BLOG 8: Tierstation und Karibikflair
Für heute haben wir keine besonderen Pläne, zunächst besuchen wir das unserer Lodge sehr nahegelegene Tierhospital, das sich recht hochgestochen „Jaguar Rescue Center“ ne


Veröffentlicht: 05.02.2026

































Unsere nächsten Ziele sind der Kulinarik gewidmet…
Zunächst geht es über viele Kilometer zur Ananas Ranch „Roswitha“ der Schweizer Familie Dähler. Diese Familie hat eine ausgesprochen bewegte Geschichte, die wir sehr spannend finden, deswegen eine kurze Zusammenfassung, basierend aus Meldungen in Schweizer Zeitungen und der Homepage der Ranch Roswitha.
Die Geschichte der Familie Dähler ist eine Reise über drei Kontinente. In den 1980er Jahren begann Johann Dähler in der Elfenbeinküste mit dem Anbau von Ananas und wurde schnell als „Ananaskönig“ bekannt. Nach politischen Unruhen, Bürgerkrieg und dem Verlust ihrer Plantage und überhaupt praktisch aller Habseligkeiten flüchtete die Familie in die Schweiz zurück. Doch der Traum vom Ananasanbau lebte weiter.
2003 zog Johann Dähler mit seinem Sohn Johann Jr. nach Costa Rica und gründete die Hacienda Roswitha in Sarapiquí. Mit idealen klimatischen Bedingungen und fruchtbarem Boden begann die Familie erneut mit dem Anbau von Ananas. Heute umfasst die Plantage 780 Hektar Land, davon 450 Hektar für die Ananasproduktion, während der Rest geschützter Regenwald und Weideland für Wasserbüffel ist. Die Familie exportiert jährlich zwischen 300 und 400 Tonnen Ananas in die USA, nach Kanada und Europa.
Ein Artikel in der Zeitschrift "Der Schweizer Bauer" gibt einen ausführlichen und detaillierten Bericht über die Farm und den Ananas Anbau bzw. die kommerziellen Aspekte dazu.
Link: Inmitten der Millionen von Dähler-Ananas - Der Schweizer Bauer
Ein besonderer Bestandteil der Hacienda ist die Wasserbüffelhaltung, die gezielt eingesetzt wird, um die feuchten und sumpfigen Bodenbereiche optimal zu nutzen, die sich für den Ananasanbau weniger eignen. Die Büffel tragen zur Pflege der Landschaft bei, und damit produziert die Farm auch hochwertiges Büffelfleisch, das in der Region geschätzt wird.
Im Jahr 2023 verstarb der gebürtige Appenzeller Senior, in der Schweiz als „Ananaskönig“ bekannt, im Alter von nur 70 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Die schweren Zeiten in Westafrika hatten ihre gesundheitlichen Spuren hinterlassen.
Inzwischen haben seine vier Kinder die Nachfolge angetreten.
Heute leiten die drei Söhne in der Firma in Costa Rica, die eigentlich eine Holding mit verschiedenen Tochterfirmen ist, darunter die Farm und das Reisebüro Swiss Tropical Tours. Johann Dähler Jr. ist der operative Chef der Ananas Farm, Michael Dähler ist der Finanzchef und zuständig für die Wasserbüffel, Stéphane Dähler leitet das Reisebüro.
Bei der Farm in der Elfenbeinküste (heutzutage vor allem Kautschuk), die sie einst verlassen mussten und im Jahr 2012 zurückkauften, ist auch ihre Schwester Andrea Dähler an Bord, die zusammen mit ihrem Mann dort lebt und ebenfalls Unternehmerin ist.
Swiss Tropical Tours hat in Zusammenarbeit mit den Tiroler Ideal Tours unsere Mittelamerika Reise (bis jetzt 😊) exzellent organisiert – besten Dank auch an unsere Betreuerin Pauline in San Jose.
Wir treffen Stèphane zufällig im Hotel in Sarapiquí – er ist mit einer Schweizer Reisegruppe unterwegs – und haben ein sehr angenehmes Gespräch mit ihm, Er war durch Pauline im Detail über unsere Reise informiert.
Über teilweise sehr schlagloch-reiche Nebenstraßen – die Hauptstraßen sind meistens sehr ok – geht es zu Roberto’s Vanille Farm. Der Eigentümer begrüßt uns sehr freundlich, er hat auch schon einiges in seinem Leben erlebt und einige Jahre in Phoenix / Arizona und Tschechien gelebt, ist aber dann wieder auf die Farm seiner Familie zurückgekehrt. Da er schon länger im Gewürz, aber auch Düngemittelhandel tätig war, setzt er jetzt seit einigen Jahren auf Vanilla als hochwertigem und gut zu verkaufendes Produkt, er erklärt uns die verschiedenen Sorten und seine Wahl einer speziellen aus Madagaskar, die er als einiger der wenigen in Costa Rica anbaut. Auch die Auswahl der Trägerbäume für die Schlingpflanze Vanille ist entscheidend für den Erfolg.
Die Ernte der Schoten ist schon abgeschlossen, sodass wir draußen nur mehr ein „Ansichtsexemplar“ sehen.
Ein ausgezeichneter Espresso in seinem (noch inoffiziellen, da der Lizenzierungsprozess sich über Monate hinzieht – es lebe die Bürokratie in Costa Rica) rundet unseren interessanten Besuch bei ihm ab.
