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Mittwoch, 13.07.2022

Unser nächstes Ziel ist die ostkanadische Atlantikprovinz Nova Scotia, 1.060 km entfernt. Von Ottawa aus gibt es nur einen sinnvollen Weg dorthin, der führt allerdings zum größten Teil, 830 km durch die US Bundesstaaten Vermont, New Hampshire und Maine. Wir haben die Route in drei Etappen aufgeteilt.

Die erste Etappe führt von Ottawa nach Burlington. Wir fahren ein ganzes Stück den Trans-Canada Highway und biegen dann nach Cornwall ab. Die Kleinstadt liegt am Sankt-Lorenz-Strom, mitten im Fluss liegt eine große Insel, Cornwall Island. Die zweite Brücke, Seaway International Bridge, ist beeindruckend hoch, unter ihr verläuft die Grenze zu den USA. Danach kommt die US Customs and Border Protection. Wir hatten ja bereits angedeutet, dass wir erheblichen Respekt vor den Grenzbeamten der US Behörde haben. Wir warten artig an der Linie bis wir dran sind. Der Beamte stellt uns drei Fragen, wie geht es euch, wo kommt ihr her und wo wollt ihr hin. Danach ein kurzes Bedienen des Computers, er reicht uns unsere Pässe zurück und wünscht uns einen schönen Tag. Das Ganze dauert 2 Minuten, wir sind wieder in den Staaten und ziemlich sprachlos.

Wir fahren zum Lake Champlain, mit 490 Quadratmeilen der sechstgrößte See in den Staaten und damit etwas 2,5 mal so groß wie der Bodensee. Im See befinden sich 80 Inseln, die größeren sind über Brücken miteinander verbunden. Wir haben Zeit und so trödeln wir über die größeren der Inseln. An einer Bucht mit einem kleinen Hafen machen wir halt. Wir beobachten einen Mann um die 40 mit gebräuntem Körper, dem man viel Arbeit im Fitnessstudio ansieht, der sein Motorboot zu Wasser lässt. Sein Auto, ein übergroßer SUV mit manipuliertem Auspuff ist ziemlich laut. Nach dem Parken von Auto und Trailer wird das Boot gestartet. Es springt schlecht an, es braucht vier Versuche aber dann bricht die Hölle los, 8 Zylinder Motor ohne jeglichen Schallschutz. Er jagt damit über das Wasser bis er nicht mehr zu sehen ist, aber hören können wir immer noch.

Am Nachmittag erreichen wir unser Hotel in Burlington. Nach dem Einchecken erkunden wir die Stadt. In der Altstadt ist es sehr schön, hier gibt es sogar eine Fußgängerzone. Der Hafen ist für uns immer ein interessantes Ziel. Nun geht es wieder zurück in die Altstadt. Wir kehren in einem kleinen Restaurant ein und gönnen uns ein Bier und ein paar Nachos. Die Bedienung ist ganz begeistert, als sie mitbekommt, dass wir aus Deutschland sind. Sie will unbedingt wissen von wo in Deutschland. Dann erzählt sie uns, dass sie in Göttingen ein Semester studiert hat. Ist die Welt nicht manchmal so klein?

Donnerstag, 14.07.2022

Unsere Fahrt heute geht auf vielen kleinen Straßen und zum Teil durch den White Mountain National Forest über 350 km lang nach Augusta, einer kleinen Stadt mit ca. 18.000 Einwohnern im Bundesstaat Maine. Die Strecke ist zum Teil sehr langweilig, immer wieder kleine amerikanische Orte, die vom Aussterben bedroht sind. Die Häuser verlassen und/oder eingefallen. Da hier sehr viel Landwirtschaft ist, gibt es auch große Farmen, manche sehen ganz gut aus. Wir legen einen kurzen Stopp am Androscoggin River ein. Am Nachmittag erreichen wir unser Hotel in Augusta. Wir können gerade noch die Koffer ausladen und einchecken bevor ein gewaltiges Gewitter mit sehr viel Regen losbricht. Jetzt ist erstmal eine Ruhepause mit Kaffee und Keksen angesagt. Am Abend schauen wir uns noch die Stadtmitte an. Augusta ist die Hauptstadt des Bundesstaates Maine und hat ein riesiges Regierungsgebäude. Die Häuser in der Stadt sind zum Teil sehr alt und schön restauriert. Wir spazieren noch durch den Waterfront Park und kehren dann zum Hotel zurück.

Freitag, 15.07.2022

Wir sind immer noch auf dem Weg nach Nova Scotia. Heute werden wir wieder die Grenze nach Kanada überqueren. Gestern Abend haben wir uns noch in der ArriveCan App registriert. Die erste Etappe unserer Fahrt geht über den Highway, hier kommen wir sehr gut voran, da wir bis zu 110 km/h schnell fahren dürfen. Dann biegen wir ab und fahren wieder auf kleineren Straßen bis nach St. Stephen, hier sind wir für den Grenzübertritt nach Kanada registriert. An der Grenze gibt es eine kleine Warteschlange. Diesmal werden wir gefragt ob wir Waffen oder ob wir Waren mitbringen, die wir in Kanada verkaufen wollen. Dann wünscht er uns eine gute Fahrt. Jetzt sind es nur noch 100 km bis zu unserem Hotel in St. John. Nach dem Einchecken fahren wir noch zum Fährhafen und buchen uns ein Ticket für die Überfahrt von St. John nach Digby für den nächsten Tag. Die Stadtmitte ist sehr schnell besichtigt, in einer Shopping Mall wollen wir einkehren um einen Kaffee zu trinken. Es gibt jedoch kaum noch Geschäfte oder Restaurants in der Mall, das ist sehr traurig. Ein riesiges Gebäude fast noch neu und wird nicht genutzt. So machen wir uns auf den Weg zum Hafen. Hier kehren wir in einem Biergarten ein. Bei unserem Rundgang anschließend entdecken wir eine kleine Besonderheit. Da der Hafen aus einer großen Baustelle besteht, gibt es ein Container-Dorf, in dem viele kleine Läden untergebracht sind. Es ist jedoch schon nach 18.00 Uhr und es hat alles geschlossen. Doch auch so sehenswert. 

Saint John liegt an der Bay of Fundy, hier beträgt der Tidenhub zwischen Ebbe und Flut bei Normalhochwasser 13 m und ist damit der höchste weltweit. Dadurch wird der Saint John River bei Flut vom Meer zurückgedrängt. An einer Stelle gibt es einen Wasserfall, der sich zwei mal am Tag umkehrt, die Reversing Falls, die wir auf der Rückfahrt zum Hotel noch besichtigen. Ach ja, noch eine kleine Anmerkung der Redaktion. Wir haben jetzt auch ein Lieblingswort "awsome" (fantastisch), das hören wir jeden Tag sehr oft, wenn wir ein Gespräch mit den Leuten hier führen. 


Kanada

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