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Sahara Impressionen

Veröffentlicht: 04.04.2026

Tag 2

Ich schlafe trotz der großen Stille (und des üppigen Bier Konsums am Lagerfeuer) relativ schlecht, was aber daran liegt dass die mitgenommene Thermarest Matte ein Loch hat, also liege ich nur auf sensationell komfortablen 1,5cm Isomatte.

Nach einigen Nächten bekomme ich Schmerzen in der rechten Schulter und die rechte Hand wird nicht mehr richtig durchblutet, schläft öfters ein ... Super, Weichei und Bett verwöhnter Wüsten Fahrer....🙈

Zum Thema Bier: ich glaube, unsere Vorräte sind ausreichend für vier Wochen Afrika Aufenthalt!! Das war aber dank des Bildes beim Einkauf der "Patronen", wie wir sie bald nennen, zu erwarten gewesen.

Nachts und morgens ist es wieder kalt, so etwa 4-5 Grad. Aber wir entzünden dann mit den Holzresten ein Feuer und der altbewährte schwarz-gekohlte Wasserkocher von Michel übernimmt einen ehrenvollen Dienst. Der erste Kaffee schmeckt super, wenn möglich noch in den Strahlen der aufgehenden Sonne, dazu eine Dünen Landschaft wie aus dem Film "der englische Patient" und da vergisst man ALLES andere. Ein Traum.

Wir sind ein bunt zusammen gewürfelter Haufen, drei davon sind zusammen in Hurlach aufgewachsen: Michael B., Felix D. und Thomas S.

Immer wieder erzählen sie von den grandiosen Erlebnissen ihrer Jugend, die so lustig sind, das sie eigentlich verfilmt werden müssten. So ein Film wäre der Hammer!

Alle drei haben Motocross Erfahrungen, auch in der Wüste. Michael kennt viele Länder in Afrika und ist sehr erfahren mit Auto und Motorrad, er hat die Reise auch organisiert. Seine Kenntnisse sind überragend. Selbst der Tankwart auf der Route erkennt ihn!!

Felix hat ebenso schon sehr viele Pisten  Nordafrikas gesehen, auch er hat viele Stories vom Reisen parat, und er ist auch beruflich mit dem Thema Motorrad unterwegs. Über BMW und seine berufliche Tätigkeit hat er auch viel zu erzählen. 

Thomas, unser Tauben Experte komplettiert das Trio. Er ist sprachlich gesehen "Urbayer", Occo hat bei seinen zahlreichen Stories schon schwere Verständnis-Probleme. Thomas fährt die einzige Zweitakt-Maschine von der Truppe, flink wie ein Wüsten Fuchs zirkelt er seine 300er KTM durch die Dünen.

Dazu gesellt sich Jörg P. aus Garmisch, den die drei letztes Jahr erst in der Wüste kennengelernt hatten. Jörg ist ein Urgestein aus Garmisch und auch seine Erlebnisse vom Bergsteigen, klettern und Motorrad fahren lassen uns immer wieder staunen und sehr viel lachen. Er ist durchs Klettern der fitteste von uns und ich finde seine trockenen Kommentare und verschmitztes Lachen einfach umwerfend! Sein lieblings Geräusch: Broooooop, brooooooop!

Wir, die drei Flattracker Michael M, Occo und ich, Felix, komplettieren die lustige Truppe. Auch Micha hat immer eine lustige Anekdote parat, dazu der schwäbische Akzent, Spitze!!!

Die Landschaft ist wechselhaft, wir fahren immer wieder Dünen, dann kommt ist eine mehr oder weniger größere Ebene mit Schotter bzw. Steinen. Wir folgen einer "Piste", die trotz der alten Spuren mal gut und mal garnicht zu erkennen ist.

Und die Hilux wühlen sich die Hänge hoch, unfassbar. Manchmal braucht es etwas mehr Schwung, das heißt, vor der Kuppe geht die Traktion weg. Dann also rückwärts auf den Gegenhang, und dann mit Anlauf auf die Kuppe zu. Dort muss allerdings das Gas sofort oder ganz kurz vorher weg genommen werden, da man nicht weiß wie es dahinter weitergeht.... Occo und ich lernen so durch die Praxis, wie man in den Dünen richtig Auto fährt!!!

Absolutes Muss; Die Luft in den Reifen wird anfangs der Dünen stark abgelassen, damit der Reifen eine größere Auflagefläche hat. Sonst würde das niemals klappen!!

Auch in den Mittagspausen werden wir von Abdallah und seinen beiden Jungs verwöhnt, Nudelsalat, Kuskus und zum Nachtisch Datteln.

Das Brot morgens zum Frühstück wird frisch im heißen Sand gebacken!! Feuer auf dem Sand angeheizt, ein Teig aus Wasser Mehl und Salz wird auf einen Tuch zum Fladen ausgebreitet, dann kommt der Fladen in den heißen Sand, wird noch mit einer Glut/Sand Mischung bedeckt und nach zehn, fünfzehn Minuten ist das Brot fertig!!

Der Sand wird einfach mit einem Tuch abgeklopft! Perfekt!!!

An das Knirschen des Sandes zwischen den Zähnen gewöhnen wir uns schnell! Ist ja auch super fein, und man merkt es eigentlich am zweiten Tag nicht mehr.

Am Berg Mida dann kurze Pause im Cafe mit Cola. Tarek, der Mann mit der großen Nase, lebt hier einsam und ohne Fahrzeug. Hinter der Hütte Szenen wie aus einem Italo Western..... 

Abends wird wieder das Lager errichtet und die ersten Patronen zischen beim Öffnen. Ein Sonnenuntergang wie ein Traum. Die Schatten der Dünenkämme in der Abendsonne... Es gibt kaum Worte dafür, eine Schönheit, die unendlich ist....

Zelte aufbauen und danach Holz sammeln, erste Bier zischen, dann Abendessen, danach Lagerfeuer, das ist so der normale Abend Ablauf. Wir sind selten lange wach, Micha aus Stuttgart legt sich manchmal schon um acht ins Zelt weil er so ko ist. 

Ohne Ibuprofen wäre es für ihn kaum machbar.

Good night!


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