctuary angekommen. Zeitweise wurden wir beim Besuch mit tropischem Starkregen verwöhnt.
Wie schon erwähnt, wurde Mỹ Sơn vom 4. bis und mit 13. Jahrhundert genutzt und ist die am längsten, ununterbrochen genutzte Kultstätte in der Region. Gebaut wurde die Anlage von den Champa auch Cham, die hier im 2. Jahrhundert ein Königreich errichteten. Ihre Sprache war Chamic eine Unterfamilie der malayo-polynesischen Sprachen, welche immer noch 385 Millionen Personen verwendet wird. Sie gehört zur austronesischen Sprachfamilie. Gegenüber anderen Religionen waren sie offenbar sehr inklusiv. Schon früh übernahmen sie den Hinduismus und die Inschriften sind auf dem Gelände in Sanskrit. Ab dem 10. Jahrhundert integrierten sie auch die islamischen Gebräuche. Ab dem 15. Jahrhundert wurden sie von den Viet verdrängt und verschoben ihren Schwerpunkt in das heutige Kambodscha. Angkor Wat gehörte dann schon zu ihrem Netzwerk, wo sie sich dann auch noch mit dem Buddhismus anfreundeten.
Mỹ Sơn wurde leider im Krieg stark zerstört. Die Vietcong nutzten dieses Gebiet als Basis und die Amerikaner bombardierten es gnadenlos. Davon zeugen noch viele Bombenkrater und Einschusslöcher. Die Gebäude wurden aus Backsteinen gebaut, Säulen und Verzierungen wurden aus Sandstein gehauen. Beim Versuch kleine Gemäuer wiederherzustellen, zeigte sich, dass heutige Backsteine zu wenig widerstandsfähig sind. Offenbar hatten die Erbauer eine Brenntechnik, damit die Backsteine in diesem Klima widerstehen. Die Archäologen sind sich uneinig, wie sie das hinbekommen haben.
Heute unterstützt Indien den Erhalt der Anlage. Es ist davon auszugehen, dass dabei die hinduistischen Elemente der Kultur in den Vordergrund gestellt werden.
Nach dem Besuch der Anlage hatten wir ein ausgezeichnetes, lokales Mittagessen, das natürlich viel zu gross war. Nachher haben wir noch einer Tanzveranstaltung beigewohnt, die historische Elemente dargestellt hat.
Der Besuch von Mỹ Sơn hat uns ziemlich genudelt und mehr Zeit als geplant in Anspruch genommen. Zum Glück hat das Schiff später als ursprünglich angekündigt abgelegt, so dass wir problemlos etwas später zurück kommen konnten.
Auf dem Schiff haben wir schon verschiedenste Leute kennengelernt. Beim Abendessen hat Maria aber den Nebentisch bestaunt, da sass unter anderem einer der Söhne des Gründers von Marias frührer Firma. Was natürlich zu einem grösseren Hallo führte.
