Sand unter den Reifen, Michel im Rücken!
Der Startschuss für "7 in the Sand"!Bald ist es so weit! Die Motoren unserer Crosser laufen warm, der feine Wüstensand knirscht bereits zwischen den Zähnen (und wir sind noch...
Veröffentlicht: 03.04.2026
Die Oase in Ksar Gilane ist ein Treffpunkt der Wüsten Fahrer aus aller Welt! Ob Bikes oder Allrad Autos, es ist eine bunte Mischung von vielen Nationen mit tollen Fahrzeugen.
Wir machen uns fertig für den ersten echten Ausritt in die Sahara, einer Fahrt zum Fort Tisavar. das Herz klopft als es losgeht, Hinweg über den Weg den die Quads nehmen, läuft gut. Aber das ist schon ein anderes Fahren als auf der Straße.
Wir stehen oben an Fort, fühlt sich schon gut an.... Und Michel sagt an, den Weg zurück nehmen wir durch die Dünen. Das ist dann nochmal was anderes!! Ich bin schon zweimal gestürzt, einmal liegt das Motorrad auf mir und ohne Hilfe komme ich nicht raus. Dann eine Passage als der Motor einfach abstirbt und ich wieder ungewollt absteige....
Ich versuche zu starten, aber es ist Ferienabend! Meine KTM hat beschlossen, dass sie keine Lust mehr hat. Einfach so. Ob der feine Wüstensand ihr den Rest gegeben hat oder ob das Triebwerk schon vorher einen Knacks hatte? Ich weiß es nicht. Fakt ist: Das Teil ist tot. Stille im Zylinder.
Und als wäre es ein Wink des Schicksals: plötzlich sehe einen Skorpion neben dem Hinterreifen!!! Krass!!
Es ist tatsächlich der einzige Skorpion den ich auf dem ganzen Trip sehe....
Und die Stiche sollen gar nicht soo harmlos sein, erfahre ich später von den Jungs.
Wir versuchen noch eine Wiederbelebung mit Batterie, dann Kickstarter, vermuten dass Zündschloss als Ursache, aber es bringt alles nix. Der Motor springt nicht mehr an.
Und da ich wirklich mitten in den Dünen stehe organisieren die Kumpel einen Pickup aus dem Camp, der mich abholt. Da erfahre ich gleich was es bedeutet ein Auto durch die Dünen zu steuern.
Die Demontage vom Vergaser im Camp bringt auch keine Wende, die Kompression ist echt komplett weg.....
Und als wäre das nicht genug, hat es auch meinen Kollegen Occo erwischt. Er ist komplett platt und kriegt seine KTM nicht mehr zum laufen.... Zwei Fahrer, zwei kaputte Träume von der großen Freiheit auf zwei Rädern.
Die Stimmung bei Occo und mir war kurzzeitig im Keller. Wir haben überlegt, Quads zu mieten, um wenigstens irgendwie mobil zu bleiben. Aber nach einer kleinen Preisverhandlung haben wir das ganz schnell wieder verworfen – Zweite Option: Im Camp in Ksar Ghilane bleiben. Aber mal ehrlich? Den ganzen Tag rumsitzen während die anderen die Wüste durchpflügen? Wenig erquickend.
Der Umstieg: Vom Sattel auf die Pritsche
Also hieß es: Umsteigen! Wir haben uns in die Begleitautos gequetscht. Ab jetzt heißt es Sahara-Sightseeing aus dem Toyota Hilux.
Und was soll ich sagen? Wir sind aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen! Ich hätte nie gedacht, was diese Kisten leisten. Wenn du siehst, wie diese beiden vollgepackten (eigentlich überladenen) Arbeitstiere – hoch bepackt mit Sprit, Wasser und Ausrüstung – die Sanddünen hoch- und runterpflügen, Respekt!
Es fahren zwei Hilux mit, das Gepäck für sieben Leute ist dann doch zu viel für ein Auto. Es ist natürlich ein völlig anderes Gefühl als auf dem Motorrad. Man spürt den Durchzug des Diesel Allrads, das Wühlen der Reifen im weichen Sand und die unglaubliche Geschicklichkeit der Fahrer, die diese Monster über die Kämme zirkeln. Dünen hoch geht dann nur in ersten Gang und Vollgas, aber dann kurz vor der Kuppe dann Gas weg, um nicht ins ungewisse zu springen.
Klar, das Biken fehlt uns schon. Aber die Wüste zeigt uns heute ihr Gesicht von einer ganz anderen Seite – und die Aussicht aus dem Hilux ist gar nicht mal so übel, auch wenn es brutal schaukelt wie auf einem Kamel.... Das Wort Wüstenschiff passt gut.
Und irgendwann nachmittags so gegen vier ist dann Abschluss für den ersten Tag. Abdallah und seine beiden Helfer bauen das Küchenzelt auf, während wir unsere Zelte aufstellen.
Michael, der einzige ohne Dünen oder Cross Erfahrung ist schon schwer fertig. Das hatte ich selbst schon auf dem ersten Ausritt bemerkt, das zehrt brutal an der Kondition!
Es gibt lecker essen, die Zelte stehen und eins wird uns jetzt schon klar: der Sand ist nach wenigen Momenten überall, im Zelt, im Gepäck, im Schlafsack... Und es macht keinen Sinn, es zu verhindern.
Michael packt den extra für die Tour gekauften Outdoor-Klostuhl aus, ein Muss wegen seinem kaputten Knie. Ja, auch solche alltäglichen Dinge haben hier draußen eine andere Tragweite.
Wir sammeln noch Holz für das abendliche Lagerfeuer, was auch nötig ist. Es ist ziemlich frisch, wir alle haben Jacken an und Mützen.
Das Feuer brennt und die mitgebrachten Bierdosen zischen.....
Und es herrscht Stille!!
In Ksar-Ghilane ist es doch sehr unruhig, die Dieselaggregate brummen laut und nervig, am Morgen ab vier Uhr kreischen die Hähne, die vielen Tauben gurren schon sehr nervig.
Ich kann dort nur mit Ohrstöpsel pennen. Die Schnarchgeräusche der Mitreisenden sind auch nicht ohne!!
Und jetzt mitten in den Sand-Dünen ist es endlich ruhig. Nur das Holzfeuer knistert und wir lassen die erste Etappe Revue passieren. Ein erhabenes Gefühl, in dieser sandigen Unendlichkeit zu schlafen. Wahnsinn. Der Sonnenuntergang wirkt episch. Ein sehr sehr tolles Gefühl, hier zu sitzen.
Das Abenteuer geht weiter!