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Bondi Beach, Shopping und eine neue Familie

Veröffentlicht: 05.01.2017

Der Tag nach Christmas Day wird Boxing Day genannt und in Australien ist das traditionellerweise ein ausgiebiger Shoppingtag. Alle Läden haben offen und bieten besondere Specials oder Sales an, was tausende Leute anzieht. Wir haben uns das ein bisschen angeschaut, aber zuerst waren wir am berühmten Bondi Beach. Steve und Sue haben uns schon vorgewarnt, dass dort gerade am Boxing Day einiges los sein wird, aber dass es natürlich auch ein besonderes Erlebnis ist an diesem Feiertag dort zu sein. Also haben wir beschlossen dorthin zu fahren, weil wir uns den Strand eh anschauen wollten. Die Fahrt dorthin hat auch gut für einen Halbtagesausflug gepasst, denn nach dem langen Christmas Day haben wir am Montag erstmal ausgeschlafen.

Am späten Vormittag ging es mit dem Zug nach Bondi Junction und von dort nochmal ein paar Minuten mit dem Bus zum Beach. Kaum waren wir aus dem Bus gestiegen haben wir schon gemerkt, dass viel los ist. Aber es war eine gute Urlaubsstimmung und wir sind erst ein bisschen an der Promenade entlanggeschlendert bevor wir zum Strand runtergegangen sind. Dort waren dann ungefähr 2 Millionen Menschen. Ich hab noch nie so einen überfüllten Strand in Australien gesehen! Es war wie im Pauschalurlaub in der Hochsaison und im Wasser sogar noch schlimmer, weil man nicht überall rein durfte, sondern wie üblich nur zwischen den Fahnen, da der Bereich von Lifeguards überwacht wird. Da konnte man wirklich nicht mehr schwimmen, sondern nur stehen! Das Wasser war aber eh sowas von kalt, dass wir nur einmal kurz rein und dann gleich wieder raus sind. Ich hätte nicht erwartet, dass das Wasser so eiskalt ist! Aber ich fand es im Gegensatz zum Andi dann doch ganz schön erfrischend, weil es am Strand ziemlich heiß war. Dort lagen wir ungefähr 2 Stunden und ich hab mich schonmal in unseren Neuseeland-Reiseführer eingelesen, bevor wir wieder gegangen sind. Irgendwie hatten wir uns Bondi Beach etwas anders vorgestellt. Schon mit vielen Menschen, aber etwas hübscher, mit mehr Atmosphäre, Musik und Spaß. An dem Tag war es für uns irgendwie nur ein überfüllter Stadtstrand. Aber es war ein Erlebnis und wir waren mal am Bondi Beach.

Als wir wieder im Ort Bondi angekommen sind, haben wir uns in ein Einkaufszentrum gewagt und uns dort ein bisschen umgeschaut. Es war ziemlich voll und vor vielen Läden standen die Leute tatsächlich vor der Tür Schlange, um reinzudürfen! Das hab ich noch nie gesehen! Die Schlangen-Läden waren hauptsächlich teure Taschen-, Schuh- und Schmuckläden, die am Boxing Day auch für normale Leute erschwinglich sind. Außerdem ist mir aufgefallen, dass bestimmt 90% der Menschen Asiaten waren. Keine Ahnung, ob es Locals oder Touris waren (in Australien leben ja viele Asiaten), aber es war total ungewohnt für uns. Wir haben sonst im Centre nichts gefunden und so sind wir wieder in den Zug gestiegen.

Wir sind aber nicht gleich heimgefahren, sondern vorher noch in der Stadt ausgestiegen, um uns dort nochmal ein bisschen umzuschauen. Von der Zugstation sind wir zum Hyde Park gelaufen. Das ist einfach ein Stadtpark, der neben der St. Mary’s Cathedral liegt und an dessen nördlichen Ende die Macquarie Street (eine der ältesten Straßen der Stadt) anfängt. Im Park gibt es einen total schönen Brunnen, man hat einen tollen Blick auf die Stadt und nach einer breiten Allee gelangt man zum ANZAC Memorial.

Vom Hyde Park sind wir dann durch die Stadt zu einer anderen Zugstation gelaufen und haben zwischendrin in Geschäfte und Shopping Centre geschaut. Leider war es dort und vor allem in den Shopping Centern dermaßen voll, dass es nicht auszuhalten war und wir sind nach Hause gefahren. In der Zugstation Town Hall unten bevor man die Rolltreppen zu den Bahngleisen runtergeht haben wir dann nochmal was sehr schönes erlebt. Dort stand ein Geiger, der die Titelmelodie von Game of Thrones zu Hintergrundmusik gespielt hat und das war sowas von dermaßen gut, dass ich mich nicht bewegen konnte, sondern wir nur dastanden und zugehört haben. So schön! Er hat dann auch noch andere Lieder gespielt und wir haben ihm bestimmt 10 Minuten zugehört, bevor wir weitergegangen sind. Echt toll und natürlich haben wir ihm auch ne Kleinigkeit in den Geigenkoffer geworfen. Zuhause gab es dann gemütlich Abendessen und wir haben einen ruhigen Abend verbracht.

Am nächsten Tag haben wir wieder ausgeschlafen und sind dann nochmal zum Arzt gefahren, weil mein Auge nicht besser war und die Tropfen, die ich bekommen hatte, immer ziemlich gebrannt haben. Diesmal sind Andi und ich zusammen mit dem Zug gefahren, weil der Arzt in Miranda neben einem riesigen Shopping Centre liegt, und Sue und Steve meinten, dass wir uns das gleich anschauen können. Der Arzt (es war diesmal ein anderer als letztes Mal) meinte zu mir, dass er mir andere Tropfen verschreibt und ich diese dann nochmal 3-4 Tage reinmachen soll, weil die Entzündung noch nicht ganz weg ist. Hoffentlich geht es dann aber auch weg! Die Tropfen waren jedenfalls schonmal viel besser und haben gar nicht wehgetan, sodass es auch nicht mehr so schlimm war, welche reinzutun.

Das Shopping Centre in Miranda ist wirklich riesig und wenn man sich nicht auskennt, kann man sich leicht verlaufen bzw. eine Stelle, die man sich ausgesucht hat, nie finden. Gott sei Dank war es diesmal aber nicht so voll wie am Vortag und wir konnten gemütlich nach Schnäppchen suchen. Wobei wir ja eigentlich eh nichts brauchen und einfach nur so rumgeguckt haben.

Als wir wieder in Cronulla waren haben wir unsere Sachen gepackt, denn heute war der Tag, an dem wir die Familien wechseln wollten. Das Packen hat nicht so lange gedauert und weil wir noch etwas Zeit hatten bis wir losmussten sind wir nochmal kurz zum Strand gegangen und ein paar Bahnen geschwommen. Wir mussten schließlich noch einmal die Nähe zum Strand ausnutzen, die nächste Familie wohnt nämlich ein paar Kilometer landeinwärts. Nach dem Baden haben wir dann unser Zeug ins Auto geräumt und uns von Steve und Sue verabschiedet. Es war wirklich eine superschöne Zeit bei ihnen, sie haben uns sehr herzlich aufgenommen und bestens versorgt. Man kann es sich nicht besser wünschen!

Um 6 ging es dann Richtung Gymea, der Vorort in dem Luke mit seiner Familie wohnt. Mit dem Auto war die Wohnung nur 15 Minuten von Cronulla entfernt und so waren wir schnell da. Wir waren gespannt, was uns erwartet, weil auch der Andi Lukes Familie noch nicht kannte. Als Gastgeschenk hatten wir (mal wieder) eine Tüte mit Bier, Knoppers, Haribo Goldbären, Pfeffernüssen und Moser Roth Chili-Schokolade dabei. Außerdem haben wir ein paar Plätzchen abgezweigt und einen Teller der Familie mitgebracht.

Die Begrüßung war sehr herzlich und sehr stürmisch, weil außer Lukes Vater Sol und Lukes Zwillingsschwester Alana auch die beiden Hunde Monti und Hugo an die Tür kamen. Monti ist ein Schnauzer und Hugo ein Schnauzer-Pudel-Mischling und beide sind sehr süß. Wir haben uns richtig gefreut mal wieder Haustiere zu haben! Vor allem der Andi hat in den nächsten Tagen ausgiebige Streicheleinheiten verteilt, aber auch ich hab gerne gekrault. Neben Sol und Alana waren auch noch Hilka (Lukes Mutter, ursprünglich aus Finnland) und Lukes kleiner Bruder Cameron da. Luke selber war nicht zuhause, weil er noch mit seiner Freundin unterwegs war, aber die beiden kamen 1 Stunde nach unserer Ankunft. Bis dahin saßen wir gemütlich im Wohnzimmer, haben von unseren Reisen erzählt und unsere Gastfamilie ein bisschen kennengelernt. Wir haben schnell gemerkt, dass alle total nett sind und sie uns gerne aufnehmen. Als Luke kam, hat er uns ein bisschen im Haus rumgeführt und uns alles Wichtige gezeigt. Andi und ich sollten im Büro schlafen, wo vorher ein Einzelbett für Gäste stand und nun zwei Matratzen für uns am Boden lagen. Im Haus gibt es sonst noch das Schlafzimmer von Sol und Hilka mit Bad, Lukes Zimmer, Camerons Zimmer, ein Bad, eine große Wohnküche, Alanas Zimmer mit Bad unten und eine Terrasse mit Spa. Echt ein großes Haus, aber es wohnen ja auch viele Leute dort! Sol arbeitet bei Telstra und hatte gerade Urlaub, Hilka arbeitet Teilzeit und musste die Woche vor Silvester nur 1 Tag arbeiten. Alana ist genauso wie Lukes Freundin Lehrerin für Kleinkinder und hatte auch Urlaub. Luke arbeitet als Webentwickler und hilft manchmal noch bei JB Hifi, diesem Elektroladen, aus. Cameron geht noch zur Schule. Unsere Woche bei der Familie war also recht gut gelegt, weil alle zuhause waren und abends auch schön gekocht wurde. Nur an unserem Ankunftstag gab es noch Reste abends, weil über die Weihnachtstage Sols Bruder mit seiner thailändischen Frau da war und diese für die Familie thai gekocht hat. Da sie erst am Tag vorher abgereist sind, gab es noch Reste von Huhn in Erdnusssoße, aber es war überhaupt nicht schlimm, dass es Reste waren, weil es superlecker geschmeckt hat. Dazu gab es übrigens wieder diesen Weihnachtsschinken von der großen Keule, womit sich die Theorie noch mehr bestätigt hat, dass jede australische Familie an Weihnachten so einen Schinken kauft :D

Am nächsten Tag wollten wir dann wieder mal in die City fahren und den Zoo besuchen. Der wurde uns schon von ein paar Stellen empfohlen und der Besuch sollte ein Ganztagesausflug werden. Ab Donnerstag sollte es sehr sehr heiß werden und so wollten wir noch den einen Tag nutzen, an dem es noch ein bisschen kühler angesagt war. Unsere Zooerlebnisse gibt’s dann im nächsten Eintrag :)

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