Algarve, Südspanien und Gibraltar
Spontan sind wir im Januar mal für ein paar Tage nach Faro geflogen. Faro ist viel mehr als nur Stopp am Flughafen. Die Hauptstadt mit einer Einwohnerzahl von 45000 bietet eine...


Veröffentlicht: 27.02.2026
























































































































































































Samstag, 28.02.2026
Pünktlich um 9:30 Uhr steht das Taxi vor der Tür, das Abenteuer beginnt.
Die Flüge Hannover - Frankfurt - Madrid verlaufen problemlos, nur der Shuttelservice vom Hotel findet nicht statt, weil Samstag ist. Dabei war er für die Auswahl des Hotels ein wichtiges Kriterium.
Sonntag, 01.03.2026
Der Shuttelservice funktioniert zumindest heute, aber nur ein Bus mit 18 Plätzen, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das heißt 30 Minuten vor der Abfahrt da sein und ausgecheckt haben. Ticket holen und wieder auf's Zimmer ist nicht.
Der Flughafen ist sehr voll und wir brauchen unsere Zeit, sind aber pünktlich am Gate. Mehr als 13 Stunden Flug ist schon eine Herausforderung.
In Santiago de Chile angekommen ist eine riesige Menschenmenge bei den Einreisschaltern, wir brauchen über eine Stunde bis wir durch sind. Wir stellen sehr bald fest, dass wir mit Englisch nicht weit kommen, selbst am Flughafen nicht. Es gelingt uns weder Geld aus dem Geldautomaten zu holen noch eine Prepaid-Karte zu kaufen. An der Wechselstube tauschen wir gegen einen erstaunlich schlechten Kurs Geld, um das Taxi bezahlen zu können. Erst nach Mitternacht treffen wir uns im Hotel ein. Wir sind so fertig, dass wir erstmal schlafen müssen.
Am nächsten Morgen sieht es schon besser aus. Wir treffen uns mit Nancy und Fred zum Frühstück. Was für ein Wiedersehen. Wir haben uns so viel zu erzählen.
In der Nähe unseres Hotels befindet sich der Torre Costanera, das höchste Gebäude in Südamerika. Es ist ein riesiges Einkaufszentrum über mehrere Etagen. Dort werden wir fündig, kaufen zwei Prepaid-Karten, die uns auch aktiviert werden. Auch bekommen wir hier chilenische Peso am Automaten.
Nun geht es mit der Metro weiter ins Zentrum von Santiago. Unsere ersten Eindrücke sind sehr gut. Wir besuchen die Plaza de Armas, die Catedral Metropolitana de Santiago de Chile, die historische Markthalle aus dem 19. Jahrhundert. Probieren Sie verschiedene Empanadas, bevor es dann mit der Metro zurück zum Hotel geht.
Santiago hat verschiedene Stadtteile, die sogenannten Barios. Für den Abend haben wir eine Reservierung in einem typisch chilenischen Restaurant im Bario Bellas Artes mit dem Namen „Republica Independiente del Pisco“ mit sehr leckerem Essen und verschiedenen Piscos. Von unserem heimischen chilenischen Restaurant kennen wir nur Pisco Sour. Hier erfahren wir, dass es sehr viele verschiedene Sorten gibt, er nicht nur mit Zitronensaft, Zucker und Eiweiß als Pisco Sour getrunken wird, sondern auch als Schnaps oder mit Cola zum Longdrink gemischt wird. Wir bestellen zwei Flights mit je drei verschiedenen Sorten. Dann kommt die Kellnerin und fragt uns, ob sie ein Foto von uns für Instagram machen darf.
Dienstag, 03.03.2026
Für heute ist eine Ganztagestour nach Valparaiso geplant. Gleich morgens um kurz nach 8.00 Uhr geht es los. Santiago liegt 570 m hoch, hat 7 Millionen Einwohner und liegt in einem Tal, von den hohen Bergen der Anden umgeben. Wir verlassen das Tal durch einen 3,5 km langen Tunnel. Das nächste Tal ebenfalls von Bergen umgeben ist landwirtschaftlich erschlossen. Ein weiterer Tunnel führt uns in das Casablanca Valley, einer bekannten Weinregion.
Nach 1,5 Stunden Fahrt erreichen wir Valparaiso und sind überrascht, wie groß die Stadt ist. Unser erstes Ziel ist der Strand und die riesige Fischhalle. Daniel, unser Tourguide sagt, es ist eine Fischhalle und sie riecht wie eine Fischhalle, womit er recht hat. Danach geht es in die am Berg gebaute Altstadt mit den bunten Häusern und der erstaunlichen Streetart, ein Weltkulturerbe. Interessant ist, dass hier unterschiedliche Bevölkerungsschichten zusammenleben, prachtvolle Villen neben alten, zum Teil etwas heruntergekommenen Häusern liegen. Nachdem wir eine Weile mit dem Bus nach oben gefahren sind, steigen wir aus und laufen durch die Straßen mit den bunten Häusern und entdecken an jeder Ecke neue interessante Motive. Unten angekommen, wobei wir das letzte Stück mit einer Standseilbahn zurücklegen, geht es schon wieder zurück. Im Casablanca Valley besuchen wir das Weingut Emiliana, wo wir zwei Sorten Wein, einen weißen und einen roten, probieren können. Um 8 Uhr abends werden wir in unserem Hotel wieder abgesetzt. Zum Abendessen gehen wir in ein Grillrestaurant. Was für einen Tag.
Mittwoch, 04.03.2026
Heute sind wir in Santiago unterwegs. Zuerst streifen wir durch einen Skulpturenpark am Ufer des Flusses Rio Mapocho, der in den Anden entspringt und im Moment sehr wenig Wasser führt. Zu Fuß geht es dann weiter durch ein sehr schönes Wohngebiet zur Seilbahnstation. Mit der Seilbahn fahren wir auf den 880 m hohen Cerro San Cristobal. Oben angekommen erwartet uns die riesige Marienstatue und ein spektakulärer Blick auf die Stadt. Gut zu erkennen ist die Dunstschicht mit der Luftverschmutzung. Für den Rückweg wählen wir die historische Standseilbahn von 1925. Wieder angekommen wandern wir durch den Bario Bellavista. Nach einer kurzen Pause im Hotel besuchen wir am Abend noch den Bario Italiano. Mit vielen positiven Eindrücken, gutem Essen und unvergesslichen Momenten verlassen wir Santiago de Chile.
Donnerstag, 05.03.2026
Heute fliegen wir mit LATAM Airline ca. 1.000 km Richtung Süden nach Puerto Montt und sind damit im Norden von Patagonien. Wir übernehmen am Flughafen unseren Mietwagen und fahren nach Puerto Varas, einer kleinen Stadt mit 40.000 Einwohnern am Ufer des Llanquihue Sees. Dort gibt es ein kleines Mittagessen im Café El Barista. Das Wetter ist sonnig, aber 8 Grad kühler als in Santiago. In der deutschen Bäckerei Puerto Dulce kaufen wir noch Kuchen, bevor wir uns auf den Weg zu Caroline machen. Der Weg dorthin führt uns immer am See entlang. Nach über 50 km biegen wir nach Links ab, dort erwartet uns Caroline mit ihrem Mann Pepe. Was für ein Wiedersehen nach fast 30 Jahren. Sie zeigen uns auf einer Schotterpiste mit unglaublich großen und tiefen Pfützen den Weg. Nach einigen Kurven erreichen wir die Lodge. Hier erwartet uns Carlos der Besitzer der Lodge. Er servierte uns ein leckeres Abendessen. Bei einem Glas Wein diskutieren wir mit Caroline und Pepe die Aktivitäten für die nächsten Tage.
Freitag, 06.03.2026
Carlos servierte uns heute Morgen ein sehr gutes Frühstück mit gebratenen Eiern, Müsli, Obst und Joghurt. Der Kaffee ist ausgesprochen lecker. Danach gehen wir zu Fuß zu Caroline. Sie zeigt uns ihr Zuhause. Wir brauchen etwas Zeit, um uns alles anzusehen. Ganz begeistert sind wir von dem großen Gemüsegarten. Auch die verschiedenartigen Bäume, Sträucher und Gewürze werden uns gut erklärt. Noel, ihr 15jähriger Sohn, zeigt uns seine selbst gebaute Mountainbike Strecke auf dem Grundstück. Er ist naturverbunden und handwerklich sehr geschickt. Ein abgesägter Baum wurde zu einem Sitz umfunktioniert. Er zeigt uns auch eine bemooste Natursteinwand. Neben Spanisch spricht er sehr gut Englisch und Deutsch. Anschließend verwöhnt uns Caroline mit selbstgebackenem Zitonenkuchen und einer Tasse Kaffee. Am frühen Abend fahren wir zum Vulkan Osorno. Nach einem steilen Aufstieg im Lavagestein zu einem Aussichtspunkt genießen wir den Sonnenuntergang. Erst spät am Abend sind wir wieder zurück. Hier erwartet uns Carlos zum Abendessen. Nach reichlich Wein und einer netten Unterhaltung fallen wir müde ins Bett.
Samstag, 07.03.2026
Heute machen wir eine Bootstour auf dem Fjord Reloncavi. Wir treffen uns gegen Mittag mit Pia und Francisco und besteigen seinen Boot. Vorbei geht es über unbeschreiblich schöne Felsformationen, kleine Inseln und gigantische Bergketten Richtung Pazifik. An Bord werden wir mit selbstgemachten Leckereien verwöhnt. Eine Zeitlang folgen uns Delphine, auf den Fisch- und Muschelzuchtanlagen sehen wir immer wieder kleine Seelöwen. Zeitweilig steuert Hans-Werner unser Boot durch den Fjord. Da Francisco in Deutschland gelebt hat, können wir uns auch in Deutsch unterhalten. Nach einem erlebnisreichen Tag kehren wir mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen zurück in unsere Logde. Vor dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang zum Fluss, dem Rio Petrohue.
Sonntag, 08.03.2026
Wir verlassen unsere Lodge, verabschieden uns von Caroline, Pepe und Carlos und fahren zurück nach Puerto Varas. Wir müssen Morgen früh um 7:00 Uhr am Flughafen in Puerto Montt sein und der Weg von Ralun dorthin ist uns zu weit. In Puerto Varas ist sonntags die Straße am See entlang für Autos gesperrt, sodass wir bei sonnigem Wetter entspannt dort entlang schlendern können. Unser Hotel liegt etwas oberhalb der Straße, sodass wir einen tollen Blick auf den See haben. Auch haben die meisten Geschäfte geöffnet.
Montag, 09.03.2026
Heute morgen haben wir doch glatt verschlafen, wenn uns Fred nicht geweckt hätte, wir hätten unseren Flieger nach Puerto Natales verpasst. Nichts wie in die Klamotten und zum Flughafen. Nach einer Flugzeit von ca. 1,5 Stunden Flug landen wir in Puerto Natales, 1143 km südlicher und bei Ankunft nur noch 12 Grad. Der Flughafen ist winzig. Wir steigen über eine Treppe aus und laufen die paar Schritte zum Gebäude. Es gibt nur ein Gepäckband. Alles geht sehr schnell. Ein Taxi zum Hotel ist auch gleich verfügbar. Nach einer 10-minütigen Fahrt erreichen wir unser Hotel und können einchecken. Mit Regensachen gut geschützt gehen wir zu Fuß in die Stadt. Trotzdem es immer mal wieder regnet, gefällt es uns sehr gut. Am Abend reißt der Himmel auf und Patagonien zeigt sich von seiner schönsten Seite. Den Abend lassen wir bei einem Pisco sour und Pisco calafate ausklingen.
Dienstag, 10.03.2026
Wir machen uns auf den Weg zum Nationalpark Torres del Paine. Unser erstes Ziel ist unser Hotel, die Pampa Lodge am Rio Serrano. Für die 84 km brauchen wir 2 Stunden. Wir passieren den Flughafen und sehen schon die Staubwolken der anderen Fahrzeuge, ab hier gibt es nur noch Schotterpisten. Im Hotel angekommen werden die Koffer ausgeladen und schon geht es weiter in den Nationalpark Torres del Paine, heißt übersetzt "Türme des blauen Himmels". Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Gigantische Bergmassive, dazwischen türkisfarbene Seen, das alles bei unglaublich blauem Himmel. Fotomotive ohne Ende. Doch nun genug geschwärmt. Wir entscheiden uns für eine Wanderung von ca. 3 Stunden zum Mirador Cuerno, vorbei am Wasserfall, Salto Grande. Unterwegs sehen wir ein kleines Gürteltier auf der Suche nach Futter und an einem See eine Magellangans. Ganz weit in der Ferne fliegt ein Condor. Erschöpft, hungrig und mit vielen neuen Eindrücken kehren wir am Abend in unser Hotel zurück. Das Abendessen genießen wir in einer malerischen Kulisse.
Mittwoch, 11.3.2026
Mit einem Katamaranboot geht es heute zum Grey Gletscher. Um auf das Boot zu gelangen müssen wir eine ca. 45 minütige Strecke zu Fuß bewältigen. Die Fahrt zum Gletscher auf dem Grey Fluß dauert ca. eine Stunde. Um uns die Fahrt schmackhaft zu machen bekommen wir einen Pisco sour oder Pisco calafate mit Gletschereis serviert. Der Gletscher ist sehr groß und wir fahren zu drei verschiedenen Punkten. Wir sind total beeindruckt, vorallem von der Farbe. Auch bekommen wir zu sehen, wir die Crew große Eisbrocken aus dem Wasser fischt. Sie werden für die Piscos sour mit Glacier ice gebraucht. Nach dem Anlegen wandern wir bei extremem Wind und Regen zurück zum Auto. Spät am Abend kommen wir in unserer Lodge an. Den Abend lassen wir bei einer Flasche Wein und einer Runde Skibo ausklingen.
Donnerstag, 12.03.2026
Heute Morgen regnet es. Wir wollen nach dem Frühstück wieder in den Nationalpark fahren. Doch unser Auto hat einen platten Reifen. Wir haben ein Notrad im Auto, doch damit und ohne weiteren Ersatz wollen wir bei den Straßen nicht fahren. Fred telefoniert mit der Autovermietung, die können einen Roadservice schicken, dauert 3 bis 5 Stunden bis der bei uns ist und kostet 350 bis 450 US$. Wir erfahren, dass das Nachbarhotel eine kleine Werkstatt hat. Wir montieren das Notrad und fahren hin. Der Reifen hat ein Loch und kann in Nullkommanichts für wenig Geld repariert werden. Gegen Mittag fahren wir in den Nationalpark und können die geplante Wanderung machen. Sie führt uns diesmal durch die chilenische Pampa zum Sarmiento See. Unterwegs treffen wir ein Guanaco, das sich ganz genüsslich vom Gras ernährt. Nach über zwei Stunden sind wir wieder am Auto. Nun geht es weiter zum nächsten Wanderpunkt. Wir wollen unbedingt noch den Condor Trail wandern. Nach einem gemäßigten Anstieg immer am Berg lang, wird es zum Ende hin immer steiler. Kurz vor dem Ziel müssen wir umkehren, es fängt an zu regnen und d es kommt heftiger Wind dazu. Als wir nach ca. 30 Minuten den Parkpkatz erreichen sind wir klitschnass. Nun aber nichts wie zurück zur Logde.
Freitag, 13.03.2026
Unsere Zeit hier ist um. Heute verlassen wir die Pampa Logde und fahren zurück nach Puerto Natales. Hier angekommen suchen wir gleich einen Waschsalon auf. Wir sind etwas skeptisch, als der Inhaber uns anbietet, unsere Wäsche innerhalb der nächsten 3 Stunden gewaschen, getrocknet und zusammengelegt für einen schmalen Preis zurückgeben will. Aber es funktioniert. Wir verbringen die Zeit in einem schönen Café bei leckerem Essen mit Espresso und Kuchen. Wir geben auch das Auto und die Wanderstöcke zurück. Nun schauen wir uns auf dem Busparkplatz um, denn morgen früh fahren wir mit dem Bus nach El Calafate in Argentinien.
Samstag, 14.03.2026
Früh aufstehen, ein schnelles Frühstück, dann ist auch schon das Taxi vor der Tür. Wir haben ein Problem mit dem Gepäck, das Auto ist zu klein. Ein Koffer muss mit mit nach vorn. Die Strecke ist nur kurz, am Busbahnhof ist es bereits sehr voll. Wir steigen in einen sehr komfortablen Reisebus und fahren die 70 km zur Grenze. Die Ausreise aus Chile verläuft reibungslos.
Good bye Chile.
