Entlang der Memel
Mit einem Stopp am Schloss Panemunė folgen wir der Memel flussaufwärts – immer entlang der russischen Grenze, Richtung Kaunas. Überall blühen Wildblumen, und natürlich sehen wir...

Veröffentlicht: 17.07.2025








































Direkt nach dem Frühstück verlassen wir Kaunas zum ersten Ziel des Tages: Schloss Trakai.
Am See entlang, über eine Brücke zum eindrucksvoll gelegenen Wasserschloss, das schon vom gegenüberliegenden Ufer aus mächtig wirkt.
Eine Stunde lang streifen wir durch die alten Mauern und erfahren mehr über die bewegte Geschichte. Doch kaum schauen wir aus einem der Tore, kündigen sich dicke Regen- und Gewitterwolken an. Zum Glück ist der Bulli in Laufweite – dort finden wir Schutz und machen erst einmal Pause.
Als das Wetter sich beruhigt, geht es weiter Richtung Vilnius. Nach Stau, Platzregen und einer überfluteten Straße erreichen wir schließlich unser Ziel: den Messeparkplatz, der im Sommer teils für Camper geöffnet ist.
Kurz darauf machen wir uns mit den Öffentlichen auf in die Altstadt – und siehe da: Die Sonne zeigt sich wieder.
Ganz ohne Plan lassen wir uns treiben und entdecken wunderschöne Ecken. In der St.-Kasimirkirche geraten wir zufällig in eine stimmungsvolle Orgelprobe mit Operngesang, später stehen wir vor der Kathedrale von Vilnius und erspähen den Gediminas-Turm. Immer wieder begegnen uns Gebäude aus Reiseführern und Fotos: der Präsidentenpalast, das Tor der Morgenröte, die Universität.
Durch das Glaserviertel kommen wir schließlich zu einem kleinen französischen Restaurant, das uns verzaubert. Satt und glücklich laufen wir zurück durch die Altstadt, genießen den Sonnenuntergang am Ufer der Memel, und nehmen den Bus zurück zum Messegelände.
Am nächsten Morgen starten wir früh – Ziel: der Stadtteil Užupis, die „Republik“ der Künstler. Nach einem kleinen Frühstück sind wir zunächst etwas enttäuscht: Es wirkt weniger alternativ als erwartet. In Reiseberichten- und Reiseführern wurde der Stadtteil mit Orten wie Christiania in Kopenhagen oder Montmartre in Paris verglichen. Das suchen wir vergeblich. Doch beim Grenzübergang zur Altstadt finden wir dann doch noch ein kleines Überbleibsel des einstigen alternativen, künstlerischen Charmes.
Ein weiteres Highlight: das Museum der Illusionen. Hinter der Fassade eines historischen Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert verbirgt sich eine beeindruckende Sammlung optischer Täuschungen, physikalischer Spielereien und interaktiver Kunst. Besonders spannend: Die Geschichte des Hauses, das in früheren Jahrzehnten ganz andere Funktionen hatte – vom Wohnhaus bis zum Lagerraum und sogar Tunnel als Fluchtwege im zweiten Weltkrieg.
Wir lassen uns weiter treiben, besteigen Mauern, naschen hier und da und beenden den Tag rechtzeitig vor dem nächsten Gewitter in einem traditionellen litauischen Restaurant.
Right after breakfast, we leave Kaunas and head to the first destination of the day: Trakai Castle.
We walk along the lake and across a bridge to the impressively situated water castle, which already looks majestic from the opposite shore.
For about an hour, we wander through the old walls and learn more about its eventful history. But just as we step outside through one of the gates, dark thunderclouds start rolling in. Luckily, our Bulli is within walking distance – we take shelter there and pause for a break.
Once the weather calms down, we continue on toward Vilnius. After traffic jams, heavy rain, and even a flooded road, we finally reach our destination: a trade fair parking lot that is partially open to campers during the summer.
Soon after, we hop on public transport and head into the old town – and look, the sun has returned.
Without any fixed plan, we let ourselves drift and discover beautiful corners of the city. In St. Casimir’s Church, we stumble upon an atmospheric organ rehearsal accompanied by opera singing. Later, we find ourselves in front of Vilnius Cathedral and spot Gediminas Tower. Again and again, we come across buildings we recognize from guidebooks and photos: the Presidential Palace, the Gate of Dawn, the university.
Wandering through the glass quarter, we eventually arrive at a small French restaurant that completely enchants us. Full and happy, we stroll back through the old town, enjoy the sunset along the banks of the Neris River (Memel), and catch a bus back to the fairgrounds.
The next morning, we set off early – destination: Užupis, the self-proclaimed "Republic" of artists. After a small breakfast, we’re initially a little disappointed: it feels less alternative than expected. Travel blogs and guides often compare this district to Christiania in Copenhagen or Montmartre in Paris – but we search in vain for that atmosphere. However, at the border crossing back into the old town, we find remnants of Užupis’s former artistic charm.
Another highlight: the Museum of Illusions. Behind the façade of a historic 16th-century building lies an impressive collection of optical illusions, playful physics, and interactive art. Particularly fascinating is the story of the building itself – over the centuries, it served many different purposes: from a residence to storage space and even as a network of escape tunnels during World War II.
We continue to explore, climb old walls, snack here and there, and finish the day just in time before the next thunderstorm in a traditional Lithuanian restaurant.
