Südafrika - Kapstadt, Stellenbosch & Garden Route
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Swartberg Pass & Straußenvögel

Veröffentlicht: 04.09.2019

Freitag 8.1.16

Schon beim Frühstück um 9.00h wird klar: Es wird heiß heute. Um 9.30h fahren wir los, wollen eigentlich zuerst zu den Cango Caves verfahren uns aber irgendwie und passieren zuerst die grandiose Schlucht Meiringspoort, ohne zu wissen, dass diese es ist – weil wir ja immer noch glauben, auf der anderen Straße zu sein, die zu den Höhlen führt. Die Meiringspoort-Schlucht ist die Hauptstraße durch die Swartberge und eine National Route (N12), bietet steil aufsteigende Felswände, eine gewundene Straße und das Gefühl im Hochgebirge zu fahren. 


Meiringspoort Schlucht

Direkt dahinter wird es flach und als wir nach über einer halben Stunde immer noch nichts von den Cango Caves sehen, werfe ich das Navi auf dem Handy an und wir stellen fest, dass wir östlich des Swartberg Passes gefahren sind, wo wir eigentlich erst auf der Rückfahrt langfahren wollten.

Prince Albert



Prince Albert

Wir fahren einen Abstecher nach Prince Albert, einen kleinen Ort in der Nähe, der wunderschöne Häuschen hat und sehr ruhig, nobel und hübsch in der Sonne liegt. 


Dann machen wir uns auf den Weg zum Swartberg Pass. Ein gewisser Thomas Bain hat diese Passage in den 1880er Jahren den Bergen abgerungen. 27 Kilometer führt sie bis auf fast 1600 Höhenmeter hinauf und wieder hinunter. Heute zählt diese Straße als Nationaldenkmal Südafrikas und die Swartberge sind seit 2004 sogar UNESCO Weltnaturerbe. 

Ihren Namen verdanken die Berge den ersten Siedlern, die aus der Ferne den flachen Bewuchs als schwarz ansahen. Das Gestein ist jedoch rot. Die Gebiete Kleine Karoo und Große Karoo werden von den Swartbergen getrennt. 


Swartberg Pass

Gleich zu Beginn der Swartberg Pass-Strecke, die unbefestigt ist (Januar 2016), müssen wir durch einen Bach fahren, der aber flach ist. Dennoch ein etwas blödes Gefühl mit einem normalen PKW und ohne Kenntnis davon, wie tief das Wasser wirklich ist, oder ob da ggf. fiese Löcher unter dem Wasser lauern...Wer will sich da schon festfahren?


Swartberg Pass

Swartberg Pass

Swartberg Pass

Neben uns sind grandiose Felsformationen zu sehen – es sind mittlerweile über 30 °C und um uns zirpen die Grillen. Nach dem Regen des gestrigen Tages sind die Spurrillen in dem Weg sicher noch schlimmer als sonst. Insbesondere, weil sie nicht nur längs sondern sehr viel quer zur Fahrtrichtung verlaufen, da alle Autos dauernd anfahren, bremsen, anfahren, bremsen. 

Das Ganze wird von unzähligen Schlaglöchern ergänzt, die das Fahren zu einer absoluten Tortur für Fahrer und Beifahrer machen. Das einzig Gute auf dieser ätzenden Strecke ist, dass uns kaum mal Autos entgegen kommen und auch hinter uns keiner kommt.


Streckenweise führt die holperige Piste entlang eines steilen Hangs, so dass mein Beifahrer irgendwann auf der Rückbank Platz nimmt. Africa is not for sissies – und diese Strecke ist nix für uns beide.

Swartberg Pass


Eigentlich sind es nur 25km von Anfang bis Ende dieses Passes, aber wir brauchen zwei Stunden, wenngleich wir praktisch alle Aussichtspunkte links liegen lassen – so abgenervt sind wir von der Fahrerei. 


Überall steht, dass man dies gut mit einem normalen Auto fahren kann. Das stimmt zwar, aber man muß derart vorsichtig fahren, um sich nicht das Chassis abzureißen oder aufzusetzen und den Auspuff zu verlieren – das macht keinen Spaß. Auch nicht nach 6.000 km in Alaska – das ist hier nix für eine Wiederholung. Schöner Ausblick hin oder her. Wir halten nur oben am Top und schießen ein paar Fotos. 



Wir am Die Top

Blick vom Top

Ausserdem wachsen hier büscheweise Proteen, in denen wunderschöne Vögel, mit langen Schwänzen sitzen, die sich aus den Blüten den Nektar holen. 



Soweit so schön – und dann haben wir irgendwann nach 14.00h dieses Erlebnis Swartbergpass in unserem persönlichen Reisetagebuch verankert und sind froh, als wir um 14.30h die Cango Caves erreichen. Das Ticket für 85 Rand für 15.00h ist schnell gekauft. Man kann hier nur mit einer Führung rein. Während wir noch dachten, dass wir besser eine Jacke mitnehmen, erklärt uns der Junge, der auf dem Parkplatz sein Taschengeld aufbessert schon, dass es drinnen 30 Grad sind.





Die Höhle ist schön. Man sollte feste Schuhe tragen und Treppen laufen können. Sie besteht aus mehreren mehr oder weniger großen Höhlen, mit teilweise riesigen kathedralenartigen Dächern und beeindruckenden Stalagtiten.

Nach einer Stunde hat uns das Tageslicht wieder und auf unserem Rückweg halten wir noch schnell an irgendeiner Straußenfarm. Schon auf dem Weg hierher und auch gestern haben wir immer wieder links und rechts der Straßen weitläufige Weiden gesehen, auf denen hier keine Rinder, sondern hunderte Straußen rumlaufen. 



Die Cango Ostrich Farm ist nun sicher nicht die beste Adresse, aber wir erwischen die letzte Führung um 16.30h und lernen ein wenig.




Die Federn der Weibchen sind gräulich-braun und werden nur für Staubwedel genutzt. Die Federn der Männchen sind deutlich hochwertiger und weicher und aus diesen macht man dann Federboas. Die Männchen haben in der Balz-Zeit einen roten Schnabel und sind dann auch ziemlich aggressiv. Strauße werden bis 60, 70 Jahre alt. Weibchen legen 14-15 Eier pro Wurf. Wenn man ihnen Eier aus dem Nest nimmt, produzieren die quasi „automatisch“ neue. Das ist für die Straußen-Farmer natürlich ein unglaublich einträgliches Geschäft. Die produzieren so also non-stop Eier oder auch Strauße, denn die weggenommenen Eier kommen in einen Inkubator, wenn sie denn befruchtet sind. Um festzustellen, dass sie befruchtet sind, kommen sie auf eine Art Durchleuchtungs-Tisch. 

Die, die nicht befruchtet sind, kann man dann immer noch verwenden als Nahrungsmittel und als Souvenirs. Diese gibt es hier überall (auch in Kapstadt) reichlich. Verzierte Straußeneier in jeglicher Deko-Art. Manche sind geschnitzt, als Lampe, als Kerzenhalter oder einfach mit afrikanischen, chinesischen Dekoelementen versehen – dazu dann die buntesten Federboas, die Straußen werfen viel Geld ab für die Farmer, die auch alle enstprechend reich sind und riesige Häuser und Villen bewohnen. Das Fleisch von Straußen ist praktisch fett- und cholesterinfrei. Strauße fressen pro Tag etwa 2,5 Futter-Pellets und rund 1 Kilogramm Steine! Die Tiere brauchen diese Steine in ihrem Verdauungstrakt, man kann es kaum glauben. Dumm sind sie zudem, ihr Hirn ist klein und man kann sie mit sehr simplen Tricks überlisten. Aber sie sind nicht gerade nett und wenn man ihnen Futter hinhält werden sie zu Fressmaschinen. Männchen wiegen um die 120 Kilo, Weibchen um die 100 Kilo. Also auch nichts, womit man sich anlegen möchte. Hinzu kommt, dass die Füße der Tiere mit sehr scharfen Krallen versehen sind. Ein angreifender Strauß kann einen problemlos mit einer Kralle von oben bis unten aufschlitzen.


Nach einigen Infos dieser Art, laufen wir entlang einiger Gehege. Die Tiere sehen tw. echt räudig aus. Also diese Farm stellt hier entweder die abgetakeltsten Tiere aus oder die pflegen ihre Viecher einfach nicht. Man kann hier die Tiere füttern und auch auf einem Straußenei stehen. Die Dinger sind derart stabil, dass die Schale nicht zerbricht. Ein eher zweifelhaftes Spektakel ist das Reiten auf Straußen. Die zwei deutschen Jungen, die außer uns an dieser Führung teilnehmen, machen das mit. Aber die Art und Weise erscheint wie Tierquälerei. 

Den Straußen werden Säcke über den Kopf gezogen, damit die nichts sehen und dann setzt sich der blöde Tourist auf den Rücken der Tiere. Sobald der Sack abgenommen wird, setzt der Fluchtinstinkt ein und die Tiere rennen durch das Gehege. Man soll dann den Hals als „Joy-Stick“ oder Steuerknüppel nutzen. 


Die Tierpfleger haben das vorher kurz gezeigt. Aber das ist wirklich unglaublich brutal und kann einfach nicht richtig sein. Die anderen Straußenfarmen in der Gegend bieten sogar Straußenrennen an, wenn man dort eine Besichtigung macht. Also das braucht man nun wirklich nicht.



Zurück in Oudtshoorn finden wir mit dem Restaurant „Black Swan“ ein schönes Plätzchen zum Draußensitzen. Ich gönne mir nochmals Bobotie – so lecker. Auch der Salat vorneweg mit roter Beete und blue cheese schmeckt zum Sitzenbleiben. 


Um 20.00h sind wir im Hotel. Bilder sichern, Feierabend. Ab ins Bett.

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