Camperleben
Am Anfang stand der große Wunsch: Einmal direkt am Wasser stehen. Mittlerweile ist dies fast zur Gewohnheit geworden. Wir campen oft auf Plätzen beinahe allein und mit Blick auf...


Veröffentlicht: 26.08.2026
Gestern kamen wir in Litauen an. Unser erster Weg führte uns heute zum "Berg der Kreuze", einem katholischen Wallfahrtsort. Wir fanden einen Hügel mit vielen tausend unterschiedlichsten Kreuzen, dazu ungezählte Rosenkränze und natürlich einige Marienbilder.
Unsere Gedanken dazu sind zwiespältig: Einerseits ist dieser Berg ein Beispiel katholischer Volksfrömmigkeit, in der Sorgen, Ängste und Hoffnungen der Menschen ihren Ausdruck finden. Andererseits ist er ein touristischer Hotspot, an dem allerhand kitschige Devotionalien feilgeboten werden.
Einerseits ist dieser Ort Ausdruck eines widerständigen Bewusstseins, weil hier in der Sowjetzeit die Opfer des Systems besonders verehrt wurden, umso mehr nachdem die sowjetischen Herrscher Bulldozer geschickt und alle Kreuze zerstört hatten. Andererseits kann das Kreuz als Symbol sich sich auch nicht wehren, wenn es isoliert wird vom Glauben und Handeln Jesu und so entleert wird, dass am Ende (Müll-)Haufen voller Kreuze entstehen.
Kurz bevor weitere Touristenbusse ankamen, fuhren wir weiter an einen der idyllischten Camping unserer Reise.
Wieder direkt am See, wieder beinahe alleine und diesmal ganz viel Sonne. Wie auf einer ganz anderen Seite des Lebens als am Kreuzeberg.
