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Durch den Anti-Atlas - Tafraoute

Veröffentlicht: 23.04.2023

Wir machen uns auf in den Anti-Atlas, unser nächstes Ziel dort ist Tafraoute, eine schöne Oasenstadt auf 1000m. Dafür durchfahren wir wir surreale Wüsten-Landschaften (auf sehr guter Schotterpiste), übernachten irgendwo im Nirgendwo und kommen durch das traumhaft schöne Ait-Mansour Tal.

Ganz in der Nähe von Tafraoute liegen die leuchtend bunten Felsen (Les Peintures), die erstmals 1985 von Jean Vérame, einem belgischen Künstler, bemalt wurden - wirklich abgefahren. Da der Ramadan heute endet, ist nix los und wir wandern fast alleine umher …Mia ist begeistert, vor allem von den pinken Felsen, die perfekt zu ihrem Bibi Blocksberg T-Shirt passen 🤣.

Direkt um die Ecke sind noch die beiden Bilderbuch-Dörfer Afella Adai und Adai - auch sie von den Rundsteinformationen umgeben. 

Wir finden einen tollen Stellplatz inmitten von Palmen und nahe bei den Felsen und auch hier ist zum Glück wenig los…wie wir später erfahren ist hier von Januar bis Mitte April immer alles rappelvoll und wir haben offensichtlich ein echt gutes Timing. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 25 Grad, es geht ein leichtes Windchen…perfekt. 

Uns fällt sofort die herzliche und unaufdringliche Atmosphäre im Ort auf…an unserem Stellplatz kommen Einheimische mit Fahrrad oder zu Fuß vorbei, jeder grüßt freundlich, keiner will uns irgendetwas verkaufen. Das erleben wir später auch beim Einkaufen im Ort, es ist total entspannt und wir gehen angenehm im Grundrauschen unter - einzig Mia wird immer mal spontan geherzt …aber das kennt sie ja mittlerweile 😘. 

Nach einer ruhigen Nacht an diesem schönen Ort, beschließen wir, einen Tag länger zu bleiben - auch weil heute, am Samstag Aid al-Fitr (das Ende des Ramadans, übersetzt ‚‚das kleine Fest‘) gefeiert wird und wir neugierig sind, ob wir an einem kleinen Ort ein bisschen was davon mitbekommen. 

Wir laufen mittags in den Ort und er ist absolut tot - kein Laden auf, absolute Geisterstadt. 

Nur auf dem Spielplatz kommt eine marokkanische Familie dazu - sie bestehen darauf Mia und mir Schokoriegel zu schenken und mir wird das kleinste von 4 Kindern - erst ein paar Monate alt - auf den Arm gedrückt 🤣. 

Ich versuche, mit meinem Arabisch-Übersetzer einen Gespräch hinzukriegen, was nicht gelingt, aber das macht auch nix, war einfach total nett. 

Wir laufen zurück zum Stellplatz, genießen die Nachmittagssonne und planen unsere nächsten Ziele, während Mia zwischen den Rundfelsen kraxelt - alles total entspannt. 

Gegen Abend versuchen wir nochmal unser Glück, um einzukaufen und etwas essen zu gehen und das gelingt einigermaßen. 

Nach dem Essen gehen wir durch den Ort und er ist wie verwandelt - alles, was zwei Beine hat ist auf den Straßen, in festlichen Gewändern, egal ob Männer oder Frauen, die kleinen Mädchen in Prinzessinnen-Kleidern (Mia ist kurzzeitig sehr sauer, dass sie ihr ‚Elsa-Kleid‘ nicht dabei hat, weil hier alle noch schicker als auf einer Hochzeit sind…außer uns  🤣), Popcorn-Wagen usw. - die Atmosphäre ist wirklich besonders und wir sind froh, geblieben zu sein und ein bisschen hineinschnuppern zu dürfen…

Am nächsten Morgen fahren wir Richtung Süden, durch karge Canyons, Oasendörfer und Steinwüste und halten auf einem kleinen Campingplatz in Buizarkarne, der nicht besonders schön ist, aber einen sehr netten Betreiber hat. 

Es gibt einen leckeren Begrüßungstee und außer uns sind nur ein französisches Rentnerpaar in ihrem Wohnmobil und ein Brasilianer da. 

Als Basti fragt, wo sein Auto steht, lacht er und holt seinen Thule Radanhänger (im Jogger-Modus, d.h ohne Fahrrad) - darauf ein Schild „walking around the world“! 

Er ist seit 610 Tagen (wieder) unterwegs, weil er coronabedingt pausieren musste, nachdem er 2018 losgelaufen ist. Er macht alles zu Fuß, kein Bus, kein Trampen … krass. 

Er will von hier aus noch durch Mauretanien bis in den Senegal und ihm stehen alleine 1300km an der einsamen marokkanischen Küste bevor …crazy. 

Unser Campingplatz-Betreiber bekommt Besuch von einem Freund und sie machen gemeinsam traditionelle Musik…Mia darf die Ribab, das traditionelle Berber-Instrument halten … die besten Momente ergeben sich oft spontan und sind einfach nicht planbar. 

Wir waschen noch ne kleine Runde, denn in diesen Wüsten-Temperaturen kann kein Trockner mithalten und morgen geht es weiter Richtung Küste. 


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