Nagasaki, 2. Tag, 22. März 2026
Für heute war die Wetterprognose nicht mehr so gut. Ab Mittag wurde Regen prognostiziert. Deshalb sind wir frühzeitig losgezogen und haben uns das Quartier "Dejima" angesehen....


Veröffentlicht: 23.03.2026



















































Heute sind wir in Korea in der Stadt Busan angekommen. Busan ist eine Hafenstadt mit dem siebtgrössten Containerhafen der Welt. Rotterdam als grösster Hafen in Europa ist ein Drittel kleiner und nur auf Platz 10.
Wir haben eine Tour gebucht, die uns zu den von uns geschätzten "alten Steinen" führte. Dafür war zuerst eine 1 1/2-stündige Busfahrt nötig. Unterwegs konnten wir schon einen Eindruck von der Landschaft, von den Leuten und natürlich vom Verkehr gewinnen. Korea ist ebenfalls ein sauberes und sicheres Land. Verglichen mit Japan und Singapur liegt allerdings schon ab und zu Abfall herum, verglichen mit Indonesien, Malaysia usw. ist es aber sehr wenig. Die Leute sind auch hier sehr freundlich und hilfsbereit.
Die Landschaft um Busan ist hügelig und auch ausserhalb der Städte ziemlich besiedelt. In den Städten hat es sehr, sehr viele, eng beieinanderstehende Hochhäuser. Auf dem Land sind viele Häuser im alten Stil gebaut. Das heisst, sie haben vor allem Dächer, die an buddhistische Tempel erinnern. Aber auch Tankstellen und Autobahnraststätten haben solche Dächer.
Unser erster Halt war bei den sehr grossen Hügelgräbern Daereungwon in der Stadt Gyeongju. In einem Park hat es schon 23 Hügelgräber, in der Umgebung gibt es aber noch viele, weitere solcher Gräber. Die Gräber wurden in der Zeit des Königreiches Silla gebaut. Es gibt praktische keine Überlieferungen zu diesem Königreich. Eine Quelle besagt, dass es von 57 v. Chr. bis 935 v. Chr. bestand hatte. Die Gräber sind sehr komplex aufgebaut, sodass Untersuchungen enorm aufwändig sind. Die untersuchten Gräber wurden dem 3. bis 5. Jh. zugeordnet. Insgesamt wurden rund 30'000 Artefakte gefunden, darunter Kleider, Schmuck, Waffen, Töpfereien und was tote Könige und Königinnen halt so brauchen. In einen der Grabhügel (Grab Cheonmachong,"Grab des Himmelspferdes") kann man hineingehen und sich eine 1:1-Vorstellung bekommen, wie so ein Grab gebaut worden ist. Seltsamerweise gibt es hier, wie auch beispielsweise in Vietnam, keinerlei Knochenfunde. Dass es keine Aufzeichnungen, Zeichnungen u.dgl. mehr gibt, ist vor allem auf den Koreakrieg zurückzuführen, genau wie in Vietnam auf den Vietnamkrieg sowie in Hiroshima und Nagasaki auf die Atombombenabwürfe.
Im nahen Gyeongju Nationalmuseum konnte wir dann einige der Artefakte ansehen. Es wurde im Museum auch gezeigt, dass seit dem Neolithikum hier Menschen gesiedelt haben. Sie haben aber keine Funde aus der Zeit zwischen dem Neolithikum und der Bronzezeit, die hier verglichen mit Europa wesentlich später war. Es sind aber wirklich sehr schöne Funde und wegen der Komplexität des Hügelbaus haben es keine Grabräuber geschafft, hier etwas herauszuholen.
Im Anschluss haben wir in einem lokalen Restaurant ein koreanisches Festessen bekommen. Es wurden 25 verschiedene Gerichte und verschiedene lokale Getränke serviert. Wir hätten gleich in einen tiefen Verdauungsschlaf sinken können.
Es ging aber weiter zum Tempel Bulguksa der ebenfalls in der Stadt Gyeongju liegt. Er ist einer der bedeutendsten buddhistischen Bauwerke Koreas und wurde 528, also in der Zeit des schon erwähnten Königreiches Silla, erbaut. In der langen Zeit ist die Tempelanlage wiederholt niedergebrannt (wie z.B. der goldene Tempel in Japan) und wurde dann wiederaufgebaut und teilweise verändert. Die heutige Anlage entspricht aber wieder weitgehend der ursprünglichen Form, die durch archäologische Grabungen ermittelt wurden. Insgesamt eine grosse, schöne, belebte und immer noch genutzte Tempelanlage.
Nach den vielen Eindrücken und den längeren Gehstrecken wurde es Zeit die 1 1/2-stündige Busfahrt zurück zum Schiff zu nehmen. Unterwegs hat unser Guide noch über die Folgen des Koreakriegs und den Umgang der Südkoreaner mit dem Regime in Nordkorea erzählt.
Zurück auf dem Schiff haben wir uns noch die Präsentation der nächsten Häfen angesehen und haben nur ein kleines Abendessen eingenommen.
Morgen werden wir nach dem Abstecher nach Korea wieder die Einreiseprozedur in Japan machen.