Theodor Roosevelt National Park
Der voraussichtlich letzte Besuch eines National Parks auf unserer Reise führte uns nach North Dakota, in den Theodor Rossevelt National Park. Er ist zu Ehren des amerkanischen...


Veröffentlicht: 01.08.2018

































































Nicht wundern, ein bisschen Kultur gibt es hier auch 😂. Das haben wir dann auch mal genutzt und es war wirklich gut.
Zuerst waren wir in Bismarck, der Hauptstadt von North Dakota. Aufgrund der vielen deutschen Einwanderer hat man diese Stadt irgendwann in Bismarck umbenannt - Ja, nach dem Reichskanzler, nicht nach dem Hering 😂. Es gibt dort ein tolles Museum, das State Museum of Heritage. Relativ neu, groß, modern und wirklich gut gemacht. Der Eintritt ist zudem frei, so dass tatsächlich auch viele Leute da waren. Auch Kinder und Jugendliche, es sind ja gerade Ferien. Ich bin immer wieder froh wenn ich sehe, dass es hier auch noch Menschen gibt, die sich für solche Dinge interessieren.
Es gibt verschiedene Räume, die man anschauen kann. Frühgeschichte mit Dinosaurieren (ich habe mich ein bisschen wie im Frankfurter Senckenberg Museum gefühlt 😊), Geschichte und Lebensweise der Indianischen Bevölkerung, Geschichte Nord Dakotas (leider derzeit geschlossen) und Leben in Nord Dakota allgemein, früher und heute. Es gab wirklich sehr viel anzuschauen und noch einmal, es ist wirklich sehr gut gemacht.
Am Eingang begrüßte uns ein Rentner, we so oft in Nordamerika. Die übliche Frage, woher wir kommen. Wir sagten natürlich Deutschland. Normalerweise sagen dann erstaunlich viele oh, da war ich auch schon oder so etwas. Er grinste und sagte sehr freundlich etwas ähnliches wie: „Da bin ich im Krieg mit dem Flugzeug abgeschossen worden!“ Danach erklärte er uns, was wir wo im Museum finden würden. Ein bisschen sprachlos waren wir dann doch schon.
Kultur ist natürlich auch essen und trinken. Auf Empfehlung von Juttas Bundesschwester Eileen waren wir in einer Brauerei, die von den Eltern einer ihrer Freundinnen betrieben wird. Das Bier war gut, das Essen amerikanisiert, aber sehr lecker. Wir hatten Bratwurst mit Sauerkraut ... kam natürlich als Hotdog mit dem kalten Kraut im Brot und Jäger Schnitzel mit - auch kaltem - Rotkohl und Spätzle. Die Jägersoße war eine Kapern-Senf-Soße. Sehr lecker, ich mag so etwas ja, aber was das mit Jäger zu tun hat, erschließt sich mir nicht. So viel zum Thema Kultur beim Essen 😂😂😂.
Abends gab es dann noch Sportkultur. Baseball - DER amerikanische Sporrt schlechthin. Es war so etwa wie die dritte Liga, nach Mayor und Minor kommt dann diese hier. Es sind fertige Collegestudenten, die auf der Suche nach einem Platz in den beiden höheren Ligen sind. Die Bismarck Larcks gewannen gegen Waterloo. Ich meine, wenn man aus dieser Stadt kommt, kann man doch nur verlieren, oder? 😂😂😂
Sportlich war es ganz ok, wahrscheinlich sollten wir aber auf unserer Reise doch noch ein Spiel der Major League anschauen, mal so zum Vergleich. Unser Sitznachbar, ein ehemaliger Lehrer mit einer deutschen Ur-Großmutter, der sein Austauschjahr in Österreich verbracht hatte und immer noch ein paar Brocken deutsch sprach, hat uns sofort in sein Herz geschlossen. Wir haben uns Stunden über viele Themen unterhalten (so ein Baseball-Spiel hat ja keine Zeitbeschränkung und dieses hier dauerte knapp vier Stunden) und ich lernte unter anderem viel über Baseball. Es war ein sehr schöner Abend und er gab uns den Tipp miit auf dem Weg, in Winnipeg das Museum für Menschenrechte zu besuchen.
Und das taten wir dann auch. Zuerst machten wir uns aber auf zum Regierungsgebäude. Winnipeg ist die Hauptstadt von Manitob in Kanada. Wir kamen gerade rechtzeitig, um an der Führung teilzunehmen und das hat sich wirklich gelohnt. Die Führung war kurzweilig, interessant und mit einigen lustigen Geschichten gespickt. So lernten wir alles über den Golden Boy (die Statue auf dem Dach), die Büffel im Eingangsbereich (Riesige Statuen, die erst weit nach Fertigstellung des Hauses geliefert wurden. Sie waren zu schwer, um sie zu tragen. Also nahm man den kanadischen Weg.... die Viecher wurden auf Eisblöcke des benachbarten Sees gestelltund dann darauf ins Gebäude hineingeschoben) und über den Architekten, der Materialien mitgehen ließ und sie in seinem eigenen Haus, ein paar Blöcke unterhalb des Gebäudes, einbauen ließ. Zum einen verzögerte sich dadurch natürlich die Bauzeit des Regierungsgebäudes, zum anderen wurde es auch viel teurer als geplant. Aufgefallen ist es, als die sieben Säulen für die Vorhalle außen (!) an seiner Villa aufgetaucht sind. Auffälliger ging es ja kaum. Er landete also für zwei Jahre im Knast und danach wurde er schnellstens über die Grenze in seine us-amerikanische Heimat verfrachtet. Die Säulen konnten aber nicht mehr abgebaut werden und zieren so immer noch die Fassade des Anwesens, auch wenn dort inzwischen ein anderes Gebäude steht. Die Säulen hat man erhalten.
Das Museum für Menschenrechte war jede Minute wert. Wir hatten Glück, denn es war der erste Mittwoch des Monats und da ist der Eintritt ab 17 Uhr frei. Gut für uns, aber auch hier war ich sehr überrascht, wie viele Menschen da waren. Es gibt unterschiedliche Abteilungen für die verschiedenen Diskriminierungsarten. Ich will gar nicht viel über die Inhalte der Ausstellung schreiben. Nur so viel: Es war interessant, lehrreich, sachlich und es regt wieder einmal zum Nachdenken an. Und nicht nur aufgrund der Vielschichtigkeit dieses Themas ist die Menschheit noch lange nicht am Ende angekommen.
Ansonsten hat Winnipeg nicht wirklich viel zu bieten und wir führen weiter. Nach so viel Kultur und Informationen brauchten wir Urlaub. Wir verbrachten eine Woche in einem kleinen Ferienhaus direkt an einem See in Nestor Falls. Eine Woche nicht herumfahren und stetig neue Eindrücke zu empfangen, tat echt gut. Wir haben im Garten am See gesessen, gelesen, den Tieren und den Wasserflugzegen zugeschaut, gegrillt und uns einfach nur erholt.